Kiez und Kids: Charlottenburg 3

Shownotes

Wie lebt es sich als Familien mit Kids im Berliner Westen? Dieser Frage gehen wir auch in der dritten Episode unseres Familienpodcasts nach. Host Filli Montag hat den neuen Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, Simon Hertel (CDU), zum Interview getroffen. Er spricht über seine politischen Ziele für die nächsten Jahre und erklärt, welche Angebote für eine gelingende Integration wichtig sind. Das Multikulturelle Jugend Integrationszentrum Berlin e.V. (MJI) in der Kaiser-Friedrich-Straße 34 ist ein Ort, wo Integration gelebt und gelehrt wird. Leiter Ibrahahim Ali Khan - selbst Kind von Einwanderern - über das Aufwachsen in Berlin-Neukölln, die Werte des Jugendclubs und warum für ihn Integration mehr ist als nur das Beherrschen der deutschen Sprachen.

Im Abenteurzentrum Berlin lernt Filli natur-und erlebnispädagogische Konzepte kennen. Anhand verschiedener Gruppen-und Sportspiele lernen dort Kinder, Jugendliche und Erwachsene besser zu kommunizieren und ihre Teamarbeit zu verbessern.

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00:00:00: Ich muss beispielsweise die Vorschonung mal wiederholen, weil ich einfach kein Deutsch konnte.

00:00:04: Was funktioniert hat, war einfach draußen Fußball spielen mit den anderen Reden.

00:00:07: Das ist eben wichtiger Zugang zur Integration, diese Soziale, diese Zusammensein.

00:00:13: Berlin

00:00:14: mit Kind

00:00:15: und Kegel.

00:00:17: Keats und Kids.

00:00:20: Der Flux

00:00:20: FM Familien-Podcast

00:00:22: für Berlin.

00:00:24: Edition, Edition,

00:00:25: Charlottenburg-Wilmersdorf.

00:00:28: Hi, ich bin für die Montag Moderatorin und Reporterin bei Flux FM und wir sind mit unserem Familien-Podcast Kiez und Kids immer noch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

00:00:38: Heute stelle ich euch zwei anerkannte Träger der Berliner Jugendhilfe vor, die mit verschiedenen Methoden Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln.

00:00:47: Dafür machen wir einen Exkurs ins Grüne, genauer gesagt in den Grunewald.

00:00:51: Im Abenteuerzentrum Berlin werden auf Basis von Erlebnis- und naturpädagogischen Methoden Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene geschult.

00:01:00: Es geht da um Themen wie Persönlichkeitsbildung, Kommunikation und Resilienz.

00:01:06: Außerdem habe ich das Multikulturelle Jugendintegrationszentrum in Charlottenburg-Wilmersdorf besucht, ein Freizeit und Bildungsort für Kinder verschiedener Nationalitäten.

00:01:17: Bevor wir uns diese beiden Einrichtungen genauer anschauen, gibt uns der neue Bezirkstadtrat für Jugend und Gesundheit in Charlottenburg-Wilmersdorf einen Einblick in seine Arbeit.

00:01:27: Bis Mitte Juli hat Simon Härte noch als Chemielehrer gearbeitet.

00:01:32: Dann wurde der CDU-Politiker zum neuen Bezirkstadt.

00:01:36: Herr Härte, wie kann man sich Ihren Alltag vorstellen als Bezirkstatrat für Jugend?

00:01:42: Im Grunde, zwanzig Teller, die schmeißen wir alle nach oben und versuchen, die irgendwie aufzufangen.

00:01:46: Und dann jonglieren wir noch nebenbei.

00:01:48: Das hört sich so ein bisschen nach meinem Jobprofil quasi an.

00:01:52: Ist nicht einfach, weil es einfach sehr vielfältig ist.

00:01:54: Gleichzeitig ist es positive, weil man so viel auch machen kann.

00:01:58: Macht das halt total Spaß.

00:01:59: Ich selber komme ja auch aus dem Schulbereich, war ja vorher sozusagen mit der politischen Karriere auch Lehrer.

00:02:04: Und hatte immer eine starke Verbindung zum Jugendamt, einfach auch beruflich.

00:02:07: Und deswegen war das immer auch mein Bestreben in diesem Bereich noch mehr zu tun.

00:02:12: Und jetzt bin ich auch angelangt.

00:02:13: Die ersten Tage waren schon sehr schön.

