Kiez und Kids: Tempelhof - Schöneberg 3

Shownotes

Ihr seid nicht alleine – weder in eurer Erfahrung noch mit euren Sorgen und Themen. Das vermitteln unter anderem queere Jugendzentren wie Querbase oder Mädcheneinrichtungen wie das Cafe Pink. Denn gerade wenn queerfeindliche, rechtsextreme und antifeministische Bewegungen lauter werden, braucht es Orte die sicherheit vermitteln und Mut machen. In dieser Folge von Kiez und Kids taucht FluxFM-Host Yola Jordans tief in die Berliner Jugendarbeit ein – dorthin, wo Empowerment gelebt und Zusammenhalt gestärkt wird. 🩷 Erste Station: das Café Pink Mitten im Schöneberger Akazienkiez steht seit 35 Jahren ein Haus für Mädchen und junge Frauen zwischen 10 und 27 Jahren – ein Ort, an dem sie lernen, Grenzen zu setzen, Wut rauszulassen und Themen offen anzusprechen. Träger ist das Pestalozzi-Fröbel-Haus und sie sind eine Kooperation mit der Jugendförderung Tempelhof-Schöneberg. Von Nagellack bis Bohrmaschine, Bibliothek und Boxsack gibt es hier alles, was Mädchen und junge Frauen brauchen, um Selbstbewusstsein zu tanken und gegen antifeministische Strömungen zusammenzuhalten. FluxFM Moderatorin Yola Jordans spricht mit Leiterin Ulrike Dietrich und Besucherinnen im Cafe Pink.
🌈 Zweite Station: das Jugendzentrum Querbase Hier finden queere Jugendliche Rückhalt, Verständnis und die Freiheit, die eigene Identität ohne Angst kennenzulernen. Leiter Julian Schnorr zeigt, warum Orte wie Querbase in einer Zeit zunehmender Queerfeindlichkeit unverzichtbar sind. 🔗 Mehr erfahren: 🌐 Projekte & Infos: fluxfm.de queer-base.de pfh-berlin.de/de/einrichtung/cafe-pink 💌 Feedback: feedback@fluxfm.de ✨ Oder unterstütze die Jugendarbeit in Berlin mit einer Spende – jeder Beitrag hilft!

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00:00:00: Wir erleben einfach eine große Welle von Rechtsextremenströmungen.

00:00:04: Es gibt sehr viele antifeministische Bewegungen, die sich zusammenschließen, die gerade in Social Media sehr viel Druck ausüben und vieles kaputt machen von dem, was Frauen auch geschaffen haben, wofür sie gekämpft haben und das mit Füßen treten und das wieder zerstören wollen.

00:00:19: Und das ist schrecklich und das macht uns schon große Sorgen.

00:00:23: Ich bin nicht alleine, weder in der Erfahrung, die ich gemacht habe, und auch nicht in der Art, wie ich vielleicht bin oder wen ich liebe oder meiner Identität.

00:00:32: Und ich glaube, das ist eben auch ein zentrales Element und ein empauendes Element, gerade von queeren Jugendzentren, das zu vermitteln oder Sohnraum zu öffnen, eben dieses, hey, du bist so richtig, wie du bist, und du bist hier so, wie du bist, willkommen.

00:01:03: Berlin steht für Offenheit und Vielfalt und bietet ein Zuhause für unterschiedlichste Lebensentwürfe und Familienform.

00:01:09: Doch in einem politischen Klima, das zunehmend von Polarisierungen, Unsicherheiten und lautstarken Anfeindungen geprägt ist, Geraten eben auch junge Menschen immer stärker unter Druck.

00:01:19: Und queerfeindliche Angriffe und Anfeindungen sind längst keine Einzelfälle mehr.

00:01:24: Aber auch zum Alltag von Mädchen und jungen Frauen gehören leider immer noch sexistische Sprüche und Anfeindungen.

00:01:30: Doch es gibt Möglichkeiten etwas dagegen zu tun und sichere Räume zu schaffen.

00:01:34: Deswegen schaue ich mir in dieser Folge von Kits und Kits genauer an, welche Rolle dabei die Jugendarbeit übernimmt und habe zwei Stationen im Bezirk Tempelhof Schöneberg besucht, die sich wirklich mit vollem Elan für ein offenes und buntes Berlin einsetzen.

00:01:47: Mein Name ist Jola Jordans und ich nehme euch mit ins Café Pink in der Goldstraße eine der ältesten Mädchen ein Richtung Berlins und ein Ort um zu lernen, was es bedeutet zusammenzuhalten und sich stark zu machen gegen antifeministische Strömungen.

00:02:00: Außerdem geht es dann zum Jugendzentrum Queer Base, wo Jugendliche lernen, sich so zu akzeptieren, wie sie sind.

00:02:07: Wer gerne mal in Schöneberg spazieren geht, kennt wahrscheinlich den schönen Akkazienkiez.

00:02:12: Hier bin ich öfter mal unterwegs und in der Goldstraße steht das buntgestaltete Haus vom Café Pink.

00:02:18: Seit thirty-fünf Jahren gibt es hier einen Ort für kulturellen Austausch und Empowerment mit dem Fokus auf feministische Mädchenarbeit.

00:02:25: Hier kommen dann Themen auf den Tisch wie Freundschaft, Beziehungen, Verliebtsein, Grenzensätzen oder Familienkonflikte.

00:02:33: Eine Regel, die gibt es dabei aber, Jungs, die müssen draußen bleiben.

00:02:37: Der Träger der Einrichtung ist das Pestalozzi Fröbelhaus.

00:02:41: Als ich reinkomme, werde ich freundlich empfangen.

