Kiez und Kids: Charlottenburg 4

Shownotes

Wie gelingt der Weg zur Familie, wenn der Kinderwunsch auf natürlichem Weg unerfüllt bleibt? Dieser Frage nähern wir uns in der neuen Folge unseres Familienpodcasts "Kiez & Kids" an. Redakteurin Zora Alber ist diesmal in Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs und hat beim Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. alles rund um das Thema Adoption erfahren. Dabei lernt ihr, wie der Bewerbungsprozess abläuft, welche rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen und worin sich Adoption und Pflegevermittlung unterscheiden. Außerdem geht es darum, welche Rolle die emotionale Dimension spielt und worauf sich Eltern, Kinder und Familien einstellen sollten – mit Einblicken aus Gesprächen mit der zentralen Berliner Pflegekinderdienststelle und dem Jugendamt Wilmersdorf. Für Zora ist dieses Thema außerdem ein ganz persönliches – warum, hört ihr in der neuen Episode von "Kiez & Kids".

Wenn ihr euch für die Themen Adoptionen und Pflegevermittlung interessiert, hier noch ein paar Adressen, wo ihr weiterführende Informationen und Unterstützung bekommt:

Der Adoptionsdienst des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin e.V in doppelter Trägerschaft mit der Immanuel Albertinen Diakonie -Er berät (unabhängig von Konfession und Weltanschauung) Eltern, die ihr Kind zur Adoption freigeben wollen und Paare mit dem Wunsch, zu adoptieren. Er befindet sich in der Pfalzburger Str. 18 in Berlin-Charlottenburg.

Die Adoptionsvermittlung am Standort Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin ist für Beratung und Begleitung zuständig. Sie befindet sich in der Bernhard-Weiß-Straße 6 in 10178 Berlin. Sie bietet auch Hilfe für schwangere Frauen an, die ihr Kind abgeben möchten, und bereitet Paare auf eine Adoption vor.

Der gemeinnützige Träger Familien für Kinder gGmbH unterstützt Familien, Pflegeeltern, Tagesmütter und -Väter sowie Eltern in Krisensituationen durch Beratung, Qualifizierung, Vermittlung und Begleitung und berät rund um das Thema Kurz- und Langzeitpflegevermittlung. Die zentrale Landesberatungsstelle sitzt in der Stresemannstrasse in Kreuzberg.

Neben den Pflegekinderdienststellen gibt es auch noch das Portal Pflegekinder Berlin – ein übergeordnetes Infoportal (gefördert vom Land Berlin), das für ganz Berlin Informationsabende, Ansprechpartner:innen, Beratung, sowie zentrale Infos zu Vermittlung: Ablauf, Voraussetzungen, etc. bereitstellt. Dieses Portal verweist auch auf die zuständigen Bezirke oder freien Träger.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wie bei einem leiblichen Kind wird diese Entscheidung des Leben auch verändern.

00:00:04: Man kann nicht davon ausgehen, dass das alles so bleibt, wie es ist.

00:00:07: Die Kinder haben diese schwierige Biografie, die sie irgendwie verarbeiten müssen.

00:00:11: Und da brauchen die einfach Begleitung und Unterstützung.

00:00:15: Und da bin ich vor dem Computerarbeit.

00:00:16: Auf einmal komme ich, okay, wie wechsle ich eine Windel?

00:00:19: Wie mache ich ein Proposauber?

00:00:21: Und wie gebe ich es nun trinken?

00:00:22: Weil auf einmal war natürlich so, ich bin jetzt für ein kleines Kind verantwortlich, für dieses kleine Wesen.

00:00:26: Plötzlich waren wir Eltern.

00:00:30: dass da nicht aufwachsen kann, wo es entstanden ist, die bestmöglichsten Bedingungen zu bieten, dass dieses Kind ein friedenes Leben führen kann.

00:00:41: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass jede familiäre positive Erfahrung, die ein Pflegekind in einer Pflegefamilie machen konnte, dass das einfach eine Erfahrung ist, die das Kind total gestärkt hat.

00:00:58: Der FluxFM-Familien-Podcast für Berlin.

00:01:03: Edition Charlottenburg-Wilmersdorf.

00:01:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Familien-Podcasts, Kiez und Kids.

00:01:11: Wir von FluxFM wollen ja wissen, wie familienfreundlich ist die Stadt?

00:01:14: Wie lebt es sich hier als Familie?

00:01:16: Und welche Themen bewegen Eltern und Kinder?

00:01:19: In dieser Folge geht es um das Thema Adoption und Pflegevermittlung.

00:01:23: Wie kann ich ein bedürftiges Kind aufnehmen, wie läuft der Bewerbungsprozess um meinen Kind ab und worauf muss ich mich emotional einstellen.

00:01:31: Diese und mehr sind zentrale Fragen, die wir klären werden.

00:01:35: Das Ganze ist zugegebenermaßen ein sehr persönliches Thema für mich.

00:01:38: Ich bin selbst mit dreieinhalb Jahren zuerst in eine Pflegesituation gekommen, bevor mich zwei ganz wunderbare Menschen adoptiert haben.

00:01:45: Fast dreißig Jahre ist das jetzt her und passiert ist das tatsächlich hier in Charlottenburg-Wilmastorf über den katholischen Wohlfahrtsverband Caritas.

00:01:53: Eine wichtige Adresse für Adoptionen, die ich für diese Folge angesteuert habe.

00:01:57: Außerdem treffe ich mich mit zwei Pflegekinderdienststellen, die sich um die Vermittlung von Kindern in Kurz- und Langzeitpflege kümmern.

00:02:04: Und last but not least hat sich Familienvater Jens bei mir gemeldet, der vor gut zwei Jahren einen kleinen Jungen adoptiert hat.

00:02:11: Wir hatten auch ein ganz besonderes Gespräch.

00:02:15: Noch ein kurzer Hinweis.

00:02:16: Diese Folge konzentriert sich auf Fremdadoptionen.

00:02:19: Das bedeutet durch zwei Personen, die nicht mit dem Kind verwandt sind.

00:02:22: Sie machen ca.

00:02:23: zwanzig bis dreißig Prozent aller Adoptionen aus.

00:02:26: Regenbogenfamilien, Stiefkind und Auslandsadoptionen werden in der Episode nicht thematisiert.

00:02:32: Nicht weil sie weniger bedeutsam wären, sondern weil sie mit eigenen Erfahrungen und Fragen verbunden sind, die einen ganz eigenen Raum verdienen.

00:02:39: So, jetzt aber, wir gehen rein.

00:02:41: Auf geht's.

00:02:43: Eine Familie gründen.

00:02:44: Noch immer gehört es für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Leben dazu.

00:02:48: Doch etwa zehn Prozent der heterosexuellen Paare in Deutschland bleiben ungewollt kinderlos.

00:02:53: Die Gründe dafür sind vielfältig.

00:02:55: Wenn auch künstliche Befruchtung erfolglos bleibt oder keine Option ist, dann besteht die Möglichkeit einer Adoption.

00:03:02: Berliner Paare haben dann zwei Möglichkeiten.

00:03:05: Entweder wenden sie sich an die Adoptionsvermittlungsstelle vom Berliner Senat oder sie gehen zum Adoptionsdienst des Karitasverbands in der Pfalzburger Straße in Charlottenburg.

00:03:14: Und hier bin ich jetzt.

00:03:15: Schon krass, denn es sind noch dieselben Räumlichkeiten wie damals bei meiner eigenen Vermittlung.

00:03:20: Es empfängt mich Gabriele Knabe.

00:03:22: Ich arbeite hier beim Caritas-Verband für das Erzbistum Berlin schon sehr lange und bin jetzt seit sechs Jahren im Adoptionsdienst als Sozialarbeiterin und leite auch den Dienst.

00:03:35: Was wir hier machen, ist, dass wir zum einen Menschen, die sich für die Adoption eines Kindes interessieren, dass wir die vorbereiten, dass wir sie prüfen für die Eignung und wenn wir die Bewerbenden für geeignet halten, dann kommen die in unseren Warten.

00:03:52: Es liegt daran, dass wir, wenn uns ein Kind gemeldet wird, immer für dieses Kind die Bewerberpaare aussuchen, die uns am geeigneten scheinen.

00:04:02: Also das Kind steht im Mittelpunkt und wir schauen, was braucht das Kind, was bringt es mit, welchen Hintergrund und suchen dann die geeigneten Bewerberpaare aus.

00:04:13: Wenn wir auf die Zahlen schauen, dann wird deutlich, bei den Fremdadoptionen gibt es deutlich mehr Bewerbende, als tatsächlich Kinder vermittelt werden können.

00:04:20: Im letzten Jahr zum Beispiel gab es berlinweit fifty-sechs Adoptionen.

00:04:24: Demgegenüber standen einhundertzwanzig offiziell registrierte Bewerberpaare oder Einzelpersonen in Berlin.

00:04:31: Bundesweit sind es jedoch über dreitausend vierhundert vorgemerkte Bewerbende.

00:04:35: Das heißt, es wünschen sich mehr Paare ein Kind, als am Ende über diesen Weg adoptiert werden können.

00:04:40: Und das trotz Schwankungen in den Zahlen.

00:04:42: sagt Frau Knabe.

00:04:44: Es ist so, dass sich die Zahlen schon auch verändert haben.

00:04:48: Wir haben beobachtet, dass gerade in der Corona-Zeit die Anzahl der Bewerbenden enorm anstieg.

00:04:55: Da konnte man zugucken, wie viele Anfragen wir haben.

00:04:59: Im Moment ist es wieder ein Stück rückläufig.

00:05:02: Es ist aber immer noch so, dass uns eine ausreichende Zahl an Bewerbern zur Verfügung steht, sodass wir die geeigneten Bewerbenden finden können.