00:02:15: Auf den ersten Blick läuft ja die Kinder- und Jugendarbeit in Charlottenburg ziemlich gut.

00:02:20: Also es gibt sehr, sehr viele Einrichtungen, sehr viele Angebote für Kids und Jugendliche.

00:02:26: Aber es wäre ja auch viel zu einfach, wenn alles glatt laufen würde.

00:02:29: Welche Herausforderungen, Probleme sehen Sie, die Sie auch in Zukunft angehen wollen, in Ihrer Rolle als Jugendbezirksstadtrat?

00:02:36: Die größte Herausforderung ist, glaube ich, am Ende des Tages einen Jugendamt so neu aufzustellen, dass es die Schwierigkeiten, die jetzt in den letzten zehn Jahren so entstanden sind, das würde ich so auf drei grobe Themen eigentlich aufgreifen.

00:02:49: Das ist einmal die Flüchtlingskrise, zwanzig, fünfzehn, zwanzig, sechzehn, dann später Corona.

00:02:55: Und dann noch später natürlich der Krieg gegen die Ukraine, die diese drei Bereiche sehr stark gesellschaftlich geprägt haben.

00:03:02: In den letzten zehn Jahren, für dich mit den vorherigen zehn Jahren, hat sich sehr viel unserer Gesellschaft geändert.

00:03:06: Und das merkt man bei den Kindern und Jugendlichen sehr stark.

00:03:09: Das merkt man in den Schulen, sei es z.B.

00:03:11: so eine Statusanalyse wird immer häufiger attestiert, emotional sozialer Entwicklungsstörung beispielsweise.

00:03:19: bis hin zu Schwierigkeiten des Lernens, also wirklich ein Status Lernen.

00:03:23: In diesem Bereich merkt man immer stärker, dass Kinder diesen Bedarf haben und Unterstützung benötigen.

00:03:28: Und das Jugendamt in seiner doch schwierigen personellen Lage, muss man auch herrlicherweise sagen.

00:03:33: Sparmaßnahmen in Berlin, die sind einfach überall da, hat eben jetzt Herausforderung in der doch geringen Anzahl an Personalkapazitäten sehr spezifisch einzelne Fälle aufzugreifen und zu überlegen, wie kann ich diese Menschen helfen?

00:03:47: Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung hat ja nach ihrer Wahl auch direkt so eine Erwartungsforderung aufgeschrieben und da war auch eine Forderung, die desolate Personalsituation im Jugendamt muss endlich aufgehoben werden.

00:04:01: Was ist da los?

00:04:02: Sie haben es ja gerade auch angesprochen.

00:04:03: Warum mangelt es da so an Personal?

00:04:05: Wie immer, es ist das Thema Geld.

00:04:07: Und sogar, wenn wir jetzt in Zeiten von der Bundesrepublik sprechen, von Sunderfüllmögen, das wird für Bauen und allem drum und dran auch genutzt und ist auch richtig, aber es wird am Ende des Tages uns finanziell nicht helfen.

00:04:19: Die schwierige finanzielle Lage, die Berlin hat und auch die nächsten Jahre haben wird, die wird sich erst mal nicht ändern.

00:04:24: Das heißt, mehr Geld gibt es nicht, mehr Personal wird es nicht geben.

00:04:27: Was meine Aufgabe ist, und das habe sich der SPD-Fraktion auch ganz klar gesagt, ist, Umstück zur Jungsprozesse.

00:04:32: Prozesse zu starten und vor allem zu priorisieren.

00:04:35: Ich muss analysieren und herausfinden, welche Abteilungen können gerade noch so funktionieren.

00:04:39: Welche Abteilungen hätten vielleicht minimale Ressourcen, welche eben sind wirklich am Limit?

00:04:45: Und da muss umstrukturiert werden, dass eben die Maßnahmen durch besser funktionieren in den jeweiligen Fachbereichen.

00:04:52: Und das ist ein Prozess.

00:04:53: Verwaltung ist nicht immer einfach.

00:04:55: Man kann nicht einfach einen Kopf von A nach B setzen.

00:04:57: Das funktioniert so nicht.

00:04:59: Das heißt, in diesem ganzen Verfahrenstechnik muss man sehr klug und strategisch vorgehen.

00:05:04: Wie macht man so eine Umstrukturierung, dass es auch effizient ist auf eine mittelfristige Zeit.