00:02:43: Ein Kuchen steht auf dem Tisch, Kollegin Camilla hat Geburtstag.

00:02:46: Als erstes gibt es für mich eine kleine Tour.

00:02:49: Zwei Stockwerke mit Musikraum, Computerzimmer, kleiner Bibliothek, Sportraum und was natürlich nicht fehlen darf.

00:02:56: Der Boxsack auf den Toiletten hängen spannende Infos zu Themen wie der Periode.

00:03:01: Was man früher so im Schulunterricht gelernt hat, ist nichts dagegen.

00:03:04: Für die Mädchen gibt's hier wirklich alles, von Nagelack bis Bohrmaschine.

00:03:09: Nach meiner Tour will ich aber mehr wissen und frage nach bei der Leitung Ulrike Dietrich, den Mitarbeiterinnen Camila und Elisa und bei den Mädchen.

00:03:18: Ich darf hier heute zu Besuch sein und ich darf mit Ulrike sprechen.

00:03:21: Sie ist hier die Leiterin.

00:03:22: Schon seit einigen Jahren habe ich gerade erfahren.

00:03:25: Erst mal schön, dass wir sprechen können.

00:03:26: Danke.

00:03:27: Herzlich willkommen im Café Pink.

00:03:28: Schön, dass du hier bist.

00:03:29: Wer kommt denn hier so vorbei?

00:03:31: Hier kommen vorwiegend Mädchen und junge Frauen aus dem Kiez, die in der Nähe wohnen, vorbei.

00:03:36: Wir haben vom Montag bis Donnerstag, vierzehn bis neunzehn Uhr geöffnet für Mädchen in allen Altersgruppen.

00:03:42: Freitag haben wir von sechszehn bis neunzehn Uhr geöffnet und haben verschiedene Workshop-Formate, zum Beispiel jetzt das Thema Podcast.

00:03:48: Deswegen freuen wir uns auch, dass du hier bist.

00:03:50: Und Montag gibt es so eine Medienzeit, Dienstag ist Theaterworkshop, daraus kochen wir alle zusammen.

00:03:56: Donnerstags gibt es einen Kreativangebot.

00:03:58: Mädchen können hier immer ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern und wir versuchen das dann umzusetzen.

00:04:04: Wir haben uns jetzt eben auch schon drüber unterhalten.

00:04:05: Es ist ja schon explizit ein Raum für junge Frauen und für Mädchen.

00:04:09: Warum meint ihr denn auch, ihr arbeitet ja jeden Tag hier mit den Mädchen und den jungen Frauen?

00:04:13: Ist es auch so wichtig, dass es eben genau solche Räume auch gibt?

00:04:16: Ja, es ist ganz wichtig in unserer Gesellschaft solche Safe Spaces für Mädchen und junge Frauen zu haben, weil leider Mädchen und junge Frauen im Alltag auch viel Grenzüberschreitungen erleben in der Schule, zu Hause.

00:04:28: im alltäglichen Draußen sein und hier so einen Ort haben, wo wir auch viel über solche Themen sprechen, wie es ihnen damit geht und hier sehr viel Wertschätzung und Solidarität untereinander erfahren und auch von uns Pädagoginnen und wird es ganz wichtig finden, weil wir leben immer noch in einem Patriarchat und wir haben bestimmte gesellschaftliche ... Zuschreibungen auch, in denen wir uns bewegen.

00:04:51: Wir machen hier sehr viel Empowerment-Arbeit und es ist einfach sehr, sehr wichtig, dass es solche Räume gibt.

00:04:56: Ich habe jetzt hier gerade schon bei der Führung so kleine Details entdeckt, mir so kleine Empowerment sprüchen.

00:05:01: Was sind das denn auch für Messages, die hier vermitteln wollen?

00:05:06: Wir wollen auf jeden Fall Mädchen empfauen in ihre Selbstbild, dass sie auch nein sagen können.

00:05:12: Wir versuchen immer mal wieder ein Vendorwork-Trip, das ist so Selbstverteidigungskurs für Mädchen, damit sie wirklich diese körperliche Erfahrung machen, wie kann ich nein sagen?

00:05:22: Weil es ist auch eine sehr schwierige Sache oder Aufgabe.

00:05:25: Ja, und dass wir auch so wirklich einen Raum für Mädchen und junge Frauen schaffen, weil in den meisten Räume die gemücht sind.

00:05:32: Zum Beispiel in Jugendclubs.

00:05:33: Und neunzig Prozent der Besucher sind Männer oder junge Männer.

00:05:36: Und Mädchen gehen da nicht hin, weil sie sich nicht selbst genug fühlen.

00:05:40: Deswegen ist es sehr wichtig, dass es solche Räume gibt.

00:05:43: Die Kollegin, die das Kaffee Pink gegründet hat vor thirty-fünf Jahren, heißt Elisabeth Wagner.

00:05:48: Und sie hat vorher in einer gemischt geschlechtlichen Einrichtung gearbeitet.

00:05:51: Und sie hat genau diese Erfahrung gemacht, dass sie dachte, so was meine Kollegin Camilla gerade gesagt hat, zu neunzig Prozent sind die Jungs.

00:05:57: Wo sind eigentlich die Mädchen?

00:05:58: Wieso kommen die nicht hin?

00:06:00: Sie ist hier im Sozialraum im Kiez losgegangen und hat wirklich auch Mädchen angesprochen und hat gesagt, hier, ich bin Sozialpädagogin und habe überlegt, mal eine Mädchengruppe aufzumachen, hättest du nicht Lust, da hinzukommen.

00:06:11: Also es hat wirklich so ganz, ganz, ganz klein angefangen.

