Kiez und Kids: Tempelhof - Schöneberg 1
Shownotes
Vom Suchen und Finden einer neuen Familie in Tempelhof-Schöneberg
In „Kiez und Kids“ - dem FluxFM-Familienpodcast tauchen wir in die Lebenswelten von Familien ein. Aber was bedeutet Familie eigentlich und wer legt fest, wer zu dieser gehört? Und vor allem: Welche Familienmodelle abseits klassischer Rollenbilder gibt es? Fragen, mit denen wir uns in dieser und den kommenden Episoden von „Kiez und Kids“ befassen.
Nachdem wir in Reinickendorf, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs waren, geht es in den kommenden Folgen von „Kiez und Kids“ nach Tempelhof-Schöneberg. In dieser Folge ist Redakteur und Moderator Ron Stoklas im drittbevölkerungsreichste Bezirk der Hauptstadt unterwegs.
Ron erweitert die Familienzusammensetzung dabei um eine Generation - die der Großeltern. Wie ist es für Familien, wenn Oma und Opa vielleicht nicht in Berlin wohnen oder leider bereits verstorben sind? Und wie ist es für ältere Menschen, die keine eigene Familie in Hauptstadt haben? Hier kommt die Nanni-Großelternpatenschaften ins Spiel. Das Projekt vom evangelischen Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg bringt Familien und potenzielle Patengroßeltern zusammen.
Mit Projekt-Koordinatorin Andrea Kluckow hat Ron unter anderem über die Idee hinter der Nanni-Großelternpatenschaften und die Suche nach Ehrenamtlichen gesprochen. Außerdem hat sich Ron mit Iris Zettier unterhalten. Die 71-Jährige ist als Nanni beim Projekt dabei und gibt im Gespräch Einblicke in ihr neu gewonnenes Familienleben und ihre Motivation sich bei der Nanni-Großelternpatenschaften zu engagieren.
Nanni-Großelternpatenschaft Evangelische Familienbildung des Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg
Transkript anzeigen
00:00:00: Das Erfolgserlebnis dieser Familie, diese Nanny, hat die Familie komplett adoptiert.
00:00:06: Mittlerweile ist es so, dass ich eigentlich Familie bin.
00:00:10: Die Kleine dienen mich und sag, meine Iris, meine Iris.
00:00:13: Und der Große, der kam neulich zu mir und sagt, ich hab dich lieb.
00:00:17: Also das ist ja wie, als wenn es eigene Enkel wären.
00:00:20: Also es ist wirklich
00:00:25: toll.
00:00:30: Der Flux FM Familien Podcast für Berlin.
00:00:34: Edition, Tempelhof Schöneberg.
00:00:38: Hallo, ich bin Ron Stocklast, Journalist und Moderator bei Flugs FM.
00:00:41: Heute bin ich euer Host für diese Ausgabe von KITZ und KITZ, unserem Flugs FM-Familien-Podcast.
00:00:47: Hier sprechen wir über die Herausforderungen und Chancen des Familienlebens in Berlin.
00:00:52: Im Lauf dieser ersten Staffel von KITZ und KITZ waren wir bisher in drei Berliner Bezirken unterwegs.
00:00:58: In Reinigendorf, in Mitte und zuletzt in Charlottenburg-Wilmersdorf.
00:01:02: In Richtung Staffelfinale blicken wir für vier Episoden auf Tempelhof Schöneberg.
00:01:07: Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind, blickt Kollegin Alina Weber auf den siebten Verwaltungsbezirk von Berlin.
00:01:15: Mit rund dreihundert
00:01:18: sechsundfünfzigtausend Einwohnerinnen ist es der drittbevölkerungsreichste Bezirk der Hauptstadt.
00:01:30: Mit einem Altersdurchschnitt von vierundvierzig Jahren ist Tempelhof Schöneberg etwas älter als der Schnitt.
00:01:35: Der Bezirk erstreckt sich von der innerstädtischen City West bis hin zu den grünen Siedlungen an der südlichen Stadtgrenze.
00:01:41: Ergliedert sich in sechs Ortsteile.
00:01:43: Friedenau, Lichtenrade,
00:01:45: Mariendorf,
00:01:45: Marienfelde sowie den namensgebenden Schöneberg und Tempelhof, wobei jeder seinen eigenen Charakter hat.