00:05:08: wenn sie priorisieren müssten.

00:05:10: Ich weiß, es ist in ihrer Rolle schwierig, weil es gibt ja wirklich ganz unterschiedliche Spaten, die bedient werden.

00:05:18: Sie haben selbst auch Migrationsgeschichte, sind ja in Polen geboren und kurz vom Mauerfall nach Deutschland gekommen.

00:05:25: Das heißt, es gibt ja auch verschiedene Integrationsprojekte in Charlottenburg.

00:05:29: Dann gibt es Angebote für Mental Health.

00:05:31: Es gibt Jugendeinrichtungen.

00:05:33: Also wenn sie jetzt priorisieren müssten, was ihre Top drei sind, wo sie sagen, daran dürfen wir nicht Weil das ist sozusagen die Basis unserer Jugendarbeit.

00:05:42: Wenn ich jetzt so ad hoc das sagen müsste im Bereich Jugendfreizeiteinrichtungen, ganz wichtig, Schulsozialarbeit, auch super wichtig.

00:05:49: Weil das sind die Anknüpfungspunkte, die sehr nah an Kindern sind.

00:05:53: Und an allen Jugendlichen genauso auch.

00:05:55: Und dieser Bereich ist so sensibel, wenn wir diesen Kontakt verlieren, dann erreichen wir viele Kinder und Jugendliche nicht mehr.

00:06:02: Und das wäre echt ein Riesenproblem.

00:06:04: Und die Kinder brauchen auch irgendwie ein Ort abseits Schule, abseits Zuhause, wo sie sich eben, klar fußvoll spielen und draußen sein, spazieren und alles wunderbar.

00:06:13: Aber es braucht auch Orte, wo sie nach der Schule und vielleicht weg von Zuhause sein können und eben Kinder und Jugendliche sein können untereinander.

00:06:22: Diese Orte müssen wir auch bieten.

00:06:23: Und das ist eben super wichtig, diese Begegnungsstätte, weil die brauchen auch gerade, wenn sie angesprochen haben, Integration.

00:06:30: Deutsch erst gelernt, nicht durch die Schule oder Vorschul oder sonstiges, sondern einfach durch draußen sein, mit den Kindern spielen.

00:06:38: Ich musste beispielsweise die Vorschule nochmal wiederholen, weil ich einfach kein Deutsch konnte.

00:06:42: Und meine Eltern dachten, was sollen wir denn machen, irgendwie Nachhilfe und alles, das hat nicht funktioniert.

00:06:47: Was funktioniert hat, war einfach draußen Fußball spielen mit den anderen Reden.

00:06:50: Und das ist eben wichtiger Zugang zu Integration, ist eben diese Soziale, diese Zusammensein.

00:06:56: Und das will ich auf jeden Fall wahren.

00:06:58: So ein Ort ist zum Beispiel das M-J-I, das multikulturelle Jugendintegrationszentrum Berlin.

00:07:05: Es ist ein Jugendclub, der Kids aus weniger privilegierten Familien fördert.

00:07:10: Jeden Nachmittag, aktuell von Montag bis Donnerstag ab sechszehn Uhr gibt es dort Lern- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur zehnten Klasse.

00:07:20: Im Fokus stehen die Themen Bildung und Integration und für seine Arbeit wurde das M-J-I- dem Ehrenamtspreis des Bezirks ausgezeichnet.

00:07:31: Sehr viel Energie und Leidenschaft in das Projekt steckt der Leiter Ibrahim Ali Khan.

00:07:36: Ich habe ihn zum Interview in der Jugendeinrichtung getroffen.

00:07:40: Er hat selbst auch Migrationsgeschichte.

00:07:41: Wir haben viel über die Themen Sprache, Integration und Bildung gesprochen und natürlich auch über die Arbeit des MJI.

00:07:49: Noch ein kleiner Hinweis.

00:07:51: Wir haben das Interview aus zeitlichen Gründen Anfang September, also noch in den Sommerferien aufgezeichnet.

00:07:57: Und deswegen waren leider auch keine Kids vor Ort.

00:08:00: Hallo, Philly Mota,

00:08:02: hallo.

00:08:02: Guten Morgen, Alikand.

00:08:05: Ja, es ist ziemlich ruhig heute hier.

00:08:06: Normalerweise ist ein bisschen mehr los.