00:06:14: Einmal die Woche haben sie sich getroffen und die Mädchen haben diese andere Atmosphäre so positiv wahrgenommen, dass sie gesagt haben, ah, wieso nur einmal die Woche und wieso können wir nicht öfters herkommen.

00:06:23: Es hat so zwei Jahre gedauert, bis diese ND entstanden ist, selber einen Kaffee zu gründen, wo ihr um Mädchen und junge Frauen nur hinkommen und wo keine Jungs, keine Männer reinkönnen.

00:06:33: Und das finde ich so besonders wertvoll, dass das so aus dem Bedarf entstanden ist.

00:06:37: Ja, es sind ja bestimmt auch Themen, die hier angesprochen werden, die sonst im Alltag vielleicht auch mal zu kurz kommen.

00:06:42: Also, ob es zu Hause ist, dass man nicht drüber sprechen kann oder sprechen will.

00:06:45: In der Schule geht es auch ganz viel um Unterricht.

00:06:47: Und viele Themen kommen da ja auch zu kurz.

00:06:49: Und ich denke, das ist wahrscheinlich auch nur wichtige Aufgabe bei euch, hier solche Themen dann aufzugreifen,

00:06:54: oder?

00:06:55: Also hier, es gibt, wir reden sehr viel über Diskriminierung, über Alltagsexismus oder Sexismus generell.

00:07:04: Und es gibt auch viele Mädchen, die manchmal Rassismus erleben haben und können hier auch frei darüber reden und auch sich beraten lassen.

00:07:14: Es geht auch sehr viel um Social Media, wie wir damit umgehen.

00:07:19: Also online Gewalt und sexuelle Gewalt.

00:07:22: Und auch über das Korpabil auch.

00:07:25: Sie ist erst der Tag mit Social Media.

00:07:27: Und hier ist auch ein Raum, wo die Menschen frei darüber reden können.

00:07:31: Ja, das ist einfach wieder auch mehr so eine Atmosphäre, von Miteinander entsteht und nicht auch so dieses ganze, dieser Hass, der halt auch so im Internet verbreitet ist.

00:07:40: Das überträgt sich ja auch auf eine Gesellschaft, dass man angespannter ist und so ein bisschen mehr ängstlich ist und denkt, oh, wenn ich mich jetzt so hinzuverhalte und wie ist das dann, ja, das erleben wir hier immer wieder, dass manche Sachen, fängt es ganz klein an und wird immer größer.

00:07:53: und ich finde, Das ist auch die Geschichte von unserer Einrichtung.

00:07:57: Das ist einfach so ein Gedanke von eigentlich einer Person gewesen ist.

00:08:02: Eine Frau, die gesagt hat, hey, warum kommen hier keine Mädchen rein?

00:08:04: Und sie hat dieses Projekt, diese Einrichtung gegründet.

00:08:07: Und es ist immer größer geworden.

00:08:09: Und am Anfang war es nur einen Raum mit einem kleinen Büro, einen Aufenthaltsraum.

00:08:14: Dann wurden hier diese Räumlichkeiten frei.

00:08:16: Und jetzt können wir hier so viel mehr gestalten und so viel mehr machen.

00:08:19: Und das wäre einfach schöner, wenn diese Art des Miteinanders.

00:08:23: wenn das mehr auch in die Gesellschaft rausgetragen wird.

00:08:25: Es

00:08:26: wird ja jetzt gerade enorm viel gekürzt.

00:08:27: Der Berliner Senat hat wirklich an ganz vielen Ecken Einsparungen getroffen.

00:08:31: Wie ist es bei euch oder auch was wünscht ihr euch aktuell von der Politik?

00:08:35: Also wir haben dieses Jahr sehr viele Aktionen hier gemacht, auch mit den Mädchen zusammen.

00:08:41: Wir waren bestimmt auf drei oder vier Demos gewesen, wo es um diese Haushaltskürzungen gegangen ist, was auch sehr zeitaufwendig war.

00:08:48: Aber wir haben gedacht, das müssen wir machen.

00:08:50: Das ist einfach mega wichtig, weil wir natürlich sehr protestiert haben gegen diese Haushaltseinsparung.

00:08:55: Wir finden die total irrsinnig, weil wir denken einfach, ihr seid die nächste Generation, die heranwächst und ihr müsst noch viel mehr unterstützt werden und präventive Arbeit für Kinder und Jugendliche, geschlechtsspezifische Arbeit muss noch viel mehr ausgebaut werden.

00:09:09: Das ist die nächste Generation und gerade unter dieser Corona-Zeit sind da schon so viele gesellschaftliche Zwänge gewesen.

00:09:17: Projekte konnten nicht stattfinden, die Schulen waren geschlossen.

00:09:20: Das wissen wir alles, aber es hat auch mit der Generation was gemacht.

00:09:23: Also es gibt jetzt eine Studie, die einfach auch sagt, dass zwanzig Prozent der Jugendlichen wirklich psychische Schwierigkeiten und Probleme haben, gerade auch aufgrund dieser ganzen Einschränkungen und dieser Verbote, dass man sich nicht begegnen durfte und manche haben damit heute immer noch Schwierigkeiten.

00:09:40: und dann sollten einfach gerade hinter Jugendlichen, Mädchen, junge Frauen, queere Menschen einfach mehr Support erfahren, weil ja, wir erleben einfach eine große... von Rechtsextremenströmungen.

00:09:54: Es gibt sehr viele antifeministische Bewegungen, die sich zusammenschließen, die gerade in Social Media sehr viel Druck ausüben und vieles kaputt machen von dem, was Frauen auch geschaffen haben, wofür sie gekämpft haben und das mit Füßen treten und das wieder zerstören wollen.