00:01:51: Während in den südlichen Bezirken Lichtenrade und Marienfelde zum Beispiel Kleinstadtgefühl und Natur überwiegen, pocht im nördlichen Schöneberg das kulturelle Herz mit Bars, Clubs, kleinen Theatern und einer vielfältigen queeren Szene.
00:02:04: Wer es ruhiger mag, wird auch fündig, sei es bei einem Spaziergang durch die diversen Parks, darunter das Tempelhofer Feld als Freizeitparadiesmitten in der Stadt oder bei einem Rundgang durch den Bezirk, zum Beispiel mit einem Stopp beim historischen Rathaus Schöneberg, wo John F. Kennedy eins sagte, Tempelhof Schöneberg ist Berlin im Miniatur-Format.
00:02:27: Geschichtsbewusst, vielfältig kreativ und immer ein Stück Heimatmitten in der Großstadt.
00:02:33: Zahlen und Funfacts.
00:02:36: Vielen Dank, Alina Weber, für diese Einordnung.
00:02:38: Was Tempelhof Schöneberg aber auch ist, ist ein Bezirk, der sehr familiär geprägt ist.
00:02:44: Und das liegt an den Menschen, die dort leben.
00:02:47: Laut dem Berliner Beirat für Familien leben rund neun Prozent aller Hauptstadthaushalte, in denen ein Kind lebt, im Bezirk.
00:02:54: Diese gelten statistisch gesehen als Familie.
00:02:57: Wenn ihr mich fragt, ist das eine knifflige Definition.
00:03:01: Lässt sich auf diese Weise wirklich festlegen, was eine Familie ist und wer dazu gehört?
00:03:12: Ganz ehrlich, hier müssen wir uns auch hinterfragen.
00:03:15: Schließlich wollen wir in Kiez und Kids dem Flux FM-Familien-Podcast über das Leben von Familien in Berlin sprechen.
00:03:22: Familien sind aber mehr als nur Kinder und ihre Eltern.
00:03:26: Deswegen blicken wir in den kommenden Episoden genau auf diese Fragestellung.
00:03:31: Was macht Familie aus und vor allem wer gehört zu einer Familie?
00:03:35: Meine Kolleginnen Jola Jordans und Marius Legowski werden in ihren kommenden Episoden zum Beispiel auf die Lebensrealität von Regenbogenfamilien und queeren Menschen in Tempelhof Schöneberg blicken.
00:03:47: Ich für meinen Teil erweitere die Familienkonstellation um eine Generation.
00:03:52: Neben Eltern und Kids gibt es auch noch Großeltern.
00:03:56: Aber was wenn diese vielleicht nicht in Berlin wohnen oder leider bereits verstorben sind?
00:04:01: Hier bin ich bei meiner Recherche auf ein spannendes Projekt gestoßen.
00:04:06: Organisiert vom evangelischen Kirchenkreis Tempelhof Schöneberg gibt es die Nanni Großeltern-Partenschaft.
00:04:12: Vergleichbar ist das vielleicht am ehesten mit der klassischen Rolle als Patentante oder Patenonkel.
00:04:18: Dort werden ältere Menschen als Großeltern-Paten mit Familien aus Berlin zusammengebracht.
00:04:24: Um mehr über die Nanny Großeltern-Patenschaft zu erfahren, habe ich mich mit Andrea Klucco getroffen.
00:04:30: Sie betreut das Projekt für den evangelischen Kirchenkreis Tempelhof Schöneberg.
00:04:34: Was hat's mit der Nanny Großeltern-Patenschaft auf sich?
00:04:37: Es gibt natürlich Familien, die hier keine eigenen Großeltern haben und die sich gerne wünschen, dass ihre Kinder auch in mehr Generationen Situationen aufwachsen.
00:04:50: Es gibt auch genug ältere Menschen, also Menschen in der zweiten Lebenshilfe, sag ich mal.
00:04:56: die einfach mit ihrer Zeit, die sie jetzt noch haben, etwas Sinnvolles und Schönes anfangen möchten und auch gerne noch mit Kindern arbeiten möchten oder zusammen sind.
00:05:07: Und ja, die Familien melden sich bei mir.
00:05:10: Die Großeltern melden sich bei mir.