00:08:08: Aber wir sind ja noch in den Ferien.

00:08:10: Richtig, also die Ferien, die haben wir jetzt,

00:08:12: nutzen wir dafür, um unsere Öffentlichkeitsarbeit ein bisschen zu verstärken.

00:08:17: Also das sind die Sommerferien halt.

00:08:19: Wie viele Kinder kommen wir so in der Woche zu Ihnen?

00:08:21: Also wir reden von T- Wirklich zwischen zwanzig und dreißig Kinder.

00:08:25: Also wenn man jetzt die Woche berechnen will, Montag bis Donnerstag, also um die achtzig bis hundert Kinder.

00:08:31: Was wird den Kids hier geboten?

00:08:33: Versteht sich das eher als ein Jugendclub, der Freizeitaktivitäten macht?

00:08:37: Oder geht es auch um Hausaufgabenhilfe?

00:08:39: Also können Sie mir so das Spektrum ein bisschen genauer skizzieren?

00:08:42: Also Bildung ist in erster Linie das allerwichtigste.

00:08:46: Unser erster Artikel bei der Berliner Morgenpost.

00:08:48: Ohne deutsche Sprache keine Integration.

00:08:50: Deswegen Bildung bei uns ist... wirklich ganz ganz vorne als weitest auch spiel und spars und sport zu haben weil das eine tolle sache für die kinder aber integriert mit erziehung also pädagogische erziehungsmethoden anwenden.

00:09:05: anders als in anderen stellen wo man hingeht achten die kollegen und kollegen hier ganz besonders darauf auf den umgang miteinander auf die sprache.

00:09:16: es gibt hier keine akzeptanz für beleidigungen rassismus Mobbing oder sonst was.

00:09:23: Im Gegenteil, wir arbeiten genau dagegen, indem wir mit den Kindern Gewaltpräventionsprojekte auch umsetzen, die zum Beispiel zeigen, wie das aussieht, wenn jemand anderen mobbt und so.

00:09:34: Und wie kann man sich davon distanzieren, wie kann man da eingreifen, unterstützend sein, zum Beispiel.

00:09:40: Daran arbeiten wir hier ganz besonders.

00:09:42: Also Gewaltprävention ist auch enthalten.

00:09:44: Wie viele verschiedene Nationen treffen denn hier täglich aufeinander?

00:09:48: Also gibt es lieber nur Syrien.

00:09:50: Russland, Ukraine, Vietnam, Bangladesch, Türkei, Polen, viele verschiedene.

00:09:57: Man kann sie nicht immer so genau jetzt so definieren, weil alle sind willkommen.

00:10:01: Auch Deutsche sind da, Deutsche ohne Migrationshintergrund, also Bio-Deutsche auch.

00:10:06: Sie haben ja gesagt, Bildung ist das Wichtigste, was sie hier auch mit vermitteln wollen.

00:10:11: Kommen die dann und sagen, ich habe hier Probleme in Mathe.

00:10:14: Kannst du mir da irgendwie helfen?

00:10:15: Oder ich komme beim Lesen in Deutsch nicht voran.

00:10:18: Können wir Lesen üben?

00:10:19: Also mit was für Fragen oder Anliegen kommen die Kids her.

00:10:24: Das wird ja als erstes im ersten Gespräch geklärt, was überhaupt so die Grundursache für das Problem ist fürs Erscheinen bei uns.

00:10:33: Und dem Anschluss, während die hier sind, je nachdem an dem Tag, wenn die Hausaufgaben mitbringen, dann wird erstmal denen die Hausaufgabe erklärt, zum Beispiel.

00:10:42: Haben die aber jetzt keine Hausaufgaben?

00:10:44: bekommen sie Nachhilfe in den Themen, wo sie eine Schwäche haben.

00:10:48: Und diese Schwäche wird von uns zusätzlich zu dem Erstgespräch noch geprüft.

00:10:54: Wir haben hier eine Lehrkraft, der ist Lehramtsstudent, der Jonathan und er macht das.

00:10:58: Der prüft dann die Kinder einzeln am Anfang immer, die ganze Woche lang und findet dann heraus, wo wirklich ganz genau die Schwächen sind und die stärken.

00:11:06: Und das wird dann bei uns in der Liste eingetragen.

00:11:09: Dafür werden dann Übungsblätter gedruckt.

00:11:11: Jedes Kind hat einen Ort.