00:05:11: Aktuell beträgt die Warteliste für BewerberInnen ca.

00:05:14: ein bis anderthalb Jahre, bis überhaupt ein Eignungs- und Vorbereitungsprozess gestartet wird.

00:05:19: Erst danach sind die Paare in einem Wartepool, in dem geschaut wird, welches Kind zum Profil der Eltern passt.

00:05:25: Das wiederum kann schnell gehen oder auch noch mal ein bis zwei oder mehrere Jahre dauern.

00:05:31: Im Fall von Jens Kirberg und seiner Frau Franziska ging es allerdings erstaunlich schnell.

00:05:38: Berlin mit Kind und Kegel.

00:05:42: An diesem Punkt stelle ich euch Jens vor.

00:05:44: Den Namen haben wir von Flux-FM zum Schutz der Privatsphäre geändert.

00:05:48: Er ist forty-zwei Jahre alt, aus Berlin, lebt seit zwanzig Jahren mit seiner Frau Franziska zusammen.

00:05:52: Seit einigen Jahren sind sie verheiratet.

00:05:55: Sein Kontakt habe ich von der Caritas bekommen.

00:05:57: Dass er sich dazu bereit erklärt hat, sich mit mir zu treffen, ist nicht selbstverständlich.

00:06:01: Adoption ist ein sehr sensibles Thema.

00:06:04: Franziska zum Beispiel wollte lieber nicht fürs Mikro.

00:06:06: Und auch das ist natürlich vollkommen okay.

00:06:09: Vor zweieinhalb Jahren haben die beiden einen kleinen Junge adoptiert.

00:06:12: Er heißt Theo.

00:06:13: Der Moment, als du dein Kind zuerst mal gesehen hast.

00:06:16: Wie war das für dich?

00:06:17: Ja, da muss ich sagen, kommt mir auch sofort ein Bild in den Kopf.

00:06:20: Und zwar, wir sind ins Krankenhaus gefahren.

00:06:22: Die Leute von der Karitas haben uns angerufen, haben Donnerstag und gesagt, hey, kommt ins Krankenhaus.

00:06:27: Da ist ein Junge, der sucht Eltern.

00:06:29: Wir waren total überrascht, sind noch ins Krankenhaus gefahren, haben ein großes Briefing bekommen.

00:06:33: Und man hat uns dann direkt mit in das Zimmer genommen, dass man für uns noch eingerichtet hat, dass wir als Familie unseren jungen Theo übernehmen konnten.

00:06:41: Und dann war dieser Moment so ... Krankenschwester kommt mit so einem Wagen herangefallen, wo Theo drin lag, nimmt Theo heraus und übergibt ihn mir zum ersten Mal.

00:06:50: Das war so ein bisschen wie so, was ist jetzt?

00:06:53: Jetzt nehme ich dieses kleine, wirklich vier Tage alte Baby in die Hand.

00:06:57: Und Theo war total ruhig und hat mich eigentlich nur aus meiner Sicht neugierig angeguckt mit so riesigen Augen.

00:07:05: Und ich weiß noch, dass ich es einfach nicht glauben konnte, was gerade passierte, dass ich ihn zurück in die Augen geguckt habe.

00:07:10: Und dieser Moment war für mich so tief bewegend, sehr emotional.

00:07:14: Und ich spürte auch sofort, eine tiefe Bindung zu ihm, dass ich ihn dann sofort ins Herz geschlossen habe und wir uns um ihn dann gekümmert haben.

00:07:21: Das berührt mich jetzt auch gerade wirklich sehr.

00:07:23: Also kann ich mir wahnsinnig gut vorstellen, was für ein krasser Tag das gewesen sein muss für euch und für eure Familie.

00:07:29: Und wie lange habt ihr auf diesen Augenblick gewartet?

00:07:32: Witzigerweise nur zehn Tage.

00:07:34: Ganz ehrlich, das heißt ja immer, man kann Jahre warten.

00:07:37: Wir hatten gerade erst das letzte Gespräch, wo wir in Pool aufgenommen wurden von Menschen, die adoptiv älternd werden wollten.

00:07:44: Und dann hat man uns auch direkt gesagt, haben sie keine zu großen Erwartungen.

00:07:48: In zwei Jahren machen wir vielleicht ein Gespräch und dann gucken wir mal, wenn es nicht geklappt hat, wie es weitergeht.

00:07:53: Und dann, zehn Tage später, kommt meine Frau plötzlich mit riesen Augen reingelaufen.

00:07:59: Ein Telefon, wo klar war, da findet grad ein Gespräch statt.

00:08:02: Meinem Hinterkopf hat schon so ein bisschen geläutet, so, jetzt kommt was Großes.

00:08:05: Und da war es dann tatsächlich so, hey, die Adoptionsvermittlung ruft an.

00:08:10: Das waren nur nach zehn Tagen.

00:08:12: Krass.

00:08:13: Kann man das überhaupt greifen, dass man jetzt wirklich ganz schnell Vater wird, oder Mutter wird?

00:08:20: Ich glaube, das ist die Natur der Sache, wenn man wartet darauf, Adoptiveltern zu sein, Tag für Tag, dass man nicht weiß, wann dieser Anruf kommt, der meistens dazu führt, soweit ich gehört habe, dass man am nächsten Tag oder übernächsten Tag sofort im Krankenhaus ist.

00:08:33: oder halt recht schnell das Kind dann auch kennenlernt.

00:08:35: Man hat uns auch gesagt, kauf keinen für Kinderwett, mach das und das nicht, sondern seid einfach ganz entspannt.

00:08:40: Und nach meiner Erfahrung kann man sich darauf nicht wirklich vorbereiten.

00:08:43: Man ist halt bereit, dass man sich auch diesen Prozess durchgemacht hat, nämlich an.

00:08:46: Aber die Überraschung wird irgendwann kommen.

00:08:48: Und ja, wir wussten halt auch, das wird so sein und dann müssen wir darauf reagieren, das wollen wir halt auch.

00:08:53: Und dann haben wir uns darauf eingelassen.

00:08:54: Was ihr dazu gebracht hat, den Prozess überhaupt zu starten, auch Jens und Franziska Kierberg gehören zu den Paaren, bei denen der Kinderwunsch trotz alternativer Versuche unerfüllt geblieben ist.

00:09:04: Das ist auch eine lange Geschichte, wo auch viel passiert ist, über fast zehn Jahre hinweg.

00:09:09: Und irgendwann hatte ich tatsächlich eine Dokumentation gesehen, in der es eben auch um Adortivkinder gegen die jübergere Erfahrung berichtet hatten.

00:09:17: Und das hat mich doch sehr bewegt und plösslichen Schalter umgelegt, dass für mich dieser Kinderwunsch nicht unbedingt bedeutet, dass es, sag ich mal, mein Eigenfleisch und Blut sein muss.

00:09:26: Wie wir auch am Anfang herangegangen sind, sondern das auch einfach bedeuten kann, Eltern heißt, sich um ein Kind zu kümmern und das groß zu ziehen.

00:09:31: Da sind Menschen, die suchen Eltern, die auch Eltern brauchen, ist zumindest meine Wahrnehmung.

00:09:36: Und dass ich hier so eine Art Ruin-Win-Situation herstellen konnte.

00:09:39: Und das hat dann meine Frau auch so gesehen.

00:09:41: Und so sind wir dann recht schnell zu dem Schluss gekommen.

00:09:44: Das können wir auch machen.

00:09:45: Wir können uns das mal ansehen und uns darauf einlassen.

00:09:48: Und dann haben wir uns bei der Karik das letztlich beworben.

00:09:50: So rasant wie es plötzlich Schlag auf Schlag ging, so schleppend gestaltete sich jedoch der Anfang.

00:09:56: Um überhaupt in den Wartepult zu gelangen, musste das Paar zwei Jahre lang warten.

00:10:01: Das war in der Zeit der Corona-Pandemie, wo es, wie Frau Knabe ja eben sagte, ein besonders großes Interesse an Adoptionen gegeben hat.

00:10:08: Erst dann kam die Nachricht, dass Jens und Franziska einen einführenden Infoabend zum Thema Adoption von der Caritas besuchen dürften.

00:10:15: Gabriele Knabe von der Caritas erklärt mir, wie der Prozess abläuft.

00:10:19: Da laden wir mehrere Paare ein.

00:10:22: Das hat den Hintergrund, dass die sich untereinander auch kennenlernen können und sich vernetzen können.

00:10:27: Das sind ja alle in der gleichen Situation und das ist immer hilfreich, mit gleichgesinnten in Kontakt sein zu können.

00:10:34: Dann laden wir sie zu einem ersten Gespräch ein und da geht es darum, das Paar erst einmal kennenzulernen.

00:10:41: Sie erzählen von sich, wie sie aufgewachsen sind, ihre berufliche Entwicklung, wie sie sich als Paar kennengelernt haben.

00:10:49: auch noch mal was zum Kinderwunsch und ihre Motivation zu adoptieren.

00:10:53: Dann bekommen sie einen sehr umfangreichen Fragebogen mit auf den Weg, für den sie viel Zeit haben, den Ausgiebig zu beantworten.

00:11:02: Es sind Fragen so allgemein zur Adoption, zur Erziehung, zur Offenheit, über Kontakt zur Herkunftsfamilie, wie sie das Kind aufklären würden über seine Herkunft.

00:11:15: Und ein ganz großer Teil ist das Kinderbogel.

00:11:19: Da geht es insgesamt darum, was können Sie sich vorstellen?

00:11:23: Welche Ressourcen bringt es Paar mit?

00:11:26: Was darf das Kind mitbringen an gesundheitlichen Beeinträchtigungen?

00:11:30: Was dürfen die Eltern mitbringen an familiären Vorerkrankungen?