00:05:13: Zurzeit sind circa dreißig Familien auf der Warteliste und mit den ehrenamtlichen Großelternparten.
00:05:22: Die versuche ich zu akquirieren, aber es ist nicht so einfach.
00:05:26: Bevor wir zu den Familien und den Großeltern kommen, die da zusammenkommen, seit wann gibt es das Projekt, und wie ist das Ganze entstanden?
00:05:35: Die Großelternpartnerschaften sind ... ... von Frau Dr.
00:05:41: Christiane Solff, das war die damalige Leitung der erfarmerischen Familienbildung, Tempe auf Schöneberg, ins Leben gerufen worden, das war wohl ihre Idee.
00:05:51: Und es gibt tatsächlich Paarbeschaften, die seit diesem Zeitpunkt auch bestehen.
00:05:57: Sie meinten, es gibt dreißig Familien auf einer Warteliste.
00:06:01: Aber wie viele Großeltern partenen, gibt's denn aktuell?
00:06:04: Zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka... ...zirka...
00:06:19: ...zirka... ...zirka.
00:06:19: Wie genau funktioniert das Ganze denn eigentlich?
00:06:21: Weil man hat vielleicht die Familien, die gerne so eine Großalternpartenschaft in ihrem Leben hätten.
00:06:28: Man hat vielleicht die Menschen in der zweiten Lebenshilfe, wie sie meinten, die Interesse haben.
00:06:32: Aber wie bringt man die da zusammen?
00:06:34: Wie funktioniert das Ganze?
00:06:35: Ja, sagen wir mal so, ich versuche, auf den Joren messen zu gehen.
00:06:38: Ich versuche, Kontakte zu knüpfen in die Gemeinden, dass ich Aushänge mache.
00:06:44: Und überall, wo ich bin, spreche ich dieses Thema an und versuche Werbung zu machen.
00:06:52: Und dann hier und da meldet sich dann jemand und dann versuchen wir, eine Familie zu finden, dass es alles so matcht.
00:07:00: Und wie genau wird gematcht?
00:07:02: Wie werden Patinnen und Familien zusammengebracht?
00:07:05: Wir haben einen Fragebogen ausgearbeitet für die Familien und ... für die potenziellen Parken.
00:07:15: Und dann versuche ich, wenn ich die ausgefüllt zurückbekomme, zu schauen, passt die Orten hier.
00:07:23: Was bei vielen sehr wichtig ist, passen die Hobbys.
00:07:27: Und wie sieht die ganze Umgebung aus?
00:07:31: So, und dann mache ich Hausbesuche, schaue mir die Wohnsituation der Familien und der Partner an.
00:07:38: und dann auch vielleicht auch selber ein eigenes Bild zu bekommen.
00:07:43: Und so versuche ich dann, muss ich gestehen, ein bisschen auch nach Auchgefühl, die Familien und die Paten zusammenzufinden.
00:07:51: Und dann treffen wir uns hier auf neutralem Boden in der Familienbildung, Städte, und dann wird sich unterhalten.
00:08:00: Und ich habe Besetze eigentlich noch nicht erhebt, dass von vornherein gesagt wurde, die will ich nicht.
00:08:05: Aber man versucht, Kontakte zu knüpfen.
00:08:08: Und meist sieht es so aus, dass die Familien und die Paten gleich die Telefonnummern austauschen und Termin machen, wenn sie sich dann mal zum Beispiel auf den Spielplatz treppen, damit das nicht gleich im häuslichen Umfeld passiert.
00:08:23: Sie meinen schon, die örtliche Nähe ist ganz wichtig.
00:08:25: Jetzt ist dieses Projekt hier im Bezirk Tempelhof Schöneberg angesiedelt.
00:08:30: Kommen dann auch alle Familien und alle Patinnen aus dem Bezirk?
00:08:34: Oder wie ist da die Verteilung in Berlin vielleicht auch angesiedelt?
00:08:39: Die Verteilung ist tatsächlich Tempelhof Schöneberg.
00:08:42: Erst mal wegen der Leid, weil die Paten natürlich auch nicht so weit fahren wollen und dass die Familien auch entsprechend schnell erweichbar sind.
00:08:51: Gleich mit dem Hintergrund Gedanken, bevor irgendeine Beziehung besteht.