00:11:13: bei uns auf dem Laptop und da sind seine Übungsblätter drin, speziell auf das Kind zugeschnitten.

00:11:19: Und wenn das Kind jetzt keine Hausaufgaben hat, dann bekommt das Übungsblätter aus diesem Bereich, wo seine Schwächen sind.

00:11:25: Und da setzen wir dann an.

00:11:27: Und Sie haben ja am Anfang schon die Sprache erwähnt, dass die Sprache hier sehr wichtig ist und dass sie auch festlegen, welche Sprache gesprochen wird.

00:11:33: Das heißt, wer zu Ihnen kommt, darf nur Deutsch reden.

00:11:37: Die Kinder, die hier Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind, ja, nur deutsche Sprache ist hier.

00:11:42: angesagt, außer an manchen Situationen, wenn das Kind gerade ganz neu aus einem anderen Land kommt, überhaupt kein Deutsch kann, dann ist es manchmal doch sinnvoll, wenn man eben diese Aufgabe oder die Erläuterung kurz auch in seiner Sprache erklären kann.

00:11:57: Das ist auch möglich.

00:11:59: Die Familie selbst, die müssen nicht unbedingt Deutsch können, die hierher kommen, die Eltern, weil entweder kann ich die Sprache, Arabisch zum Beispiel, oder wir haben Russisch oder Englischsprachige auch da, Ansonsten bringen die dann selbst ein Übersetzer mit.

00:12:13: Also das ist jetzt nicht das Problem.

00:12:15: Jetzt wird in Deutschland immer wieder viel über diesen Begriff Integration diskutiert.

00:12:20: Auch Sie haben das Wort in Ihrem Titel, der Einrichtung hier.

00:12:24: Was bedeutet denn für Sie Integration?

00:12:27: Es muss sich auf Gegenseitigkeit auch beruhen.

00:12:29: Also diese Vorurteile, die herrschen, also das reicht nicht, dass diese Personenkreise nur unter Ihrem Kulturkreis bleiben und so weiter.

00:12:38: Man sollte sich schon ein bisschen versuchen, zu öffnen, auf die Personen zuzugehen und miteinander sprechen, weil viele lernen Deutsch, aber verstehen nicht, was Deutsch heißt, was Deutsch bedeutet, was ist Deutsch Kultur.

00:12:50: Das bedeutet nicht einfach nur, dass man so nur unter sich bleiben darf und so, sondern man muss halt aufeinander zugehen, austauschen, erfahren, wie die anderen Kulturkreise sind und halt versuchen, etwas in die Gesellschaft wieder zurückzugeben.

00:13:05: Das ist meine Intention so.

00:13:07: Wie war denn das bei Ihnen?

00:13:08: Sie sind ja in Berlin geboren.

00:13:10: Wo kommen Ihre Eltern her und was hat Sie dazu motiviert zu sagen?

00:13:14: Ja, ich will mehr Teil der deutschen Gesellschaft sein.

00:13:17: Meine Eltern kamen damals aus dem Libanon.

00:13:20: Ich hab selbst gemerkt, irgendwann, ja, ich bin hier geboren, aufgewachsen, hab einen deutschen Pass, aber irgendwie, wenn ich nicht spiege, gucke, ich bin kein Bierdeutscher.

00:13:29: Und so haben mich auch die anderen betrachtet und haben gesagt, du bist Araber.

00:13:33: Und ich war immer so in einem Zwiespalt, ne, so Deutscher Araber, was, hey.

00:13:38: Und irgendwann hab ich auch Ausgrenzung gesehen bei mir, also auch ein bisschen Rassismus und so weiter.

00:13:44: Und hab dann irgendwann gemerkt, nein.

00:13:46: Die Deutschen sind nicht alle so.

00:13:48: Es gibt auch welche, die sind anders und nehmen einen auf und unterhalten sich mit den Menschen, wollen die Personen kennenlernen.

00:13:55: Und dann habe ich gemerkt, diese Arbeit, die ich mache, dass ich diese Brücke schaffen kann zwischen den Kulturen, dann ist mir klar geworden, dass das was bewirkt.

00:14:05: Es gibt so viele Menschen in den letzten fünfzehn Jahren, wo ich selber so überrascht war darüber, dass sie Menschen uns unterstützen und uns nach nach vorne bringen und mithelfen wollen, weil die merken, wir machen etwas für diese Gesellschaft.