00:11:35: Und ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich, wie ist die Schwangerschaft verlaufen?

00:11:39: Was wurde in der Schwangerschaft konsumiert?

00:11:41: Was kann das gegebenenfalls für Folgen

00:11:43: haben?

00:11:45: Und

00:11:45: was können die tragen?

00:11:48: Ein Adoptivkind ist wirklich nicht das gleiche wie ein biologisches Kind.

00:11:54: Ganz abgesehen davon, dass es im Bauch der Mutter gewachsen ist.

00:11:58: Es bringt einfach eine eigene Geschichte mit.

00:12:01: Ja, es hat auch schon Dinge in der Schwangerschaft miterfahren, miterlebt.

00:12:06: Da kann man nicht drüber hinwegsehen und zu tun, als wären wir eine Familie wie jede andere.

00:12:12: Ist man natürlich auch irgendwie im Alltag.

00:12:14: Und trotzdem gibt es aber die Besonderheit der eigenen Geschichte.

00:12:18: Und die spielt eine große Rolle für die Kinder.

00:12:21: Diesen Fragebogengesprächen ... Folgen dann noch zwei Genogrammtermine.

00:12:26: Ein Genogramm ist so was wie ein Stammbaum, wo wir aber insbesondere auf die Beziehungen der einzelnen Personen

00:12:34: schauen.

00:12:35: Wir gehen zurück bis zu den Großeltern und steigen aufgrund dessen nochmal tiefer in die eigene Familiengeschichte ein.

00:12:44: Dann müssen die bewerbenden Unterlagen beibringen.

00:12:47: Sie müssen ein ärztliches Gutachten vom Amtsarzt beibringen.

00:12:52: Eine Schuferauskunft, ihre Einkommensbescheide.

00:12:56: Der Hintergrund ist der, dass die Paare bei Aufnahme eines Kindes selbst für das Kind sorgen können müssen.

00:13:02: Sie dürfen dadurch nicht in Transferleistungen geraten.

00:13:05: Wir fragen beim Jugendamt an, da, wo das Paar lebt, ob irgendetwas vorliegt, was gegen eine Adoption sprechen könnte.

00:13:13: Und sie müssen einen Lebensbericht schreiben.

00:13:15: Wenn uns alle Unterlagen vorliegen, dann machen wir einen Hausbesuch und schauen, wie lebt das Paar, hat das Paar Platz für einen Kind.

00:13:24: Und wenn soweit alles klar ist, dann ist das Paar im Wartepul.

00:13:29: Für Frau Knabe ist es im Gespräch auch noch mal wichtig zu betonen, es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Vermittlung eines Kindes.

00:13:36: Es gibt einen Rechtsanspruch, dass Paare überprüft werden, ob sie als Adoptiveltern in Frage kommen.

00:13:41: Eine Garantie ist das aber nicht.

00:13:43: Eine weitere wichtige Voraussetzung ist das Alter.

00:13:46: Der Gesetzgeber gibt vor, dass die Elternteile das XXV.

00:13:49: Lebensjahr abgeschlossen haben.

00:13:51: Was die Grenze nach oben angeht, ist die natürliche Generationenfolge einzuhalten.

00:13:56: Das kann man natürlich breit definieren.

00:13:58: Die Caritas hat eine eigene Grenze gesetzt, ein Neugebornes kann bis zum XVI.

00:14:03: Lebensjahr eines Partners vermittelt werden.

00:14:06: In Jens und Franziskas Fall hat es geklappt.

00:14:08: Doch der Prozess war intensiv.

00:14:10: Dieser durchleuchte Prozess, da geht es einem ja wirklich nochmal richtig an die Substanz.

00:14:15: Wie war das so für dich, doch nochmal in diese Selbstreflektionen mit dir, deiner Vergangenheit, deiner Kindheit, in einem zukünftigen Elternsein zu gehen?

00:14:23: Ich fand das sehr spannend.

00:14:24: Ich komme auch aus einer Arbeitskultur, aber auch persönlich reflektiere ich viel auch über mein Leben.

00:14:28: Ich versuche es zumindestens.

00:14:29: Und wenn ich dann so eine Gelegenheit bekomme, wie dort, auch nochmal die Familiengeschichte sich nochmal durch zu überlegen, auch die Familie vorzustellen und auch vorzustellen, wer ich bin.

00:14:38: Ich glaube, es war der richtige Weg, das authentisch zu machen.

00:14:40: Also habe ich auch natürlich geschaut, wie ich zu verschiedenen Dingen auch zur Familie vor allen Dingen stehe.

00:14:45: Ich fand jeden einzelnen Schritt, den mir da durchgegangen sind, sei es von diesem Stammbaum, welches man aufnehmen möchte, aber auch ... berufliche Arbeit und berufliche Zukunft vielleicht, bin ich angegangen mit, dass es auch eine Chance ist für mich selbst.

00:14:57: Und dass es eben halt diese Hoffnung gibt, dass sich dieser Kinderwunsch auch erfüllt.

00:15:00: Ich bin damit sehr offen umgegangen und fand es auch sehr gut organisiert.

00:15:03: In dem Fall von der Caritas, dass es wirklich immer einladen, auch eine gute Atmosphäre war, dass man das auch machen konnte.

00:15:08: Insofern mit jedem Schritt, den wir da durchlaufen haben, hat sich dieses Gefühl, okay, ich kann mich auch authentisch zeigen, eigentlich war noch mehr bestärkt.

00:15:15: Wie war das für euch als Paar?

00:15:17: Mein Eindruck war ... dass wir beide komplett auf einer Wellenlänge war, was das Ziel angeht.

00:15:24: Und dabei aber uns immer auch wieder ein Austausch angestoßen wurde, der zugeführt hat, dass wir darüber nachdenken, auch zum Beispiel, wenn es darum geht, welche Grenzen sind für uns, okay, welches Kind wollen wir aufnehmen?

00:15:34: Also, worauf lassen wir uns ein?

00:15:36: Da weiß ich noch, haben wir viel darüber gesprochen, weil plötzlich festgestellt haben, dass wir da durchaus unterschiedliche Positionen hatten zu einigen dieser Fragen.

00:15:44: Aber auch klar war, wir mussten auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

00:15:46: Und dann war es natürlich auch spannend, zuzuhören, was meine Frau über sich sagt.

00:15:52: Weil Dinge vorkamen, die mir glaube ich im Groben klar waren, aber ich auch mal ein tieferes Verständnis für sie entwickeln konnte.

00:15:58: Und das fand ich auch sehr bereichernd.

00:15:59: Gerade bei diesem Interview, wo es um die Familie ging, aber auch wo sie sich selbst vorstellt, ist noch mal eine Perspektive, die man so im Alltag glaube ich sonst nicht hat.

00:16:07: Insofern sind das die Erfahrungen, die wir damit gemacht

00:16:10: haben.

00:16:12: Vom Zeitpunkt des Infoabends bis in die Aufnahme in den Wartepul ist gerade mal ein halbes Jahr vergangen.

00:16:18: Die Caritas Radiens und Franziska noch dazu, lieber entspannt zu bleiben.

00:16:22: Erst mal keinen Babyvorbereitungskurs zu machen, der die Vorfreude zu sehr schnürn könnte.

00:16:26: Es ist Ende Februar.

00:16:28: Und auf einmal, nur zehn Tage später, ist Theo da.

00:16:32: Für mich gern mal durch die ersten Tage und Wochen, was hat sich da verändert?

00:16:36: Wie waren eure Gefühle, gab es da Überraschungen?

00:16:38: Wie war da so das Lebensgefühl auf einmal?

00:16:41: Es war ein kompletter Bruch.

00:16:43: Ich hatte zum Glück einen Arbeitgeber, bei dem ich es sofort freinehmen konnte.

00:16:47: Er hatte gerade noch eine Art Öffentlichkeits-Arbeitsaktion vorbereitet.

00:16:51: Wir wollten gerade einen hundertausenden Menschen E-Mails verschicken.

00:16:55: Und plötzlich hieß es, ja, hallo, kommen Sie morgen ins Krankenhaus.

00:16:58: Und dann bleiben Sie auch vermutlich gleich da.

00:17:00: Und nach dem Motto, erst noch mit dem bestimmten Teil vom Leben erst mal ein kompletter Bruch.

00:17:05: Ich hab quasi dann sofort meinen Chef angerufen und gesagt, ja, das haben wir erzählt, da könnte was kommen.

00:17:09: Wir wollten mal grob drüber reden.

00:17:10: Ich hab noch nicht mal mit meinem Chef richtig darüber gesprochen.

00:17:13: Und auf einmal BAM!

00:17:14: Jetzt ist es da!

00:17:15: Und da hat quasi mein altes Leben so ein bisschen aufgehört.

00:17:17: Ich habe alles übergehend bin aus der Arbeit raus und ins Krankenhaus rein.

00:17:21: Und danach ging es auch schon recht schnell, dass die Krankenschwester im Krankenhaus uns gezeigt haben, wie man Windeln wechselt.

00:17:26: Und da bin ich vom Computerarbeit, wie spreche ich Menschen oder wie motiviere ich Menschen am besten dazu, das und das zu machen.

00:17:32: Auf einmal kam okay, wie wechsel ich eine Windel?

00:17:34: Wie mache ich ein Proposauber?

00:17:36: Und wie gebe ich es nun trinken?

00:17:38: Weil auf einmal war natürlich so, ich bin jetzt für ein kleines Kind verantwortlich, wie dieses kleine Wesen.

00:17:43: Wie mache ich das richtig?

00:17:44: Keine Ahnung.

00:17:44: Klasche geben, alles klar, sauer machen.

00:17:47: Was brauchen wir jetzt eigentlich?