00:08:57: Ich könnte sie auch dann mal von der Kita abholen.
00:09:00: Spontan, wenn den Eltern mal was dazwischen kommt.
00:09:04: Und das finde ich eigentlich eine schöne Idee.
00:09:07: Sie haben mir im Vorfeld bereits gesagt, dass es dieses Nani Großeltern-Partenschafts-Projekt wirklich nur hier im Bezirk gibt.
00:09:14: Das finde ich eigentlich sehr schade.
00:09:15: Man könnte doch meinen, sowas für ganz Berlin oder darüber hinaus wäre wunderbar.
00:09:20: Warum denn nicht die Expansion über die Tempelhof-Schönewerge-Grenzen hinaus bisher?
00:09:24: Oder gibt es da kein Interesse in anderen Bezirken?
00:09:27: Ich denke, es gibt schon Interesse.
00:09:29: Das ist ja auch eine finanzielle Geschichte.
00:09:34: Jetzt hier der Kirchenkreis Tempelhof Schöneberg und das Jugendamt teilen sich die Kosten.
00:09:42: Da müsste man natürlich auch in den anderen Bezirken beziehungsweise in der Politik noch weitere Schritte gehen.
00:09:50: Mit
00:09:50: Blick auf die Arbeit hier im Bezirk sind da Geschichten passiert, bei denen sie sagen, die haben sich eingeprägt.
00:09:56: Oder gibt es da Erfahrungen, die sie im Laufe ihrer Zeit jetzt gemacht haben dabei?
00:10:01: Ja, ich könnte so viel erzählen.
00:10:02: Immer wenn eine Patenschaft entsteht, bin ich diejenige, die eigentlich immer wieder nachfragen muss.
00:10:09: Weil aus Klapp doch alles ist doch perfekt und wir sind glücklich und zufrieden.
00:10:14: Zum Beispiel eine ganz, ganz liebe Nani, die jetzt auch schon seit zehn Jahren mit ihrer Familie verbandelt ist.
00:10:22: Mit fünf Kindern und die kommen aus dem Libanon.
00:10:27: Und sie hat ... bei mir noch einen anderen Kurs beliegt und hat nie darüber gesprochen, nur immer von ihren Kindern und von ihren Enkelkindern.
00:10:37: Und dann, als ich dieses Projekt übernommen habe, habe ich festgestellt, aha, das ist ja auch eine Nanny.
00:10:43: Das Erfolgserlebnis dieser Familie, diese Nanny hat die Familie komplett adoptiert.
00:10:50: Richtig vor Notab und Gesetz.
00:10:54: Und das ist eigentlich ein Erfolgserlebnis, was man sich so besser nicht wünschen kann.
00:10:59: Das ist ein riesiges Erfolgserlebnis, wenn man jetzt aber ganz grundsätzlich drauf guckt.
00:11:03: Was glauben Sie dann?
00:11:05: Inwiefern profitieren Kinder, Familien, Eltern, die Patinnen von diesem Projekt?
00:11:12: Na, ich sag mal so.
00:11:14: Die Familien haben dann jemanden Zusätzlichen, der in diese Familie hineinwächst.
00:11:22: Vertrauen aufbaut und die Eltern unterstützt in jeder Art und Weise, indem sie Eltern dann auch mal ihre Sorgen dort los sein können und die Kinder, indem sie noch eine extra Bezugspersonen haben.
00:11:37: Um dabei zu sein, glaube ich, gibt es ja vielleicht aber auch gewisse Voraussetzungen.
00:11:41: Da würde ich bei den Großeltern, Partnern, den Nanis und Nanos in dem Fall anfangen, gibt es da Dinge, wo sie sagen, das ist schon wichtig, das sollte man... mitbringen abseits vom grundsätzlichen Interesse am Projekt.
00:11:55: Oh, das ist schwierig zu beantworten, weil ich denke mal, wir sind alles Menschen.
00:12:01: Wir leben alle in einer Gesellschaft.
00:12:03: und in dem Moment, wo sich jemand meldet bei mir, kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich nicht bewusst ist über die Aufgabe, die er dann vielleicht leisten möchte.
00:12:17: Ich sage immer, alles kann nichts muss.