00:14:21: Und das ist gut.

00:14:22: Aber es gibt auch wiederum andere, die das nicht so gut zeigen oder so gut machen können, wie ich vielleicht.

00:14:28: Und denen müssten wir auch eine Chance geben, dass sie sich einbringen, ruhig versuchen, wenn es geht, auf sie zuzugehen, wenn es möglich, wenn es Nachbarn gibt, zum Beispiel mal grüßen und so zum Tee einladen oder so was zum Beispiel.

00:14:42: Das ist auf jeden Fall hilfreich.

00:14:44: bei Ihnen auch geändert, haben Sie das Gefühl, Sie sind heute mehr Teil der deutschen Gesellschaft?

00:14:51: Ja, auf jeden Fall.

00:14:52: Also damals, nein.

00:14:54: muss ich Ihnen ehrlich sagen, aber seit der Gründung des Vereins, seit der Zusammenarbeit mit Behörden, mit vielen Menschen, die uns unterstützen, ja also da habe ich das gemerkt, dass ich jetzt mittlerweile als Teil angenommen werde so und das freut mich sehr.

00:15:10: Also das war mein Ziel, was ich erreichen wollte und ich habe das erreichen können, da bin ich echt sehr froh darüber.

00:15:15: Und welche Ziele verfolgen Sie hier in dem Jugendclub?

00:15:18: Wir wollen, dass die Kinder und Jugendlichen, die zu uns kommen, dasselbe erreichen können wie ich, also sich integrieren können in diese Gesellschaft.

00:15:27: Jeder mit seinem eigenen Weg geht natürlich, in welchen Beruf auch immer.

00:15:32: aber halt, dass er sich auch versucht, irgendwie in diese Gesellschaft einzubringen und nicht einfach nur hier zu leben, Geld zu verdienen, Deutsch zu lernen, aber sich auszugrenzen von anderen Kulturen und so weiter.

00:15:44: Das ist nicht zu integrieren und das versuchen wir, den Menschen klarzumachen.

00:15:48: Und wir sind alle hier zusammen, die hier leben und wir müssen irgendwie versuchen, miteinander ein friedliches Zusammenleben herbeizuführen.

00:15:57: Das ist so mein Ziel.

00:16:00: Ibrahim Alikhan leitet das MJI in Charlottenburg ein toller Lernen- und Freizeitclub für Kinder und Jugendliche verschiedener Nationalitäten.

00:16:08: Der Verein lebt von finanziellen Spenden und auch von ehrenamtlicher Unterstützung.

00:16:13: Zum Beispiel für den Nachhilfeunterricht oder bei Freizeitaktivitäten.

00:16:17: Mehr Infos dazu findet ihr im Netz, den Link zur Website des multikulturellen Jugendintegrationszentrums.

00:16:24: haben wir euch in die Show Notes gepackt.

00:16:29: Berlin

00:16:30: mit Kind

00:16:30: und Kegel.

00:16:32: Einen etwas anderen Ansatz der Kompetenz und Wissensvermittlung bietet das Abenteuerzentrum Berlin.

00:16:37: Eine grüne Freizeitoase in Grunewald.

00:16:41: Ich bin da mit einem Fahrrad hingefahren, vorbei an Willen, Botschaftsgebäuden und einer großen Tennisanlage und direkt daneben liegt auf einer Fläche von drei Hektar, das entspricht etwa vier Fußballfeldern, das Abenteuerzentrum.

00:16:55: Ein Ort, der Erlebnis und naturpädagogische Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

00:17:02: Die Einrichtung ist ein anerkanter Träger der Kindertilfe und wird seit über fünfzehn Jahren von dem Erlebnispädagogen Axel Wagner geleitet.

00:17:11: Er hat mir eine kleine Führung über das ziemlich große Waldgelände gegeben.

00:17:15: Als ich auf das Gelände gekommen bin, habe ich schon so ansatzweise das Abenteuer hier gesehen.

00:17:20: Da war eine Gruppe, die hat sich im Bogen schießen probiert.

00:17:23: Dann habt ihr hier ein Hochseigarten.

00:17:25: Also wie kann man hier in diesem Waldgebiet Abenteuer erleben?

00:17:29: Das beginnt eben schon für die Allerkleinsten bei uns im Waldkindergarten.