00:17:48: Ich habe dann erst mal einen Lastenrad gemietet, mir einen Kinderbett gekauft, weil nach zwei Tagen muss man nach Hause.

00:17:53: Wann Samstag dann?

00:17:54: Mussten natürlich ganz schnell einen Kinderbett her.

00:17:56: Wo stellen wir das überhaupt hin?

00:17:57: Wir brauchen noch die und die Sachen.

00:17:58: Meine Frau ist los.

00:17:59: Zu DM-Kindersachen gekauft.

00:18:01: Ich meine, beide.

00:18:01: zum Glück konnten wir im Krankenhaus bleiben.

00:18:03: Ja, ich konnte mir auch immer abwechseln.

00:18:05: Aber wir wollten auch gar nicht weg aus dem Krankenhaus.

00:18:07: Das war für uns auch ein hochemotionaler Moment.

00:18:10: Wo wir auch, muss man ehrlich sein, entscheiden mussten, wollen wir Theo jetzt annehmen oder nicht?

00:18:15: Das ist das, was uns auch ganz klar gesagt hatte, dass es Theo lernen sie ihn kennen und sagen sie uns dann Bescheid, ob es passt oder nicht.

00:18:22: Weil das wissen Leute von der Adoptionsvermittlung glaube ich auch, dass das manchmal aus irgendwelchen Gründen nicht passen könnte.

00:18:28: Aber für uns war glaube ich schon im ersten Moment klar, dass wir jetzt nicht einfach wieder weggehen können.

00:18:34: Dann sind wir hier mit ihm nach Hause gegangen, dann plötzlich waren wir Eltern.

00:18:39: Man hat ja dann trotzdem alles, was so mit einem Säugling auch daherkommt.

00:18:42: Schlafmangel wahrscheinlich, nächtliches Windewechseln.

00:18:46: Wie war das dann mit der Fütterung dann?

00:18:47: Also gab keine Muttermilch, wie habt ihr das gemacht?

00:18:50: Wir haben direkt fortgesetzt mit dem, was sie im Krankenhaus gegeben hatten, also dieser Pränarung.

00:18:54: Er hat dann den Flächen bekommen.

00:18:56: Es war auch nachts immer Füttern, Schlafen, Windelwechseln, in drei Stunden Abstand.

00:19:01: Es war schon sportlich.

00:19:01: Ich bin auch ein sehr sportlicher Mensch, hab da auch immer auf meine Regeneration und Schlaf geachtet.

00:19:06: Und das konnte man alles vergessen.

00:19:08: Also drei Stunden Rhythmen, da war ich froh.

00:19:11: Wir haben ihn auch zu uns quasi in Kinderbett direkt neben unser Bett gestellt, haben uns dann einfach abgewechselt.

00:19:15: Dadurch, würde ich sagen, hatte ich schon fast den kleinen Vorteil, als Mann dazu alles auch übernehmen zu können, Eben oft doch, glaube ich, an der Mutter hinbleibt.

00:19:23: Konnten wir uns wirklich Fifty-Fifty aufteilen, was mir auch echt wichtig war.

00:19:27: Ich hoffe, dass es auch gelungen ist.

00:19:28: Ich kann mich noch erinnern, es waren Zyklus aus Schlafen, Spazierengehen, Windeln wechseln, füttern und wieder von vorne.

00:19:35: Und natürlich viel lesen, weil muss ganz ehrlich sein, mussten einfach auch schnell lernen und das haben wir noch gemacht.

00:19:42: Gab's noch eine besondere Überraschung, wo du dir dachtest, das hätt ich mir ganz anders vorgestellt als neuer Vater.

00:19:49: Ich hätte z.B.

00:19:51: nie gedacht, dass ich mal Puppo in der Hand habe und deck mir.

00:19:54: Okay.

00:19:54: Oder, was ich auch nicht gedacht hätte, ganz ehrlich, ist, wie ich auf dieses kleine Kind reagiere.

00:20:00: Zum Beispiel, um drei Uhr nachts aufgeweckt werden, schreien, weil, ist das was?

00:20:03: Immer wieder Hunger.

00:20:04: Aufstehen, total müde, völlig fertig.

00:20:07: Nimm ich ihn hoch, und sobald ich ihn oben habe, hört er aufzuschreien und guckt mich mit großen Augen an, ist ganz friedlich.

00:20:13: Und dieser Moment jetzt umschalten zu wollen, oh mein Gott, jetzt lasst mich mal kurz in Ruhe zu.

00:20:19: Entspannt und alles ist gut.

00:20:21: Es ist drei Uhr nachts.

00:20:22: Ja, natürlich bekommst du im Flächen.

00:20:24: Wie das so funktioniert, wie ich auch darauf reagiere, das hätte ich nicht gedacht.

00:20:27: Ansonsten muss ich auch zugeben, mir fehlen glaube ich Erinnerungen.

00:20:30: Die Möglichkeit und Anstrengung hat auch ein bisschen dazu geführt, dass ich nicht mehr so ganz weiß, was da noch so alles war.

00:20:36: Eine ultraintensive Kennenlernzeit für das Paar und den kleinen TU.

00:20:40: In dieser Zeit wird empfohlen, sich Hilfe zu suchen bei Freunden und Familie im Umgang mit Säuglingen.

00:20:45: Jens und Franziska finden außerdem ein gutes Netzwerk zur Unterstützung.

00:20:49: Wir

00:20:49: haben eine Hebamme gesucht.

00:20:51: Wir hatten auch schon vorher das einzige Ding, der wegen der Zehntage so ein bisschen verloren gegangen sind, dass wir noch keine Hebamme hatten.

00:20:56: Aber wir haben zum Glück über ein Hebammenetzwerk und Kontakte sofort jemanden gefunden.

00:21:00: Und es hat uns auch sehr geholfen.

00:21:01: Nach Crash Course zwei Tagen im Krankenhaus sind doch noch unglaublich viele Fragen offen gewesen.

00:21:07: Zum Beispiel auch als erste Mal ... Genießt hat, richtig genießt hat, okay, das ist mehr als nur einmal kurz.

00:21:13: Was machen wir jetzt?

00:21:15: Oder wie bringen wir Ihnen einen Tragetuch hinein, damit wir auch so mit ihm spazieren gehen können?

00:21:20: Das sind all so Fragen, da waren unsere Hebamme, glaub ich, unerlässlich.

00:21:23: Gab es da irgendwelche Angebote, zum Beispiel jetzt auch vom Bezirk, wo ihr Unterstützung in Anspruch nehmen konntet?

00:21:29: Sei es jetzt gleich zu Anfang oder auch jetzt, fühlt ihr euch da unterstützt von der Stadt, von dem Bezirk sozusagen in eurer Adoptionsreise?

00:21:37: Von der Stadt?

00:21:37: Ja.

00:21:37: Ja, weil das natürlich auch Jugendamt, ein Senat ist ja auch in gewisser Weise involviert.

00:21:41: Insofern der Prozess von der Seite ist sehr gut gelaufen.

00:21:44: Dann als Unterstützung fallen mir vor allen Dingen die Familienzentren ein, wo auch Kids funktioniert, glaube ich, sei es ganz ehrenamtlich oder halt auch viel gefördert.

00:21:53: Wo wir, glaube ich, auch einen Unmaß an Kursen.

00:21:56: Ich habe mir erste Hilfe Kurs dort gemacht zur Esshilfe für ein Kind.

00:21:59: Wussten zum Beispiel auch nicht, dass eine Wiederbelebung ganz anders funktioniert oder das heimlich manöver.

00:22:04: Irgendwann möchte man ja darauf vorbereitet sein, besser früh als zu spät.

00:22:08: Aber auch Kurse wie Krabbelgruppen, wo sich auch Babys miteinander treffen und natürlich die Eltern.

00:22:14: Sei es einfach nur, Babykleidung tauschen, alle möglichen Kurse.

00:22:19: Ich glaube, das ist so die größte Änderung, wie auch Nachbarschaft kids funktioniert, aber auch wo Förderung stattfand.

00:22:25: Plus dann irgendwann auch die Bibliotheken, die viele auch in Kinderschöpfung haben.

00:22:28: Übrigens, rein rechtlich gesprochen, ist es in dieser Kennlernphase meist noch kompliziert.

00:22:34: Es muss nun ein Jahr adoptiv Pflegezeit geben, bis die künftigen Adoptiveltern dann einen Antrag auf Annahme stellen können für das Kind.

00:22:41: Bis dahin hat meist das Jugendamt die Vormundschaft.

00:22:44: Der Vormund oder die Vormunden hat sozusagen das Sorgerecht für das Kind und die Person macht Hausbesuche in der Familie, guckt, ob ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht und ob es dem Kind gut geht.

00:22:55: Die Adoptivpflegeeltern bekommen in dieser Zeit dann Vollmachten, um Termine wahrzunehmen wie Kinderarzttermine oder U-Untersuchungen.

00:23:02: Der Vormund oder die Vormunden muss dann auch, wenn das Jahr oben ist, für das Kind den Antrag auf Adoption stellen.

00:23:09: Erst dann ist der Prozess wirklich abgeschlossen.

00:23:17: Nach der Adoption sind Eltern dann von offizieller Seite auf sich gestellt.

00:23:22: Doch natürlich gibt es weiterhin Hilfe.

00:23:24: Fortbildungsangebote, Stammtische, Selbsthilfegruppen, sogar ein jährliches Hoffest, bei dem alle Familien, Angehörigen und ihre Kinder zusammenkommen können.

00:23:33: Auch die Familien- und Erziehungsberatung im Bezirk hilft.

00:23:36: Die sitzt bei der Caritas sogar auf demselben Flur.

00:23:39: Auch wenn vielleicht therapeutische Hilfe notwendig wird, gibt es schnelle Adressenvermittlungen.