00:12:20: Also ich kann mich um nur eine Stunde in der Woche mit der Familie treffen.
00:12:25: Ich kann aber auch am Wochenende der Babysitting übernehmen, damit die Eltern mal tanzen gehen können zum Beispiel.
00:12:31: Von daher sage ich mir, diese Voraussetzung hat eigentlich jeder, der sich bei mir meldet, dass er Interesse an dieser Aufgabe hat.
00:12:42: Natürlich muss ich auch gucken, also es ist zum Beispiel ein erweitendes Führungszeugnis von Nüpen.
00:12:48: Dann muss an einen Grundlagenkurs präventive Bewald teilnehmen und dass man nochmal darauf hinweist, dass man nochmal drüber spricht über einen gewissen Verhaltenskodex.
00:13:00: Und bei den Familien, abseits der man sollte nicht so weit wegwohnen Thematik, gibt es da Dinge, die wichtig sind zu wissen?
00:13:08: Wir versuchen natürlich Familien zu vermitteln, die einen schwierigen Hintergrund haben.
00:13:13: Migration zum Beispiel, alleinerziehend ist auch ganz wichtig.
00:13:18: Die Großeltern in anderen Bundesländern, man guckt schon.
00:13:22: Wie gesagt, es sind so viele Familien, die sich immer wieder melden.
00:13:26: Und täglich bekomme ich neue Mails mit einer Anfrage.
00:13:30: Also manchmal muss man es auch direkt abweisen, weil man einfach sagt, nein, dazu ist dieses Nani-Projekt nicht geeignet.
00:13:39: Wenn jetzt jemand sich meldet und sagt, er möchte einfach nur ein Babysitter für abends zusammen Abend haben, dann weiß man, wo es langgeht, sondern es soll schon letztendlich auf eine Familienzusammenführung hinauslaufen.
00:13:55: Mit Blick auf die aktuelle Situation.
00:13:57: Wir haben am Anfang schon von Ihnen gehört, aktuell gibt es verschiedene Familien in dieser Nani Großaltern-Partenschaft, die beteiligt sind.
00:14:05: Es gibt aber eine sehr lange Warteliste.
00:14:07: Dreißig Familien aktuell plus, minus, die da drauf sind.
00:14:11: Wie ist da Ihr Gefühl, wie viele kommen denn aktuell nach?
00:14:14: Dass man sagen kann, Mensch, wir können hier vielleicht neue Partnern vermitteln.
00:14:18: Ist
00:14:18: sehr schwierig, weil man weiß, je älter man wird, desto mehr Probleme sieht man.
00:14:25: und desto mehr Angst hat man.
00:14:27: Und zum Teil die Angst vor der Verantwortung, was passiert, wenn dem Kind was passiert, wenn ich mit dem Unterbiegs bin.
00:14:35: Und schaffe ich, das hinterherzulaufen, wenn es auf die Straße läuft.
00:14:39: Also so Alltagssituationen, die einem dann auch durch den Kopf gehen.
00:14:45: Es ist, wie ich finde, auch sehr wichtig, dass man sich als Pate über solche Sachen Gedanken macht.
00:14:52: Aber es gibt im Vorfeld, das auch dann mit den Familien zu klären, dass man sagt, okay, nur auf dem Spielplatz, ich mache jetzt keine großen Ausflüge, es kann über alles gesprochen werden.
00:15:03: Und es ist schwierig zur Zeit, wirklich ihren amtliche Partner Großeldern zu finden.
00:15:10: Dann hier die kleine Chance und nutzen Sie doch den Aufruf.
00:15:13: Ja,
00:15:14: bitte, bitte melden.
00:15:15: Ganz viele Familien brauchen Unterstützung.
00:15:18: und freuen sich über ein neues Familienmitglied.
00:15:22: Es soll kein Beliciter sein, es geht um Familie.
00:15:26: Sagt Andrea Klucco.
00:15:27: Sie betreut das Projekt der Nanny Großelternpatenschaft für den evangelischen Kirchenkreis Tempelhof Schöneberg.
00:15:33: Wenn ihr mich fragt, ist das eine wirklich tolle Idee, um Menschen zusammenzubringen.
00:15:38: Aktuell gelingt das dem Projekt mit twenty-fünf Familien und Patinnen im Bezirk.