00:10:10: Und das ist schrecklich und das macht uns schon große Sorgen.

00:10:13: Ja,

00:10:13: wir haben jetzt schon ganz viele wichtige Punkte besprochen, aber ich würde sagen, wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt auch einfach gerne mal zu Wort kommen.

00:10:20: Ich

00:10:21: wollte noch mal sagen, dass, ehrlich gesagt, habe ich so einen Kaffee, also wo nur Mädchen sind, noch nie gesehen und auch noch nie davon gehört.

00:10:30: Und ich war echt überrascht, als meine Mutter mich davon informiert hat.

00:10:34: Und darum habe ich auch meine Freunde eingeladen, hierherzukommen.

00:10:38: Ich finde es einfach eine Superorganisation.

00:10:40: Ich würde auch gerne, dass das Kaffeeping sich auch vergrößert und dass es so einen Kaffee pro Kiet gibt.

00:10:47: Und meine Freundin, also eine, die auch hierher kommt, mit ihr, also ich hab gehört, sie hat halt ein paar Probleme zu Hause.

00:10:56: Und sie fühlt sich im Kaffee-Pink echt wohl.

00:10:58: Und ich find's einfach toll, dass man halt so einen Ort hat, wo man sich einfach wohlfühlen kann.

00:11:06: Und auch wenn man sich auch von einem Stress zu Hause hat und mit Leuten, die einem unterstützen.

00:11:11: Und ich will sagen, was heutzutage öfter vorkommt als früher, sind Social-Media-Probleme.

00:11:19: Ich will jetzt keinen Beispiel nennen, aber es gibt einfach Sachen, wo man einfach sagt, wie konnte überhaupt so was passieren.

00:11:27: Und ich finde es sehr gut, dass wir jetzt auf einen höheren Level sind, dass die Frauen sich jetzt ... einfach freier fühlen als davor.

00:11:37: Und ich will auch, dass es so weitergeht.

00:11:38: Ich will, dass es in der Zukunft einfach gar nicht mehr, dass es einfach keinen Unterschied gibt zwischen Mann und Frau.

00:11:45: Dass ein Mann so behandelt wird wie eine Frau und halt, dass es keinen Differenzen gibt, weil ich glaube, heutzutage sind wir noch nicht perfekt.

00:11:54: Und ich will halt, dass es zu einem Punkt kommt, wo sich jedes Mädchen so frei fühlen kann.

00:12:00: wie ein Junge vor allem abends, weil abends passiert es halt oft, dass Mädchen sich unwohl fühlen.

00:12:05: Und darum hat man auch oft Stress zu Hause, dass man zu spät nach Hause gekommen ist und so.

00:12:12: Aber bei Jungs... kommt es nie.

00:12:14: Und ich will auch irgendwann, was ich lustig finden würde, ist, dass irgendwann mal Mädchen Jungs hinterherpfeifen.

00:12:24: Weil es tut mir leid, aber es nur Jungs machen das.

00:12:28: Und auch wenn ich das nicht machen

00:12:30: würde.

00:12:31: Aber

00:12:31: ehrlich gesagt ... Ich weiß nicht, beim Hinterherpfeifen fühlt man sich halt mega unwohl.

00:12:37: Vor allem, wenn es ältere Menschen sind.

00:12:39: Wenn er einfach das Gefühl, nein, ich muss hier weg, ich fühle mich unwohl.

00:12:42: Und meine Familie ist auch sehr feministisch und so.

00:12:46: Darum würde ich mich auch feministische Sachen einsetzen.

00:12:50: Ganz viele wichtige Punkte angesprochen.

00:12:53: Ihr habt ja wirklich auch sehr viele Räume mit einem tollen Angebot.

00:12:56: Der Boxsack, der gefällt mir auch gut.

00:12:58: Das mit dem Boxsack.

00:13:00: Also, ich find das sehr praktisch.

00:13:02: Weil mit meinen Freunden, wenn wir so, ich weiß nicht, sauer auf jemanden sind oder so, ist es einfach, man schlägt ihn einfach, man kann einfach seine ganze Wut rauslassen.

00:13:11: Und ich finde einfach, dass dieser Organisation ein echtes Erfolg ist.

00:13:17: Ja, du hast mich ja auch eben hier schon rumgeführt.

00:13:19: Was gefällt dir so besonders am Kaffee-Pink?

00:13:22: Der Tärte kochen und kreativ AG.

00:13:28: mag ich sehr gerne.

00:13:30: Und ich baste Lauchapp zu auch ein bisschen.

00:13:33: Aber ja, und dann hat Kaffee Pink auch eine Workshop gemacht.

00:13:39: Und das ist sehr klasse.

00:13:42: Ihr habt ja auch schon erzählt, ihr wollt selber ein Podcast machen.

00:13:44: Was sind denn zum Beispiel auch Themen, die ihr findet, die eigentlich wichtig sind, die mehr besprochen werden müssen?

00:13:50: Also einmal wollten wir über das Thema Social Media reden.

00:13:53: und auch das Körperbild und Mobbing und was da alles für gefahren sind.

00:13:58: Und dann einmal über das Kaffee-Pink und das Kaffee-Pink vorstellen und was es hier für Aktivitäten gibt.

00:14:05: Und als drittes das Thema Schule.

00:14:08: War ein Thema, was dir so besonders am Herzen lagst, wo du sagst, das ist mir besonders wichtig.

00:14:13: Also ich freue mich sehr auf das Thema Schule.

00:14:15: Nicht die Schule selbst, aber das Thema zu besprechen.