00:23:43: Bei der Caritas kann sich die Adoptivfamilie immer melden, wenn es Bedarfe gibt.

00:23:49: Was viele Adoptivkinder bewegt, mich damals auch, war die Frage nach der Herkunft.

00:23:54: Die meisten Kids werden als Säuglinge oder in den ersten Lebensmonaten vermittelt.

00:23:58: Klar also, dass wenig Erinnerung an die Zeit vor der Adoption existiert.

00:24:03: Etwa zwanzig bis dreißig Prozent treffen am Ende ihre Herkunftsfamilien.

00:24:07: Manchmal initiiert durch das Kind, manchmal fragen die leiblichen Eltern nach, aber auch Familienangehörige der biologischen Familie.

00:24:13: Geschwister, Tanten, Onkel haben manchmal einen Interesse.

00:24:17: Dann gibt es Möglichkeiten von der Caritas aus, die andere Seite jeweils anzusprechen, ob sie das möchte.

00:24:22: Allerdings leider nicht in jedem Fall.

00:24:25: Habt ihr damals von Theo etwas über sein Background erfahren?

00:24:29: Nein, weil es ist eine anonyme Geburt.

00:24:31: Das funktioniert so ähnlich wie eine Babyklappe.

00:24:34: Über die leibliche Mutter ist auch gar nichts bekannt.

00:24:37: Es gibt einen kurzen Bericht vom sozialen Dienst, sobald wir wissen.

00:24:40: Aber das ist eigentlich gesagt auch schon alles.

00:24:42: Und das ist, glaube ich, eher selten.

00:24:45: Aber in dem Fall auch nochmal eine besondere Herausforderung natürlich auch für spätere Identitätsfindungen einfach.

00:24:50: Und hier wird auch schwer haben, herauszufinden, was seine Wurzeln sind, wenn er das denn möchte, wenn er das so sieht.

00:24:55: Manchmal werden Kinder anonym in Kliniken entbunden.

00:24:58: Die Frauen wollen dann nichts von sich preisgeben, einfach nur entbinden und wiedergehen, erzählt Gabriele Knabe.

00:25:04: In diesen Fällen ist dann auch immer klar, es geht in Adoption.

00:25:07: Dazu muss ich noch mal sagen, Adoption ist ja immer freiwillig.

00:25:11: Die leiblichen Eltern stimmen den zu, sie unterschreiben uns einen Vermittlungsauftrag.

00:25:16: In diesen

00:25:16: anonymen

00:25:17: Abgabeform kann es keine Freigabeerklärung geben.

00:25:21: Es ist immer klar, das Kind geht jetzt nicht in die Pflege.

00:25:24: Es ist eigentlich rechtlich nicht erlaubt, in beiden Fällen wird ermittelt.

00:25:28: Aber man kann es natürlich dann nicht mehr nachvollziehen, wer hier die Eltern sind.

00:25:33: Es zieht dann natürlich nach sich, dass die Kinder später niemals erfahren können, wer sind meine leiblichen Eltern?

00:25:40: Wo komme ich eigentlich her?

00:25:41: Wo sind meine Wurzeln?

00:25:42: Und das ist wirklich schwierig für die Kinder, damit dann in ihrem Leben später auch zurechtkommen zu müssen.

00:25:49: Deswegen hat ja der Gesetzgeber da auch aus dem Jahr den vertraulichen Geburt eingeführt, wo gerade die Schwangerinnen oder die Mütter anonym bleiben können.

00:26:02: Aber unter einem Pseudonym ihre eigentliche Identität angeben.

00:26:08: Das wird hinterlegt im Bundesamt für Familie.

00:26:11: Und wenn es Kind sechzehn ist, kann es auf die Daten seiner Mutter zunächst zurückgreifen und kann erfahren, wo es herkommt.

00:26:19: Auch spannend ist die Frage, wie und wann erzählt man seinem Kind eigentlich, dass es adoptiert ist?

00:26:25: Seine Gedanken dazu möchte ich auch von Jens wissen.

00:26:27: Da hat uns die Caritas auch sehr gut vorbereitet, dass man das möglichst früh machen sollte.

00:26:33: Gar nicht irgendwie warten.

00:26:34: Deswegen haben wir damit angefangen, das sogar schon als Baby zu erzählen, auch wenn es natürlich teilweise absurd ist, weil was versteht ein Baby.

00:26:41: Aber wir haben die Übung gemacht.

00:26:42: Manchmal erzähle ich ihm auch noch gerne.

00:26:44: Zum Beispiel hat er uns mal gefragt, weil wir uns getroffen haben, meine Frau und ich.

00:26:48: Und da konnte ich zum Beispiel ihm auch erzählen, wir haben uns auch mal so getroffen.

00:26:53: Also solche Dinge versuche ich immer für mich als Übung auch schon mit reinzunehmen.

00:26:55: Ja, ich muss zugeben, ich gucke auch manchmal Star Wars Filme.

00:26:58: Und das heißt, The Mandalorian ist zum Beispiel sehr spannend, weil da findet eine Adoptionsstadt in dieser Serie.

00:27:02: Und es ist natürlich klar irgendwann, wenn wir auch diese Serie mit dem gucken oder andere Sachen, wo das so stattfindet.

00:27:07: Und dann, wenn er dann Fragen stellt, ich will es ihm auch nicht über den Kopf stirben, so jetzt du bist adoptiert, das musst du begreifen irgendwann, sondern ihm einfach Angebote machen, so ganz leicht, wo er auch Fragen stellen kann, darauf reagieren dann und das auch zu einer Normalität zu führen.

00:27:22: wenn ich letztes noch was hinzufügen darf dazu auch noch Kontakt zu anderen Adoptiveltern halten, die ich ganz stark suche und wo ich versuche auch mehr mich zu vernetzen.

00:27:29: Das vielleicht auch sich ein, zwei Freundschaften entwickeln zu anderen Adortivkändern, das für ihn halt normal ist.

00:27:34: Ich würde sagen, Adoption ist immer auch ein gewisses Trauma, weil ihm fehlt halt etwas von dem, was in der Gesellschaft als normal angesehen wird und die noch so auch nahe gebracht wird als was normal ist.

00:27:42: Und das möchte ich halt so gut wie möglich gestalten.

00:27:44: Das finde ich mega schön.

00:27:46: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das Adoptiert zu sein, sich immer ein bisschen anfühlt, wie auf einer Insel zu leben.

00:27:52: Kaum jemand, den man im Leben trifft, hat sowas erlebt.

00:27:55: Die Anzahl von Fremd-Adoptiv-Fällen ist einfach sehr gering.

00:27:59: Und wer man jemanden hat, der das irgendwie auch erlebt hat, also in ähnlicher Form oder halt einfach die gleichen Issus da sind oder Struggle vielleicht auch mitbringt, ich glaube, das kann wahnsinnig viel helfen, sich da nicht so allein zu fühlen.

00:28:11: So wie Jens und Franziska Kierberg es machen, ist es meiner Meinung nach genau richtig.

00:28:15: Welchen Rat würdest du anderen Eltern geben, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, sich auch auf diese Adoptionsreise zu machen?

00:28:23: Hast du da eine kleine Hilfestellung?

00:28:25: Das ist nicht nur meine persönliche Meinung, was ich da zu antworten würde, sondern etwas, wo ich dem absolut zustimme ist, sich klarmachen, warum man das macht.

00:28:33: Und wenn es ein unerfüllter Kinderwunsch ist, auch zu akzeptieren, dass Adoption ein bisschen was anderes ist.

00:28:37: Da kommt immer noch mehr mit.

00:28:38: Und soweit ich gehört, gelesen, aber auch für mich selbst, glaube ich, begriffen habe mittlerweile ist, dass das ein anderer Weg ist, wie eine Familie entsteht.

00:28:47: Aber dieser Kinderwunsch, damit sollte man, glaube ich, auch schon so gewisse Reihen sein, dass es vielleicht auch nicht klappen könnte.

00:28:54: Aber auch, dass eine Option halt was anderes ist und man dann eben mit diesen zusätzlichen Herausforderungen wieder entstehen könnte oder mit diesem anderen Weg, dann einfach auch bereit ist, das ehrlich anzugehen.

00:29:02: Ansonsten, glaube ich, mag es problematisch werden, wenn es um diese Herausforderung bei der NDTH-Zwindung später gehen wird.

00:29:07: Und dann, wenn mein zweiter Rat sich auf diesen Prozess einlassen, in diesem Bewerbungsverfahren zur Adoption.

00:29:12: Das ist, glaube ich, eine sehr interessante Interessante Situation, wenn man sich selbst und das Leben als Familie reflektieren kann.

00:29:18: Aber es ist eben auch eine Phase, wo man sich fragen kann, wie bereit ist man und wie wird es denn werden.

00:29:24: Und wer bin ich eigentlich auch im Sinne von dem, dass man sich eine Familie finden soll.

00:29:29: Und sich da auf diesen Prozess einfach einlassen, genau.

00:29:31: Das wäre der Punkt, wo ich dich fragen würde, gibt es etwas, was dir auf dem Herzen liegt, was ich vergessen habe zu fragen?

00:29:36: Oder bist du soweit erst mal damit rund?

00:29:39: Ich glaube, eine Sache auch jetzt gerade nach dem Interview fällt mir noch auf, dass ich sehr dankbar bin für die Art und Weise, wie die Karitas das gemacht hatte.

00:29:45: Sowohl der Prozess, ich glaube, diese Nahtverwaltung macht das sehr ähnlich.

00:29:48: Ich möchte die jetzt nicht unbedingt nur die Karitas herausstellen, aber zum Beispiel auch die Seminare, die wir bekommen haben und die Veranstaltungen, die sie danach machen, machen auch Stammtische, machen einen Fest, wo sich Adoptiv Eltern auch treffen können.