00:17:32: Das sind die einfach den ganzen Tag und das ganze Jahr über im Prinzip auch draußen.

00:17:37: Jetzt haben wir hier vor allem den Kaninchen.

00:17:38: Hinten haben wir auch noch Ponys.

00:17:40: Hier geht es um das Thema Nutztierhaltung, auch Lebensmittelproduktion.

00:17:45: Dann geht es wieder für die nächsten Altersklassen.

00:17:47: Im Prinzip schon in die erlebnispädagogischen Angebote, die wir haben.

00:17:51: Das kann so was sein wie Bogenschießen, vielleicht eher im kooperativen Stil.

00:17:56: Einer hat z.B.

00:17:56: eine Augenbinde auf, der andere muss ihm verbal, ohne miteinander in körperlichen Kontakt zu kommen.

00:18:02: Versuchen, ihm zu erklären, was er zu tun hat, um den Pfeil in den Schwarzen zu bringen.

00:18:06: Dann haben wir Kletterangebote verschiedenster Art.

00:18:09: Wir haben die Möglichkeit GPS-Touren zu machen.

00:18:12: Also da gibt es schon unterschiedliche Angebote auch für die kleineren Kinder.

00:18:15: Heute haben wir vor allen Dingen Erwachsene hier.

00:18:17: Wir arbeiten natürlich auch mit Multiplikatoren zusammen.

00:18:20: Das heißt, Vereine, Schulen, Kitas bringen auch ihre Personal manchmal her, um Team-Training zu machen, um effizienter zu arbeiten, bestimmte Probleme in der Gruppe zu lösen.

00:18:29: Und da bietet sich Erlebnispädagogik immer besonders an, weil es da immer darum geht, zu zeigen, wie man als Gruppe vielleicht eben nicht besonders effizient arbeitet und wie man daran arbeiten kann, dass das effizienter wird.

00:18:39: Super, dann lass uns mal übers Gelände gehen.

00:18:42: Wobei die Hühner jetzt nicht das Spektakulärste sind.

00:18:44: Eigentlich sind es die Kinder.

00:18:46: Hallo.

00:18:46: Wir kommen mal kurz vorbei.

00:18:48: Wie viele Kinder sind hier in der Waldkita?

00:18:51: Wir haben bis zu dreißig Kinder.

00:18:53: Da wir jetzt gerade wieder den Jahresanfang haben fürs Kita-Jahr, haben wir jetzt ein bisschen weniger.

00:18:57: Und da muss jetzt erst wieder eingewöhnt werden.

00:18:59: Um das mal euch zu skizzieren, die ihr das hier nicht seht, hier ist eine riesengroße Fläche, Sand auf dem Boden, eine kleine Überdachung.

00:19:07: Es gibt einen kleinen Wald.

00:19:09: Hinter uns sind auch schon Tiere zu sehen.

00:19:11: Das sind die Ponys.

00:19:12: Genau, das ist unsere kleine Ponykruppel.

00:19:13: Wir haben drei Ponys unterschiedlicher Größe.

00:19:17: Da geht es bei uns gar nicht so sehr darum, dass wir hier das reiten lernen.

00:19:20: sondern natürlich einfach in erster Linie artgerechte Tierhaltung kennenzulernen, auch Verantwortung mit zu übernehmen, Fütterung, was essen die, wann essen die, wie viel essen die.

00:19:29: So ein Pony ist jetzt nicht so sonderlich beindruckend für uns.

00:19:32: Aber wenn man hier mit zwei, drei Jahren in die Kita kommt, dann sind das halt riesige Monster.

00:19:37: Das ist Selbstwertsteigern, Selbstbewusstseinsteigern.

00:19:40: Natürlich, wenn man dann lernt, dass diese Tiere im Prinzip dann irgendwann auch anfangen, auf einen zu hören, wenn man halt versucht, mit denen zu arbeiten, die man Platz zu führen und so weiter.

00:19:50: Wir sind ja hier im Grunewald, nebenan ist der Tennisplatz und ein Hockeyplatz.

00:19:54: Wie exklusiv ist denn auch diese Kita hier?

00:19:57: Können hier alle hin oder braucht man da auch schon ein bestimmtes Budget im Portemonnaie?

00:20:01: Unser Ziel und unser Wunsch war es eigentlich immer, das konkret so offen wie möglich zu halten.

00:20:05: Spätestens seit Corona ist es ein bisschen schwieriger geworden.