00:14:18: Weil man ... dort, also im Gegensatz zum Kaffee Pink wird man da bewertet und deswegen komme ich auch sehr gerne hierher, weil man hier einfach sein kann, wie man ist und nicht bewertet wird.

00:14:28: Und in der Schule ist das Schulsystem könnte mal ein bisschen erneuert werden oder modernisiert werden.

00:14:35: Tauscht ihr euch hier auch darüber aus, also so was für Themen, ja, über was du dir Gedanken machst?

00:14:40: Ja, genau, in Workshops zum Beispiel, dieses Vendo, das ist selbst behauptungskurs.

00:14:45: Und da lernt man auch, sich zu verteidigen oder seine Grenzen auszusprechen.

00:14:50: Und wenn man Probleme zu Hause oder in der Schule oder irgendwo anders hat, dann kann man auch mit jedem, mit denen ... Kinder oder Jugendlichen und den Sozialpädagogen auch drüber sprechen und muss das nicht in sich rein pressen.

00:15:06: Das ist ja so, wenn wir hier in dieser schönen Runde sitzen und miteinander sprechen.

00:15:11: Das fallen uns ja immer mehr Themen ein, wahrscheinlich je länger wir hier sitzen, dass du mehr fällt uns ein.

00:15:15: Warum ich hier so gerne arbeite ist, dass es so eine schöne Mischung ist auch aus Freizeit.

00:15:21: Angeboten aus bildungspolitischer Arbeit, dass wir kulturelle Angebote machen.

00:15:26: Wir machen sportliche Aktionen, wir machen in den Ferien Ausflüge.

00:15:30: Wir haben dieses Jahr als erste Mal eine Kaffeepinkreise gemacht.

00:15:33: Da sind wir vier Tage an die Ostsee gefahren.

00:15:35: Da gab es so extra Mittel vom Jugendamt, die da Gelder zur Verfügung gestellt haben, weil wir es aus unserem Budget hätten gar nicht bezahlen können.

00:15:43: Ich finde das so schön, dass das hier so ein breites Spektrum an Möglichkeiten bietet, dass wir schon so eine Wochenstruktur haben und das aber immer wieder was Neues dazukommen kann.

00:15:54: und wir arbeiten hier sehr partizipativ, was uns sehr wichtig ist, was auch unserem Träger sehr wichtig ist.

00:16:00: und ich wollte nochmal auch das Thema Queerness ansprechen, weil wir sind ein Mädchen-Sternchen-Projekt, auch junge Frauen-Sternchen-Projekt und wir haben uns dafür entschieden, ganz bewusst das Thema hier aufzugreifen, weil wir darauf aufmerksam machen wollen, dass es mehr geschlechtliche Vielfalt und Identitäten gibt und nicht nur Mann und Frau und dass wir hier auch im Café Pink sehr viel Aufklärungsarbeit machen zum Thema queere Lebensweisen.

00:16:25: Damit den Mädchen viel gesprochen haben, wir haben schon Workshops drüber gemacht, was uns auch sehr wichtig ist, weil wir leben in einer sehr diversen und vielfältigen Welt, wir leben in Berlin, wir wollen auch, dass das erhalten bleibt und das ist uns einfach wichtig, auch das Thema anzusprechen.

00:16:40: Und da gibt's ja auch zu wenig

00:16:41: Orte.

00:16:41: Da gibt's immer noch zu wenig Orte.

00:16:43: Und gerade queere Projekte sind von den Haushaltskürzungen sehr stark betroffen.

00:16:48: Was wir auch finden, dass gesellschaftspolitisch ein sehr falsches Zeichen ist.

00:16:52: Und ich so denk so, dass gerade einfach queere Menschen nur so einen kurzen Zeitraum hatten, wo sie sich überhaupt entfalten konnten und jetzt schon wieder so Einschränkungen kommen.

00:17:00: Das halten wir für sehr bedenklich.

00:17:03: Als letztes noch mal auch zum Thema Antifeminismus.

00:17:06: Also wir hatten jetzt gerade, gab's ein Fachtag am Mittwoch zum ... Thema Demokratiebildung.

00:17:11: Und zwei Kollegen haben da einen Vortrag gehalten zum Thema Antifeminismus und Radikalisierung.

00:17:16: Und das ist uns auch sehr wichtig, über diese Themen zu sprechen, weil wir da einfach so eine negative gesellschaftliche Entwicklung sehen, dass einfach Frauenrechte wieder angegriffen werden, dass auch gerade in Social Media so viel Gewalt gegen Mädchen und Frauen verbreitet wird.

00:17:30: Und das ist so ungefiltert.

00:17:32: Und ich frage mich auch manchmal so, die Menschen, die das machen, sind meistens Männer, die sehr gewalttätig auch in der Sprache.

00:17:39: sind und in Injektionen sind und irgendwelche total verqueren Vorstellungen haben, wie eine Frau in einer Partnerschaft zu funktionieren hat, wo ich so denke, das ist super gefährlich, weil was ja auch Mädchen vorhin angesprochen haben, einfach dieses unangenehme Gefühl draußen, ein Kiez unterwegs zu sein, es wird dann mir hinterher gepfiffen, dann ist es dunkel, man fühlt sich irgendwie unwohl.

00:18:00: Dieses Erleben haben Jungs und Männer meistens nicht, weil sie sich so sicher fühlen.

00:18:05: Und ich denke, da ist einfach gesellschaftlich viel worüber wir offen und ehrlich miteinander sprechen müssen, uns damit auseinandersetzen müssen.

00:18:12: Und was ich ganz gefährlich finde, ist, dass auch Projekt- und Einrichtungen, die gerade Angebote für Mädchen und Frauen machen, die Gewalt erfahren, dass die gerade ganz stark gekürzt sind.