00:15:43: Es könnten aber viel mehr sein, wie wir gehört haben.
00:15:46: Gut dreißig Familien befinden sich im Moment auf der Warteliste.
00:15:50: Leider fehlt es aber an Personen, die Zeit und Lust auf die Rolle als Nani oder Nano haben.
00:15:56: Wichtig zu wissen, wenn ihr bei der Nani Großelternpatenschaft mitmachen wollt, dann müsst ihr weder als Familie noch als potenzielle Paten Teil der Glaubensgemeinde sein.
00:16:07: Hier ist man laut Andrea Klucko offen und freut sich auf neue interessierte Gesichter.
00:16:12: Falls ihr also selbst Interesse habt oder jemanden kennt, für den die Nani Großeltern-Partenschaft interessant sein könnte, dann schaut einfach mal auf der Webseite des Projektes vorbei oder schreibt direkt Andrea Klokko an.
00:16:25: Den Link und alle weiteren Infos findet ihr in den Show-Notes.
00:16:30: Das eine ist die Idee der Nani Großeltern-Patenschaft, Menschen zusammenbringen und damit auf gewisse Weise neue Familien bilden.
00:16:38: Aber wer meldet sich am Ende wirklich dafür und entscheidet sich, Teil einer fremden Familie als Pate oder Paten zu werden?
00:16:45: Und welche Hoffnung verbindet man damit?
00:16:48: Fragen, die am besten eine Person beantworten kann, die selbst als Nani dabei ist.
00:16:52: Darunter ist Iris Citje.
00:16:55: Ich habe die ein und siebzigjährige getroffen und mit ihr über ihren Weg zur Nani Großeltern-Partenschaft, Rückschläge beim Matchmaking und ihre neue Familie gesprochen.
00:17:04: Ich bin jetzt seit einem Jahr dabei.
00:17:06: Mein Lebenspartner ist verstorben und ich brauche ein neues Aufgabenfeld und wollte das auch vorher eigentlich schon machen.
00:17:12: Da hätte ich aber die Zeit nicht dazu gehabt und von daher habe ich mir das dann.
00:17:18: gesucht habe gesehen, dass eben dort Großeltern-Parten gesucht werden und habe mich beworben.
00:17:24: Wonach sucht man denn dann genau?
00:17:26: Weil ich bin durch Zufall darauf gestoßen, weil ich dachte man, das muss ja auch andere Sachen geben.
00:17:30: Familie ist ja mehr als Mutter, Vater, Kind oder Eltern und Kind.
00:17:34: Großeltern gehören auch dazu.
00:17:36: und als ich dann nach Projekteninitiativen, Vereinen gesucht habe, die mit Großeltern in dem Fall agieren und die.
00:17:44: in Familienprojekte einbinden.
00:17:45: Da bin ich hierauf gestoßen und war super happy und dachte mir schön, es klingt total spannend, aber wie kommt man auf die Nani Großeltern-Partenschaft?
00:17:54: Naja, ich bin engagiertes Gemeindemitglied in der evangelischen Kirche und von daher war es im Gemeindebrief in unserem und auch angeschlagen im Schaukasten der Gemeinde.
00:18:04: Und dann habe ich mich eben an Frau Klucko gewandt und habe mich beworben.
00:18:08: Ist eigentlich sogar schon ein bisschen länger als ein halbes Jahr.
00:18:10: weil die ersten beiden Maler hat es nämlich nicht funktioniert.
00:18:14: Das ist eine Frage, die ich mir auch gestellt habe.
00:18:16: Man trifft auf fremde Familien.
00:18:19: Wie genau läuft dann so dieser Matchprozess ab, den Sie erlebt haben, wie man mit Familie und Kindern als naja Großelternpartien zusammenkommt?
00:18:29: Naja, Frau Klucco hatte mir den Vorschlag gemacht, hierherzukommen.
00:18:32: Also das erste Treffen findet eigentlich immer hier statt.
00:18:34: Und da war eine junge Frau mit einem achtjährigen Mädchen, die hat dann aber gleich von vornherein abgesagt und ist irgendwie zur Reha gefahren und wollte das dann doch nicht.
00:18:43: Dann hatten wir den zweiten Versuch.