00:30:01: Wenn ich manchmal mehr Vernetzung wünschen würde, aber ich habe das Gefühl, auch dafür ist Offenheit da.

00:30:05: Und diese Nachbetreuung, dass danach noch etwas gibt und man uns als Eltern noch so ein Stück weit begleitet und uns auch Angebote schafft.

00:30:13: Das finde ich auch noch mal total toll und wie gesagt auch dankbar einfach, wie dieser Prozess abgelaufen ist.

00:30:18: Ich würde sagen, selbst wenn es nicht geklappt hätte, glaube ich auch, dass hätte man uns dort gut durchgeführt.

00:30:23: Von Frau Knabe möchte ich zuletzt wissen, was sie denn durch ihre Arbeit mit Adoptivfamilien gelernt und in all den Jahren mitgenommen hat.

00:30:30: Eine wichtige Erfahrung ist für mich natürlich, dass ein Kind, auch wenn es nicht das biologische Kind von Eltern ist, wirklich dort gut ankommen kann, wenn es Bedingungen hat, wie mit ganzer Empathie aufgenommen zu werden, wenn den Bedürfnissen gut entsprochen werden kann, wenn die Biografie des Kindes sensibel berücksichtigt werden kann.

00:30:55: dass das wirklich ein wunderbares Modell ist, dass Kinder in Familien aufwachsen können, die nicht überleiblichen sind.

00:31:02: Und

00:31:03: letztendlich sich dort auch wirklich zu Hause fühlen, wirklich angekommen.

00:31:08: Und auch das Gefühl haben für mich ist ganz klar, meine Adoptiveltern sind eigentlich meine Eltern.

00:31:13: Wir haben jetzt von dem intensiven Prozess der Vorauswahl der Familien gehört.

00:31:18: Von dem Zusammenführen der Familien, dem Kennlernen und dem Eingewöhnen in der neues Leben mit Adoptivkind.

00:31:24: Ich musste nach diesen Gesprächen, ehrlich gesagt, auch erstmal tief durchatmen und mich sammeln.

00:31:35: Dann gibt es aber noch andere Fälle.

00:31:37: Wir haben vorhin davon gehört, dass die Adoption immer auf freiwilliger Basis der leiblichen Eltern geschehen muss.

00:31:43: wenn die Eltern aber keine Zustimmung geben und das Kind trotzdem nicht selber versorgen wollen oder können, dann geht das Kind in eine Pflegesituation.

00:31:51: Was die Pflegevermittlung von einer Adoption noch unterscheidet, das sollte jetzt von Angelika Nietzsche von Familien für Kinder GmbH, eine zentrale Landesberatungsstelle im Auftrag der Senatsverwaltung in Berlin, an die sich Menschen wenden können, wenn sie ein Kind in Pflege nehmen wollen.

00:32:06: Was unterscheidet die Pflegevermittlung von der Adoption?

00:32:09: Können Sie da die Unterscheidung einmal deutlich machen?

00:32:11: Genau, also der rechtliche Aspekt, denke ich, ist auf jeden Fall ein ganz, ganz entscheidender, weil Adoptiveltern, ein Adoptivkind ja dann irgendwann wie ein rechtliches Kind annehmen und es zur Familie dazugehört.

00:32:22: Und das ist bei einem Pflegekind deutlich, deutlich anders.

00:32:25: Das bedeutet, dass Pflegeeltern andere Rechte haben, andere Verpflichtungen haben.

00:32:32: Und es bedeutet vor allen Dingen, dass wenn ein Kind einer Pflegefamilie untergebracht wird, dass es auch das Ziel ist, dass die Kinder weiterhin Kontakt haben zu ihren Eltern regelmäßig.

00:32:45: Das Kernding ist ja, dass wenn ein Kind in einer Pflegefamilie untergebracht wird, dann läuft das über das zuständige Jugendamt und das ist eine sogenannte Höfe zur Erziehung, eine stationäre Höfe zur Erziehung, was Pflegeeltern leisten, wenn sie ein Kind bei sich aufnehmen.

00:33:01: Das bedeutet für alle annehmenden Pflegeeltern, dass sie natürlich im Alltag mit dem Kind zusammenleben.

00:33:07: Aber darüber hinaus, also immer auch irgendwie in Kooperation mit mehreren Leuten sind.

00:33:13: Also sie haben regelmäßig Kontakt mit dem Jugendamt, regelmäßig Kontakt mit den Fachkräften eben auch, wenn es in dem Fall so ist, auch Kontakt mit den leiblichen Eltern.

00:33:22: Man kann fast so ein bisschen sagen, Pflegeeltern sind so ein bisschen eigentlich so, naja, so wie ehrenamtliche Mitarbeiter des Jugendamtes.

00:33:29: Pflegefamilien machen sich auch nochmal anders gläsern, ja, dadurch, dass die Fachkräfte ja auch regelmäßig kommen und gucken, wie läuft es in der Familie?

00:33:38: Das Jugendamt hat bei Pflegefamilien die ganze Zeit während des Pflegeverhältnisses eine ganz, ganz, ganz wichtige Funktion, also immer zu gucken, also ob es allen Beteiligten gut geht und vor allen Dingen eben auch dem Kind gut geht.

00:33:51: Und das ist auch gut.

00:33:52: Und es zeigt sich einfach, dass jede Familie, die ein fremdes Kind irgendwie annimmt, dass die Unterstützung braucht.

00:33:57: Also auch gerade, wenn es darum geht, dass dauerhaft ein Kind untergebracht wird.

00:34:01: Dieses Matching, das ist der Fokus der Arbeit in der Pflegekinderhilfe.

00:34:06: Jedes Bundesland, manchmal auch jeder Landkreis, macht es ein bisschen anders.

00:34:08: Es gibt auch unterschiedliche Begrifflichkeiten.

00:34:11: Wir sind in Berlin, deswegen sprechen wir davon, wie es in Berlin geregelt ist.

00:34:15: In Berlin gibt es also zwei Formate.

00:34:17: Es gibt die Möglichkeit, dauerhaft mit einem Pflegekind zusammenzuleben.

00:34:20: Und das hat natürlich viel mit der Motivation zu tun.

00:34:23: Wenn ich einen Kinderwunsch habe, wenn ich Familie gründen möchte, dann ist das eher das, was für mich passt.

00:34:29: Es gibt die Möglichkeit, befristet mit einem Pflegekind zusammenzulehnen.

00:34:32: Die befristete Vollzeitpflege bedeutet, dass ich bereit bin, ein Kind aufzunehmen aus einer akuten Notsituation.

00:34:39: Und das also nur für eine gewisse Zeit.

00:34:42: Familien, die sich bereit erklären, befristete Vollzeitpflege anzubieten, die sind so ein bisschen wie die Feuerwehr.

00:34:47: Im Jugendamt kommen Notsituationen an.

00:34:50: Entweder meldet sich die Mutter an das Jugendamt oder Außenstehende, wenn sie sich an das Jugendamt.

00:34:56: Es ist klar, hier gibt es eine familiäre, schwierige Situation.

00:35:00: Die ist so, dass das Kind nicht länger bleiben kann.

00:35:03: Dann muss das Jugendamt handeln.

00:35:05: Sobald eine Kindeswohlgefährdung besteht, muss das Kind aus dieser Situation herausgeholt werden und in Sicherheit gebracht werden.

00:35:13: Dann brauchen wir einen Ort, wo diese Kinder hin können.

00:35:16: Und wir wissen, also gerade im Bezug auf sehr, sehr, sehr kleine Kinder, dass einfach eine Unterbringung in einem familiären Setting, wo eher Kontinuität und Stabilität irgendwie erst mal angeboten wird, dass das für die aller, aller meisten Kinder sozusagen das ist, was ihnen gut tut.

00:35:31: Und das sind wirklich Unterbringungen, die passieren manchmal innerhalb von Stunden.

00:35:35: Das sind Familien, die extrem flexibel sind.

00:35:37: In der Regel sind das Familien, wo eine Person zu Hause ist.

00:35:40: Und allein das sind es schon mal irgendwie Parameter, die nicht für alle Menschen irgendwie anzubieten sind.

00:35:48: Außerdem sind es häufig Personen, die bereits eigene Kinder haben.

00:35:51: Und wo eben sozusagen dieser Aspekt, also Familie zu erweitern oder überhaupt dieser Kinderwunschaspekt nicht irgendwie im Vordergrund steht, sondern es geht da eher darum, Kinder zu helfen.

00:36:02: Übrigens müssen es nicht unbedingt Familien sein.

00:36:04: In der Langzeitpflege sind es inzwischen viele Alleinerziehende, vor allem allein stehende Frauen, die Kinder bei sich aufnehmen.

00:36:11: Der Anteil der Alleinerziehenden macht inzwischen fünfzig Prozent aus.

00:36:14: Solange die erforderlichen Rahmenbedingungen stimmen, ist das auch möglich.

00:36:18: Auch immer mehr jüngere Menschen zwischen zwanzig und dreißig interessieren sich für die Langzeitpflege.

00:36:24: Ein Kind in einer akuten Krise bei sich aufnehmen, keine einfache Aufgabe.

00:36:28: In der Regel sind es hochbedürftige Kinder, kleine Kinder, die untergebracht werden.

00:36:33: Laut Senatsverwaltung lebten Ende letzten Jahres rund zweitausend Pflegekinder in etwa eintausend Achthundert Pflegefamilien in Berlin.

00:36:41: Gleichzeitig warten derzeit mehrere hundert Kinder darauf, in die Pflege vermittelt zu werden.

00:36:46: Insbesondere bei der Kurzzeitpflege für Kleinstkinder in Notsituationen gibt es aktuell große Engpässe.