00:18:23: Und das ist ein Undink.

00:18:24: Das kann nicht sein.

00:18:25: Und ich finde, das ist gerade Aufgabe der Politik, zu handeln.

00:18:28: Und wenn wir nach Spanien gucken, die haben jetzt eine elektronische Fußfessel für Täter, die übergriffig sind, ihren Partnern, Ex-Partnerinnen gegenüber und das System.

00:18:37: funktioniert.

00:18:38: Die Zahl der Femizide ist drastisch zurückgegangen, wo ich so denke, es gibt Handlungsspielraum, der überhaupt nicht genutzt wird, wo ich so denke, es ist unserer Gesellschaft, dass egal, dass es uns damit schlecht geht, sehen Sie kein Handlungsspielraum.

00:18:50: Und es ist nicht der fremde Mann, der um die Ecke irgendwie hinter dem Busch lauert, der die Gewalt ausübt, sondern es ist häusliche Gewalt.

00:18:57: Es ist der Mann, der Partner, der Ex-Partner, der Bruder, der Onkel, der Vater.

00:19:03: Es sind oft Menschen, die in einem ganz engen Kontakt zu stehen zu den Betroffenen und es ist ein ganz großes gesellschaftliches Problem und da wird einfach viel zu wenig gemacht und ich finde es sehr gefährlich, dass da gerade Gelder gekürzt werden.

00:19:17: Also auch einiges an Handlungsbedarf noch da, um sichere Räume zu schaffen, ja.

00:19:21: Genau.

00:19:22: Und ich wollte mich oder von uns allen bedanken, dass du hier bist, weil ich finde, das ist total cool, dass euch oder du diese Aufgaben nehmen, solche Projekte sichtbar zu machen, weil wir machen ganz viele Arbeit, aber manchmal habe ich das Gefühl dadurch, dass wir nicht eine große Sichtbarkeit haben oder sagen wir so auch so Jugendarbeit nicht so eine große Lobby hat.

00:19:42: Auch unsere Bedürfnisse und Interessen als Sektor oder wie sagt man so Arbeitsbereich auch so ein bisschen verloren geht.

00:19:48: Und das ist so wichtig, weil hier die Zukunft sitzt in diesem Bereich.

00:19:53: Ja, danke euch, dass ihr hier so wichtige Arbeit macht.

00:19:59: Abseits vom Mikro erzählt mir ein Mädchen aus der Gruppe dann noch, wie viel Selbstbewusstsein sie durch das Café Pink bekommen hat, das sie gelernt hat, ihre Grenzen zu setzen.

00:20:07: Und alles, was sie dort eben lernt, kann sie auch sehr gut mit nach draußen nehmen.

00:20:11: Der Besuch im Café Pink, muss ich sagen, war für mich selbst direkt ein bisschen empauernd.

00:20:15: Was aber bei mir hängen geblieben ist, wir können zwar nicht von heute auf morgen verändern, dass Frauen und Mädchen noch auf vielen Ebenen benachteiligt sind, aber wir können uns zusammen tun, unterstützen und Orte schaffen, an denen sie sich sicher fühlen und ihre Sorgen loswerden.

00:20:35: Vom Café Pink, wo Mädchen lernen, sich zu behaupten, geht es weiter zu einem anderen wichtigen Schutzraum.

00:20:41: Queerbase.

00:20:42: Hier finden queere Jugendliche die Unterstützung, die sie brauchen, um ihre Identität auszuprobieren.

00:20:47: Denn auch wenn Schöneberg schon in den neunzehntzwanziger Jahren ein Zufluchtsort für das bunte Nachtleben und die queere Community war, ist Diskriminierung, Unsicherheit oder familiäre Ablehnung für queere Jugendliche oft noch Alltag.

00:20:59: Deshalb sind solche Orte wie Queerbase so wichtig.

00:21:02: Hier können Jugendliche sich austauschen und Fragen zu ihrer eigenen Identität oder Sexualität stellen.

00:21:08: Ich habe dort auch mit zwei Jugendlichen gesprochen.

00:21:10: Ihre Stimmen sind aber verfremdet, da sie in ihrem Umfeld noch nicht geoutet sind.

00:21:15: Für sie ist der Schulalltag auch oft nicht unbedingt leicht und oft begleitet von Homophoben-Sprüchen.

00:21:20: Und auch zu Hause können sie dann nicht immer über ihre Themen offen sprechen.

00:21:24: Ich

00:21:24: finde auch Gas, also die müssen es gerne nicht melden, aber ich finde halt einfach, dass man es akzeptieren

00:21:31: kann,

00:21:32: dass Leute halt nun mal anders sind als andere, weil wir alle unterschiedlich Menschen

00:21:36: sind.

00:21:37: Ich hab noch nichts gesagt.

00:21:38: Also, ich könnte es sagen und die würden's auch akzeptieren, aber keine Ahnung.

00:21:43: Ich hab's dann noch nicht gesagt.

00:21:44: Meine Familie weiß es, aber Mensch, was sagt ihr?

00:21:47: Wie wichtig, genau deshalb Anlaufstellen wie Queerbase sind, hat mir dann auch Leiter Julian Schnor erzählt.

00:21:53: Ja, du hast mich jetzt hier auch gerade schon rumgeführt durch die Räume.

00:21:55: Mir auch schon so ein bisschen erzählt, was ihr alles für Sachen hier anbietet.

00:21:59: Aber kannst du noch einmal für mich zusammenfassen oder auch für alle, die Queerbase noch so gar nicht kennen?

00:22:03: Was bietet ihr denn alles an für Jugendliche?

00:22:05: In erster Linie haben wir zwei Tage die Woche hier auf einen Treff.