00:18:45: Das war eine Familie mit einem vierjährigen Mädchen, ganz süß, aber da war der Kontakt.
00:18:50: nicht oft genug und die Kleine sehr, sehr schüchtern.
00:18:53: Da habe ich dann irgendwann gesagt, ich gebe auf, weil das hat dann keinen Sinn, aber es war auch nicht oft genug.
00:18:59: Es muss ich dazu einfach sagen.
00:19:01: Und dann im letzten Jahr, im November, kann ich mich noch gut erinnern, weil mein Hund war in der Tierklinik, haben wir uns dann hier getroffen und da kam dann meine jetzige Familie mit zwei Kindern und einem noch im Bauch.
00:19:14: Und die wollten halt gerne und das ist jetzt das perfekte Match.
00:19:18: Sie sagen gerade schon, da war es nicht oft genug.
00:19:21: Wie oft trifft man denn so diese Patenfamilie, mit der man zusammenarbeitet?
00:19:25: und vor allem, wie sieht denn da die Beziehung aus, die sich da im Laufe der Zeit entwickelt?
00:19:30: Ja, also mit der Familie, die ich jetzt habe, war es von Anfang an klar, wir treffen uns einmal die Woche nach Möglichkeit.
00:19:36: Es kann auch mal zweimal die Woche sein, es kann auch mal ausfallen.
00:19:39: In dieser Woche fällt es leider aus, weil die ganze Familie ist krank, aber kommt ja überall vor.
00:19:43: von daher.
00:19:44: Wir erbaren uns aber von Anfang an einig, dass wir uns einmal die Woche treffen wollen und leider wohnen sie nicht in Laufnäher.
00:19:51: Das hatte ich mir eigentlich gewünscht, aber sie haben Parkplatz.
00:19:54: Ich fahre dann mit dem Auto hin und mittlerweile ist es so, dass ich eigentlich Familie bin.
00:19:59: Das betont die Mama auch immer, wenn irgendwas ist.
00:20:02: Die waren neulich zu meinem Geburtstag und die Kleine hat die Familienmitglieder aufgezählt und dann sagt die Mama, ja und Iris, Iris gehört auch dazu.
00:20:10: Also das ist schon wirklich sehr, sehr schön.
00:20:12: Wie sehen denn so Tage aus?
00:20:13: Ich kann mir vorstellen, man überlegt ja auch mit der Familie, was mag man machen, was kann man machen.
00:20:19: Wie sehen dann so diese Treffen aus?
00:20:22: Also bis jetzt ist es so, dass es meistens keine ganzen Tage sind, sondern es sind einfach ein paar Stunden.
00:20:26: Wir waren mal einen ganzen Tag im Tierpark.
00:20:28: Das ist natürlich sehr schön, das wollen wir auch wiederholen.
00:20:31: Aber normalerweise ist es so, ich bin ein paar Stunden da.
00:20:33: Jetzt im Moment ist es so, dass ich am Dienstag nachmittags das Baby durch die Gegend schiebe, damit es schläft und nicht schreit, während die Mama dann den Sohn abholt und mit dem Schwimmen geht.
00:20:44: Und dann später kommt der Papa und übernimmt das Baby und die Tochter, die gehen dann zur Musik.
00:20:48: Das ist also immer Dienstags bei uns.
00:20:51: Und dann gehe ich manchmal noch mal am Donnerstag hin oder am Mittwoch, je nachdem.
00:20:56: Oft ist auch so, wenn ich am Nachmittag da bin, dann wird noch gemeinsam zur Abend gegessen.
00:21:01: Das Baby ist jetzt knapp neun Monate.
00:21:03: Die krabbelt jetzt und ist dann immer hinter dem Hund her.
00:21:06: Da muss ich den Hund irgendwie in Sicherheit bringen.
00:21:09: Aber die Großen sind natürlich ganz spitzt.
00:21:12: Die wollen die Leine halten.
00:21:13: Die wollen mit dem Hund auch mal spielen nach Möglichkeit.
00:21:16: Die möchten Futter runterstellen, Leckerli geben.
00:21:19: Also es funktioniert eigentlich auch sehr gut.
00:21:21: Wenn Sie jetzt mal schauen, die Monate, in denen Sie das machen, hat sich das, was Sie sich erhofft haben, erfüllt mit dieser Großeltern-Tatenschaft?