00:36:52: Für sie heißt es im schlimmsten Fall Kriseneinrichtung, Heim und keine Bezugspersonen.

00:36:57: Nun ja, für die Kleinen da zu sein, sie zu stabilisieren und Sicherheit zu geben, aber auch bereit zu sein, die Kids im Zweifelsfall wieder gehen zu lassen, ist auch einfach krass.

00:37:08: Manche Leute trauen sich das zu, manche wissen sofort, dass es für sie nicht in Frage kommt.

00:37:13: Und auch das ist vollkommen okay, sagt Angelika Nitscher.

00:37:16: Was tatsächlich für mich ein großes Thema ist, wenn Menschen hier an Landen, wo ich merke, dass die selber eigentlich Bedarfe haben oder sehr bedürftig sind.

00:37:26: Da kommen bei mir ganz, ganz viele Fragezeichen.

00:37:29: Dann passt das irgendwie mit dieser Aufgabe nicht so richtig oder mit diesem Vorhaben nicht so richtig.

00:37:34: Menschen, die beispielsweise vielleicht auch Dankbarkeit dafür erwarten, dass sie jetzt das machen, die das vielleicht auch machen, um irgendwie besonders toll zu sein.

00:37:44: Das sind so die Knackthemen.

00:37:45: Also, wo wir auch immer darauf aufmerksam machen, hat das jetzt was mit dem Kind oder ist das eher jetzt irgendwie eine Erwartung, die ich ja habe?

00:37:52: Nehmen wir mal an, ich bin eine kinderlose Frau, bin vielleicht schon irgendwie ... Anfang vierzig.

00:37:56: Adoption kommt für mich nicht mehr in Frage.

00:37:59: Auslandsadoption kann ich mir nicht leisten.

00:38:00: Inlandsadoption kommt aufgrund meines Alters nicht mehr in Frage.

00:38:03: Dann ist das sozusagen vielleicht die letzte Option.

00:38:06: Und das ist natürlich für viele Menschen ein Riesendruck, ein Riesennot.

00:38:10: Und dann, ja, aus der Befürchtung heraus, dass das dann vielleicht nicht klappt mit dem Pflegekind, zeige ich mich nicht so.

00:38:17: Oder verheimliche ich irgendwie Sachen.

00:38:19: So kommen die Leute auch hier bei unseren Infoveranstaltungen auch an.

00:38:22: Wir merken das ja auch.

00:38:24: Wie viele Wirklich auch einen Riesenemotionalen Druck haben.

00:38:27: Aber es zahlt sich halt nicht aus.

00:38:29: Und das ist eine Tatsache.

00:38:30: Sagen wir eine Familie oder ein Paar, was das jetzt hört, denkt sich, sie hätten großes Interesse daran, selber jetzt ein Kind in die Kurze oder Langzeitpflege zu nehmen.

00:38:40: Wo wenden die sich als Allererstes am besten hin?

00:38:42: Ja, tatsächlich zu uns.

00:38:44: Wir sind die Landesberatungsstelle in diesem Bereich.

00:38:47: Und wir haben die Aufgabe, tatsächlich alle Leute, die sich dafür interessieren, vorzubereiten.

00:38:53: Und das machen wir also zentral hier bei uns in der Beratungsstelle gesamtstädtisch.

00:38:58: Das bedeutet, also die Leute können uns kontaktieren telefonisch oder auch über Homepage, können sich anmelden zu unserem Informationsabend.

00:39:07: Und bei diesem Abend bekommen Sie dann sozusagen die ersten Einblicke in die Materie und die ersten wichtigen Informationen.

00:39:13: Pflegemutter, Pflegevater, Pflegeeltern werde ich nicht von heute auf morgen.

00:39:17: Ja, das ist ein Weg.

00:39:18: Und wenn die Leute nach dem Informationsabend das Gefühl haben, okay, das könnte was für mich sein, dann gibt es noch einen zweiten Part der Vorbereitung und das ist ein Tagesseminar.

00:39:28: Und wenn Sie nach diesem beiden Veranstaltung also sagen, okay, ja, hört sich gut an, kann ich mir vorstellen, mache ich mich weiter auf den Weg.

00:39:35: Dann nehmen sie Kontakt auf mit dem Pflegekinderdienst in ihrem Wohnbezirk.

00:39:38: Weil das ist in Berlin so.

00:39:40: Jeder Bezirk hat seinen eigenen Pflegekinderdienst, eben auch in Charlottenburg-Wilmersdorf.

00:39:44: Und der Pflegekinderdienst hat dann die Aufgabe, also die bewerbenen Menschen kennenzulernen, zu überprüfen, ob sie geeignet sind.

00:39:51: Und das geschieht dann eben immer mit dem zuständigen Jugendamt.

00:39:56: Und das besuche ich jetzt als letzten Akt und treffe mich vor Ort mit Hannah Kobo.

00:40:00: Sie ist Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin im Jugendamt und arbeitet seit acht Jahren im Pflegekinderdienst Schollottenburg-Wilmersdorf.

00:40:07: Schollottenburg-Wilmersdorf ist traditionell ein pflegestellen starker Bezirk.

00:40:12: Das hängt mit der bürgerlichen Bevölkerungsstruktur zusammen.

00:40:15: Aber ... Auch Charlottenburg-Wilmersdorf verzeichnet, wie alle Berliner Bezirke in den letzten Jahren, einen Rückgang der Bewerbungen bei gleichzeitigem Anstieg des Bedarfsanpflegepersonen.

00:40:28: Das hat strukturelle Gründe.

00:40:31: Frauen sind stärker in Beruf engagiert und möchten sich da auch engagieren.

00:40:35: Dann gibt es insgesamt höhere Lebenserhaltungskosten.

00:40:39: Es gibt insgesamt mehr Druck auf Familien.

00:40:41: Und da spüren wir einfach.

00:40:43: Tatsächlich gibt es ja einfach immer mehr ... Krisen, politische Krisen, gesellschaftliche Krisen und dadurch auch immer mehr Menschen, die in Krisensituationen sind.

00:40:52: Also die Wohnungslosigkeit bei Familiensteig zum Beispiel oder auch die Zahl der psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen.

00:40:59: Und das ist natürlich dann auch immer ein Grund dafür, dass Kinder nicht bei Eltern aufwachsen können, die von einer dieser Dinge betroffen sind.

00:41:07: In Berlin sind grundsätzlich die Jugendämter für die Pflegekinderhilfe zuständig.

00:41:11: Während viele Bezirke dabei operative Aufgaben an freie Träger abgeben, ist der Pflegekinderdienst in einigen Bezirken, wie hier in Charlottenburg-Wilmersdorf, direkt im Jugendamt angesiedelt.

00:41:23: Das bedeutet, dass dort die Überprüfung, Vermittlung sowie Begleitung der Pflegefamilien selbst übernommen wird.

00:41:28: Der Vorteil?

00:41:29: Kürzere Wege, mehr Informationen aus erster Hand und eine passgenauere Vermittlung.

00:41:34: Am Ende bleibt aber in jedem Fall immer das Jugendamt die entscheidende Instanz.

00:41:39: Kann man was über die Menschen sagen, die sich für eine Pflegevermittlung interessieren?

00:41:43: Wenn sie da so ein Bild zeichnen müssen, mehr sind die Menschen, die dazu kommen.

00:41:46: Die Gründe, warum Leute kommen, sind sehr unterschiedlich.

00:41:50: Es gibt den Bereich der Verwandtenpflege oder der sozialen Netzwerkpflege.

00:41:55: Das sind dann Bewerberinnen und Bewerber, die schon eine Beziehung zu dem Kind haben.

00:41:59: Zum Teil sind es Kinderwunscheltern, die selbst keine Kinder bekommen.

00:42:03: können aus gesundheitlichen Gründen oder auch weil ihre Lebenssituation das nicht hergibt, sie zum Beispiel alleinstehend sind.

00:42:09: Und es sind auch oft Leute, die einfach das Gefühl haben, dass sie viel Gutes erfahren haben und in der Situation sind, dass sie davon was weitergeben wollen.

00:42:18: Es kommen gleichgeschlechtliche Paare in Frage, es kommen alleinstehende Personen in Frage und natürlich auch Familien, die schon Kinder haben.

00:42:26: Kinderlose Paare, sowieso, das wäre so ein klassisches Konstrukt.

00:42:31: Gibt es da dann auf der anderen Seite auch wieder Red Flex, wenn Bewerberinnen kommen, wo sie sagen, da können sie eigentlich schon von Beginn an sehen, dass da vielleicht einfach die Voraussetzungen nicht stimmen, wo man dann die Eltern nochmal anhalten sollte, ob sie wirklich den Weg gehen wollen?

00:42:45: Also es muss eine Offenheit geben gegenüber der Herkunftsfamilie.

00:42:49: Nicht alle Pflegekinder haben Umgang mit ihren Herkunftsaltern.

00:42:53: Aber es ist eine wichtige Aufgabe der Pflegealtern, mit den Kindern an deren Biografie zu arbeiten, weil das für die Kinder einfach wichtig ist.

00:43:02: Und da muss es eine Offenheit geben, das ist irgendwie so eine Grundvoraussetzung.

00:43:05: Und es muss eine Bereitschaft natürlich geben, Verantwortung zu teilen.

00:43:08: Also weil die haben die Kinder bei sich wohnen, die haben die Alltagssorge für die Kinder und dürfen natürlich auch alltägliche Entscheidungen treffen.

00:43:16: Aber die müssen sich bei wirklich den grundlegenden Entscheidungen mit dem Jugendamt abstimmen.

00:43:20: Also es muss eine hohe Bereitschaft geben, verschiedenen Akteuren zusammenzuarbeiten.