00:22:09: Das ist im Moment der Donnerstag und der Freitag.

00:22:12: Jeweils von sechszehn bis neunzehn Uhr beziehungsweise Freitag von fünfzehn und dreißig bis neunzehn Uhr.

00:22:17: Und Freitag haben wir zusätzlich noch von siebzehn bis neunzehn Uhr die U-Achzehn-Flint-Tag-Gruppe.

00:22:22: Und eine unserer wichtigsten Aufgaben ist halt eine Anlaufstelle für Quere und Questioning Jugendliche zu sein im Bezirk und dann aber auch darüber hinaus mobile Angebote im ganzen Bezirk anzubieten.

00:22:36: Und das machen wir momentan einmal im Monat im House of Fun, wo wir ein Quirkaffee immer am ersten Sonntag des Monats haben.

00:22:43: Über den offenen Treff hinaus versuchen wir einfach noch an verschiedenen Punkten mobile Angebote zu machen, so mit einzelnen Workshops oder... mit verschiedenen Zusammenarbeiten.

00:22:53: Zum Beispiel waren wir mit der Linie vielneinzig auf dem CSD.

00:22:56: Also mobile Projekte heißt auch, dass man rausgeht, dass man unterwegs irgendwas macht.

00:23:01: Also wir arbeiten auch mit den anderen Quirrenjugendzentren zusammen oder auch mit anderen Jugendzentren aus dem Bezirk.

00:23:08: Zusammenarbeit machen oder eben mal an so Orte gehen wie House of Fun, wo wir dann sagen, hey, was können wir zusammen machen?

00:23:15: Lass uns doch mal gucken.

00:23:16: Und dann bieten wir dann einen Workshop an, zum Beispiel.

00:23:19: Was für Themen kommen denn hier auch bei Queerbase an dich heran?

00:23:22: Oder mit welchen Anliegen kommen auch Jugendliche hin?

00:23:25: Was suchen Sie bei Queerbase?

00:23:27: Das ist total unterschiedlich.

00:23:29: Also ich glaube, in erster Linie ist es ein Ort, wo nach Gemeinschaft gesucht wird oder wo geschaut wird, hey, dass Leute hierher kommen.

00:23:38: zu schauen, gibt es noch andere Menschen, gibt es noch andere Jugendliche oder Menschen in meinem Alter.

00:23:43: dass sie quasi eben merken, dass sie nicht alleine sind.

00:23:46: Aber es geht auch manchmal einfach nur darum, einen Raum zu haben, wo man chillen kann und abhängen kann, ohne dass ein, sag ich mal, so eine heteronärfige Außenwelt hinterfragt.

00:23:58: Also, dass man irgendwo einen Ort, und das versuchen wir auch, einen Ort zu schaffen, wo Menschen und Jugendliche und Kinder herkommen können und so sein können, wie sie sind.

00:24:06: Und es gibt hier auch keinen Türcheck.

00:24:08: Wir stehen jetzt nicht hier und sagen, hey, bist du queer oder bist du nicht queer?

00:24:12: Aber klar, unsere Aufgabe ist, den Raum zu halten, einen Safer Space zu halten, in erster Linie für ihre Jugendliche aus dem Bezirk.

00:24:20: Und die Themen, die sie haben, sind halt über Freundschaft, über Dating, über Einsamkeit, über ... Wir hatten auch schon was in so Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland.

00:24:30: Also, es ist total individuell, wir im Team versuchen dann halt, erst mal da zu sein und zuzuhören.

00:24:36: und in dem Fall, wo wir merken, okay ... Da braucht es jetzt eine tiefere Begleitung oder eine tiefere Beratung.

00:24:42: Wissen wir dann halt auch Stellen, wo wir dann sagen, hey, da kannst du dich jetzt hinwenden.

00:24:47: Und wir versuchen auch in unserer Zusammenarbeit auch Menschen einzuladen, die hier Workshops anbieten, die vielleicht noch mal so bestimmte Themen ansprechen, die die Jugendlichen auch interessieren oder so.

00:24:56: Wahrscheinlich

00:24:57: ist es auch einfach wichtig, dass man einen Ort hat, wo man mit Leuten zusammenkommt, mit denen man sich gut austauschen kann.

00:25:02: Ja,

00:25:02: auf jeden Fall.

00:25:03: Das merken wir gerade auch in der Ö-Achzen-Flinter-Gruppe.

00:25:06: Das ist auf jeden Fall ein Raum, wo ... die Menschen sich auch... Austauschen über gelebte und gemeinsame geteilte Erfahrungen.

00:25:14: Also so ähnliche Biografien, wo sie sich dann quasi treffen.

00:25:18: Und also wir kochen ja sehr viel zusammen oder es ist ein Angebot, was sehr gut angenommen wird, wo dann so Gespräche entstehen.

00:25:24: Und das meinte ich auch vorhin auch so ein bisschen, wo man dann merkt, okay, ich bin nicht alleine, weder in der Erfahrung, die ich gemacht habe und auch nicht in der Art, wie ich vielleicht bin oder wen ich liebe oder meiner Identität.

00:25:36: Und ich glaube, das ist eben auch ein zentrales Element.

00:25:39: und einen Empowerndes-Element, gerade von queeren Jugendzentren, das zu vermitteln oder Sohnraum zu öffnen, eben dieses, hey, du bist so richtig, wie du bist, und du bist hier so, wie du bist, willkommen.

00:25:50: Und das ist... so auch wirklich auch unser ernst gemeintes so anliegen.

00:25:55: Also ich merke es auch, wenn ich darüber spreche, das ist mir auch wichtig, dass wir das immer versuchen werden solche Räume zu öffnen und zu halten.