00:21:31: Und vielleicht, was macht es denn so besonders?
00:21:34: Es hat sich mehr als erfüllt, muss ich in dem Falle sagen, weil es eben wirklich Familienanschluss ist.
00:21:39: Und ich hatte auch mal so eine Frage, wo ich gesagt habe, na ja, wenn ich jetzt irgendwas habe, ist es aber schlecht.
00:21:45: Und die dann auch gleich sagt, nein, wenn du irgendwas hast, sind wir auch da.
00:21:49: Also so wünscht man sich ja eigentlich Familie.
00:21:52: Und ja, was macht es besonders?
00:21:54: Es macht alles besonders eigentlich.
00:21:56: Toll ist, wenn man mit den Kindern Umgang hat und die Kleine, die nehmen mich und sagt, meine Iris, meine Iris.
00:22:02: Und der Große, der kam neulich zu mir und sagt, ich hab dich lieb.
00:22:05: Und dann hat er mich ab ihr knutscht.
00:22:07: Also, das ist wie als wenn es eigene Enkel wären.
00:22:10: Also, es ist wirklich toll.
00:22:11: Sie haben es aus Ihrer Perspektive erleben können.
00:22:14: Haben Sie eine Idee für wen diese, sei es auch Familien oder eben Partnerinnen, für wen das interessant sein könnte?
00:22:21: Naja, für Familien steht es außer Frage, dass es sich lohnt, ne?
00:22:24: Weil diese Familie, die ich jetzt hier habe, da sind die echten Großeltern, sage ich jetzt mal, die sind in Neubannenburg.
00:22:30: Leider ziehen die nächstes Jahr da auch hin.
00:22:32: Darüber bin ich gar nicht so happy.
00:22:33: Aber kann passieren, die Leute, die es eventuell würden machen.
00:22:37: Naja, ich glaube, die müssen einfach sein, wie ich.
00:22:42: Ansonsten gar nicht eingebildet.
00:22:46: Nein, aber offen.
00:22:48: offen sein für Dinge und vielleicht auch mal in der Lage seinen Rückschlag einzustecken, wie das bei mir ja auch war, nicht allzu enttäuscht sein, sondern ich bleibe dran, ich mache noch einen Versuch und wenn es wieder nicht klappt, mache ich noch einen.
00:23:02: Ja, das wäre das Einzige, was mir dazu einfiel.
00:23:04: Sagt Iris Citje.
00:23:05: Sie ist als Patin bei der Nanny Großelternpatenschaft vom evangelischen Kirchenkreis Tempel-Lufschöneberg mit dabei.
00:23:12: Und ganz ehrliche Lieben, da geht einem doch das Herzchen auf, wenn man hört, dass ich hier scheinbar eine neue Familie gebildet hat.
00:23:19: Wenn ihr mehr wissen möchtet, alle Informationen zur Nanny Großeltern-Partnerschaft findet ihr in den Shownotes.
00:23:32: Das war's mit dieser Folge Kiez und Kitz, dem Flux FM Familien Podcast.
00:23:36: Dieses Mal mit einem etwas anderen Blick darauf, welche Bedeutung Familie haben kann und wie man in der Hauptstadt eine neue Familie finden kann.
00:23:44: Vielen Dank an meine beiden Interviewpartnerinnen.
00:23:48: In der nächsten Ausgabe von Kiez und Kitz ist mein Kollege Marius Ligowski erneut in Tempelhof Schöneberg unterwegs.
00:23:55: Er wird mit sich Regenbogenfamilien und queerem Leben im Bezirk.
00:23:59: Und damit auch der Frage, wie es um Offenheit und Toleranz in Berlin steht.
00:24:04: Damit ihr diese und alle weiteren Episoden von Kiez und Kitz nicht verpasst, einfach unseren Podcast abonnieren, falls ihr das nicht eh schon gemacht habt.
00:24:12: Mein Name ist Ron Stocklas.
00:24:14: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
00:24:17: Ciao.
00:24:36: Sounddesign, Sebastian Misch und Tobias Engel.
00:24:39: Redaktion, Produktion und Moderation, Ron Stocklas.
00:24:43: Redaktionell unterstützend war Alina Weber tätig.
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