00:43:27: Weitere formale Voraussetzungen dafür, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen, sind denen bei einer Adoption gar nicht so unähnlich.

00:43:34: So können ältere Bewerbende zwar kurzfristig Säuglinge aufnehmen, aber nicht bis ins Erwachsenenalter begleiten.

00:43:40: Auch die Wohnsituation wird geprüft, wobei nicht zwingend sofort ein Kinderzimmer vorhanden sein muss.

00:43:45: Wichtig ist eine angemessene und anpassbare Lösung.

00:43:49: Finanzielle Stabilität ist ebenfalls Voraussetzung und das trotz der ausgezeigten Pflegesetze an die Familien.

00:43:55: Es ist nämlich so.

00:43:56: Pflegeeltern bekommen in Berlin pro Monat verschiedene Zuwendungen.

00:44:00: Diese wurden seit letztem Jahr sogar erhöht.

00:44:03: Ein überfälliger Schritt, sagen alle, mit denen ich gesprochen habe.

00:44:06: Unter den Zuwendungen fällt der Lebensunterhalt des Kindes, die Abgeltung der Erziehungsleistung und in diesem Jahr erstmalig auch ein Startbonus, der unter gewissen Voraussetzungen ausgezahlt wird.

00:44:18: Unterm Strich kann eine Pflegefamilie für ein dreijähriges Pflegekind knapp zweitausend Euro monatlich erwarten.

00:44:25: Aber all dies sind nur zusätzliche finanzielle Zuwendungen.

00:44:28: Jede Pflegefamilie muss in der Lage sein, die Kosten auch alleinzustimmen.

00:44:32: Das aber nur am Rande.

00:44:34: Der besonders und am wichtigsten entscheidend ist, wie beide Adoptionen auch, hier wieder die persönliche Eignung.

00:44:40: Sie wird in einem intensiven Prüfprozess ermittelt, bei dem die eigene Biografie und Erziehungserfahrungen der BewerberInnen eine Rolle spielen.

00:44:48: Wenn sich eine Eignung abzeichnet, dann besuchen angehende Pflegeeltern quasi eine Pflegeelternschule.

00:44:53: Wie lange es dann dauert, bis es zu einem Match kommt, lässt sich nicht sagen.

00:44:57: Manchmal sind es wenige Wochen, manchmal mehrere Monate.

00:45:01: Kommt es dann zu einer Vermittlung?

00:45:02: Dann stehen die Fachkräfte den Familien natürlich weiter beraten zur Seite.

00:45:06: Sie machen Hausbesuche, bieten Coachings, Supervisionen und Fortbildungen an und sie beziehen die Kinder auch aktiv in den Prozess mit ein.

00:45:14: Der Kontakt ist dabei, je nach Bedarf, unterschiedlich eng.

00:45:17: Bei stabilen Verläufen weniger, in Krisensituationen natürlich entsprechend intensiver.

00:45:22: Pflegeeltern sind aber immer in ein Unterstützungssystem eingebettet.

00:45:26: Welche Herausforderungen begegnen Ihnen immer wieder, wenn es ums Thema Pflegevermittlung geht?

00:45:30: Wir versuchen, wenn die Herkunftseltern präsent sind, was nicht immer der Fall ist, natürlich auf allen Seiten eine Akzeptanz herzustellen und Es lernen sich beispielsweise auch die Erwachsenen als erstes kennen.

00:45:42: Da wo es möglich ist, es gibt ja manchmal einfach Konstellationen, die das nicht ermöglichen.

00:45:46: Und tatsächlich ist es bei uns schon so, dass wir versuchen, Kinder, die in unbefristete Vollzeitpflege, vermittelt werden, auch wirklich in eine sichere Situation zu vermitteln.

00:45:57: Und bei den Herkunftsaltern beispielsweise dafür zu werben, wie wichtig diese Sicherheit

00:46:02: ist.

00:46:03: Und ich glaube ja, dass die Schwäche von Pflegekinderhilfe gerade im Vergleich zur Adoption auch eigentlich die Stärke sein kann.

00:46:10: Also die gelingenden Pflegeverhältnisse, die allen Seiten gut tun, sind die, wo es nur gegenseitige Akzeptanz gibt.

00:46:16: Als dieses kennt, dort den Lebensmittelpunkt hat und die Hauptbezugspersonen, die Pflegeeltern sind und gleichzeitig aber die Herkunftsfamilie sein darf.

00:46:26: Und da, wo das gelingt, glaube ich, können sich die Kinder am allerbesten entwickeln und auch am angstfreisten.

00:46:32: Sie hatten eingangs gesagt, dass das Verhältnis von Kindern, die vermittelt werden sollten und interessierten Eltern unausgeglichen ist, mehr Kinder warten eigentlich auf eine Vermittlung in eine Familie, als es Interessierte gibt.

00:46:47: Ist das auch ein Aufruf für interessierte Hörerinnen, das tatsächlich als eine reale Option einzubeziehen?

00:46:54: Wir wünschen uns auf jeden Fall, dass sich Menschen bewerben, die sich vorstellen können, diese schöne Aufgabe zu übernehmen.

00:47:00: Ich muss eine kurze Einschränkung machen, weil ich auch keine falschen Hoffnungen oder Schlüsse nahelegen will.

00:47:06: Menschen, die einen Kinderwunsch haben und keinen leiblichen Kinder bekommen können, sind uns absolut herzlich willkommen.

00:47:12: Gleichzeitig muss ich dazu sagen, dass es was anderes ist als ein leibliches Kind.

00:47:16: Man muss die Elternschaft teilen.

00:47:18: Es ist was anderes.

00:47:20: Wir können natürlich Kinder vermitteln, die eine möglichst sichere Bleibeperspektive haben.

00:47:24: Und wir können es auch oft sehr gut einschätzen.

00:47:27: Aber es kann trotzdem sein, dass es leibliche Eltern gibt, eine Rolle spielen wollen im Leben des Kindes und das dann auch dürfen.

00:47:34: Das muss ich noch einmal zu den Kinderwunscheltern sagen.

00:47:36: Das ist mir wichtig.

00:47:37: Aber Menschen, die eben denken, weil sie einen Kinderwunsch haben oder weil sie einfach das Gefühl haben, sie haben noch was zu geben, dass sie Kinder aufnehmen wollen, die das auch wirklich brauchen, die sollen sich bitte bei uns melden.

00:47:50: Auf jeden Fall sehr gerne.

00:47:52: Bei diesem Termin wird mir noch mal klar, wie sehr die Schicksale dieser Kinder auch die Mitarbeitenden des Jugendamts, der Pflegekinderdienststelle, der Einrichtungen berühren, die in den Prozess involviert sind.

00:48:03: Manche begleiten ein Kind vom Säuglings bis ins Erwachsenenalter hinein.

00:48:07: Hanakovo selbst sagt, manchmal ist es ein Drahtseilakt, die nötige Distanz zu warnen, denn nicht selten werden die Jugendamtmitarbeiterinnen zu Einschulungen, zu Konformationen eingeladen.

00:48:17: Und mir ist auch noch mal ganz deutlich geworden, von allen involvierten Seiten wird ein gigantischer Einsatz geleistet, damit diese Kinder, die einen schwierigen Staat ins Leben hatten, trotzdem gut, sicher und geborgen aufwachsen können.

00:48:31: All das, was die Pflegeeltern in das Kind gegeben haben, ist am Ende das, was diese Kinder auch tragen wird.

00:48:37: Eine unglaubliche Leistung, vor der ich jetzt wirklich noch mehr Respekt habe als eh schon.

00:48:45: Ich hab's ja gesagt, diese Folge wird's in sich haben.

00:48:48: Es war wirklich eine intensive und auch lange Episode.

00:48:52: Adoptionen und Pflege berühren so viele sensible und persönliche Themen.

00:48:56: Für Eltern steht oft der unerfüllte Kinderwunsch im Raum.

00:48:59: Und für Kinder bedeutet das eine schwierige Biografie und Fragen nach der eigenen Identität.

00:49:05: Gleichzeitig hat diese Folge aber auch gezeigt, wie beeindruckend das Netz an Organisationen und Hilfsangeboten ist.

00:49:12: Ob Caritas, der Belina Senat als zentrale Vermittlungsstelle, Jugendämter, sie alle haben das Wohl der Kinder im Blick.

00:49:19: Gleichzeitig bringen sie diese Kinder mit Menschen zusammen, die einen Kinderwunsch haben, die Kraft, Empathie und Liebe mitbringen, um sich auf diese besondere Situation einzulassen.

00:49:28: Eine echte Win-win-Situation, von der ich selbst damals auch profitiert habe und wofür ich für immer unglaublich dankbar sein werde.

00:49:37: Ich hoffe, ihr konntet aus dieser Folge etwas für euch mitnehmen.

00:49:40: Auch wenn wir heute immer wieder über Schollottenburg-Wilmersdorf gesprochen haben, die genannten Infos gelten meist Berlinweit.

00:49:47: Und wo auch immer ihr lebt, findet ihr über die genannten zentralen Anlaufstellen oder in eurem Bezirk AnsprechpartnerInnen und Unterstützung, wenn ihr wollt.

00:49:54: Die wichtigsten Adressen habe ich euch in den Shownotes verlinkt.

00:49:58: Danke, dass ihr dabei wart, dass ihr euch darauf eingelassen habt.

00:50:00: Wenn ihr Feedback habt, schickt mir gerne Nachricht über fluxfm.de oder auf Instagram und lasst uns in den Austausch gehen.

00:50:08: Natürlich lohnt es sich auch, den Podcast zu abonnieren, um keine weitere Folge zu verpassen.

00:50:12: Macht's gut und bis zum nächsten Mal.

00:50:38: Sebastian Mösch und Tobias Engel.

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