00:26:03: Dass das nicht immer ganz einfach ist, ist klar oder dass es da auch irgendwie zur Reibung kommt, aber das ist so unser... Ziel sag ich mal.

00:26:12: Ich hab so selber das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren schon einiges getan hat.

00:26:15: Also klar, in Berlin leben wir auch in einer sehr offenen Stadt, dass da beim Thema Queerness einfach eine größere Offenheit auch da ist, dass es Angebote gibt.

00:26:22: Auf der anderen Seite merkt man natürlich auch rechtsruck- oder queerfeindliche Angriffe.

00:26:26: Wie nehmt ihr das hier bei Queerbase?

00:26:29: Wie kriegt ihr das hier so mit in den letzten zwei Jahren eures Projekts?

00:26:34: Also wir kriegen es... auch mit, also einmal über die Erzählung von den Jugendlichen, also so Ängste, die sie mit uns teilen, also wenn es auch gerade jetzt so darum geht, den Weg zum CSD oder zurück, kann ich den alleine gehen, kann ich den auch in so wie ich mich dann.

00:26:50: Anzieh oder Ausdrücke hineingehen.

00:26:52: Wir haben es auch erlebt in diesem Jahr, also wir haben ja einen Banner draußen, wo Queerbase draufsteht, das vor dem diesen Jahr gleich viermal, also zweimal zerschnitten und zweimal mitgenommen.

00:27:03: Und da haben wir dann auch, sag ich mal, eine Aktion gestartet, wo wir so ein bisschen unsere Resilienz dagegen demonstriert haben, dass wir sagen, okay, wir nehmen das jetzt mal auf und wir bemalen dann unseren Fußweg.

00:27:15: Aber es ist dann schon, es gibt, also es ist eine.

00:27:20: Also für einige Menschen ist es wohl eine Provokation, dass dein Banner hängt mit Queer Base und mit Queeren Flacken und ich würde das jetzt nicht generalisieren, aber dadurch nehmen wir es auch wahr, dass es eine Gegenhaltung gibt oder eine Anfeindung.

00:27:35: Ich kann jetzt auch nicht sagen aus welcher.

00:27:37: Richtung das jetzt kommt, aber klar, das ist ja auch was, was gerade auch generell in Berlin auch durch die Presse geht, was auch an anderen Orten passiert, wo dann Schwule oder queere Projekte angegriffen werden.

00:27:48: Und deswegen finde ich es ja noch viel wichtiger, dass es auch über das Land und über die Stadt eine Finanzierung garantiert wird für queere Projekte, aber auch für Projekte, die generell auch Vielfalt und Minderheiten unterstützen, weil das ist so ein essentielles Thema für die Gesellschaft.

00:28:06: Weil daran lässt sich ja messen, wie demokratisch in der Gesellschaft ist.

00:28:09: Gibt's denn aber was, was du dir wünschen würdest noch von der Politik?

00:28:12: Oder hast du das Gefühl, dass der Bezirk hier oder auch Berlin euch da schon sehr entgegenkommt?

00:28:19: Der Bezirk-Templof ist auf jeden Fall sehr unterstützend und kommt uns sehr entgegen.

00:28:23: Und den ist es auch so, wie mir das immer oder uns das auch kommuniziert, wurde und wird, ist es auch, denen anliegen, uns als queres Jugendzentrum hier zu haben.

00:28:34: Darüber hinaus wünsche ich mir generell auch auf Landesebene und auch auf Bezirks-Ebenen eine Finanzierungsgarantie, die über ein Jahr hinaus läuft, weil wir hatten auch gerade heute wieder im Team so die Frage, okay, wie geht es jetzt weiter und wann erfahren wir, wie es weitergeht.

00:28:54: Es ist November und wir haben eine Zusage bis einund dreißigstens zwölften, fünfundzwanzig.

00:29:00: Ganz offiziell ist das Prozedere, dass wir erst am siebzehnten Dezember wirklich die feste Zusage haben.

00:29:06: und das finde ich einfach, es ist einfach sehr unsicher.

00:29:09: und um wirklich gut und entspannt planen zu können, finde ich, es braucht es auch da eine Zusicherung.

00:29:17: und das betrifft ja nicht nur unsatzquires Jugendprojekt, das betrifft ja auch die anderen Jugendprojekte.

00:29:22: und da wird, bekommt man dann gesagt, das ist aber war aber immer schon so und das geht.

00:29:27: nicht anders.

00:29:28: Da würde ich mir einfach das anders wünschen.

00:29:31: Ob nun das Café Pink oder Queerbase sind eben genau solche Orte, die junge Menschen stärken, Selbstbewusstsein geben und Räume öffnen, indem sie einfach sie selbst sein können.

00:29:40: In einer Zeit, in der Jugendliche oder junge Erwachsene wegen ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung angefeindet werden, muss Berlin einmal mehr zeigen, wie bunt, laut und vielfältig es ist.

00:29:57: freundlich unterstützt von der Medienanstalt Berlin Brandenburg.

00:30:01: Weitere Infos und Episoden auf fluxfm.de.

00:30:06: Danke euch fürs Zuhören von dieser Folge von Keats & Kids.

00:30:09: Wenn ihr mehr über die Projekte erfahren wollt, schaut mal auf unserer Webseite fluxfm.de vorbei oder schickt ihn einfach direkt ein paar Spenden, um ihre Jugendarbeit zu unterstützen.

00:30:18: Mein Name ist Jola Jordans.

00:30:20: Schön, dass ihr dabei wart.

00:30:22: Kritik und Feedback gerne an.

00:30:23: Feedback at fluxfm.de.

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