00:20:09: Man müsste relativ weit aussuchen, aber ich kann versuchen kurz zu erklären.

00:20:12: Waldkindergärten werden nur vier Stunden lang finanziert über die Stadt.

00:20:16: Das heißt, da wäre man schon mal sehr schnell.

00:20:19: in einem sehr exklusiven Publikumsbereich, denn wer kann sich das leisten, sein Kind nur vier Stunden zu betreuen.

00:20:24: Weswegen wir hier eine zusätzliche zwei Stundenbetreuung über die Eltern mitfinanzieren lassen.

00:20:29: Das hat früher nur einhundert Euro pro Monat gekostet.

00:20:32: Das ist also wirklich unterferner liefern gewesen, im Vergleich zu dem, was wir pro Kind über die Kita-Gutscheine bekommen.

00:20:38: Inzwischen mussten wir das auf zweihundert Euro erhöhen und merken, dass leider auch in der Diversität unseres Eltern-Publikums, wir wünschen, dass wir irgendwann wieder hinkommen, aber das ist letztendlich eine strukturäre.

00:20:48: Das ist ein realistischer

00:20:49: Thema.

00:20:50: An dieser Stelle noch ein kurzer Einwurf.

00:20:51: Die gestiegenen Kita-Kosten sind nur eine Folge der Pandemie.

00:20:55: Laut Axel Wagner hat das Amthoril-Zentrum Berlin enorm unter Corona gelitten.

00:21:00: Von dem Personal, was es noch im Jahr Jahrzehnte und Jahrzehnte und Jahrzehnte noch dort gearbeitet hat, sind aktuell nur sechzig Prozent im Einsatz.

00:21:06: Hinzu kommen gestiegene Lebensmittelpreise, gestiegene Preise für Fahrtkosten, Unterkünfte usw.

00:21:12: Und das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeit aus.

00:21:15: Und ich habe mich gefragt, weil das Amthoril-Zentrum natürlich auch schuld ist.

00:21:19: Kitas ansprechen will.

00:21:21: Wie schafft es die Einrichtung, die Preise so zu gestalten, um einerseits zu überleben und gleichzeitig auch den Zugang möglichst vielen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen?

00:21:31: Wir haben natürlich für dieses sehr schöne Waldgelände auch viele Anfragen, die mit Bildung oder Pädagogik gar nicht so viel zu tun haben.

00:21:38: Und so haben wir eine geteilte Preisliste aufgemacht, wo wir sagen, das hier ist soziale Kinder- und Jugendarbeit und das hier ist etwas, was mit sozialer Kinder- und Jugendarbeit eigentlich nicht so viel zu tun hat.

00:21:46: Das heißt, ihr zahlt im Prinzip einen Sozialobolus mit dazu und haben dann dementsprechend einfach private Preise aufgemacht und die finanzieren unsere sozialen Angebote einfach mit.

00:21:56: Auf die Art und Weise ist es für Schulen, Akitas und so weiter in der Regel finanzierbar.

00:22:00: Darüber hinaus ist schon immer wichtig, dass man gezielt mit uns spricht und das Versorgen im All zu motivieren, nicht auf unsere Webseite zu gehen und zu suchen, ob sie jetzt das optimale Angebot für sich finden, dass sie direkt buchen können.

00:22:11: So funktioniert auch Erlebnispädagogik nicht aus unserer Sicht.

00:22:14: Man sollte schon individuell über die eigenen Bedürfnisse, über die Wünsche über die Ziele dieser Veranstaltung reden.

00:22:20: Und dann kann natürlich auch ein Ziel ein gewisser Budgetwunsch sein.

00:22:24: Und auch da können wir natürlich gucken, wie kriegen wir das vom Preis- leistungsverhältnis hin so, dass es halt im Endeffekt eine erfolgreiche Veranstaltung wird für alle Beteiligten und trotzdem bezahlbar bleibt.

00:22:32: Jetzt sind wir am Hochseilgarten angekommen.

00:22:35: Haben alle so ein Gurt an und ein Schutzhelm.

00:22:38: Das sieht natürlich auch so als Teambilding-Maßnahme, ne?

00:22:41: Genau, das ist jetzt eine klassische Teamaufgabe, wo es auch ein bisschen an die körperliche Grenze geht, wenn das die Himmels leitern.

00:22:47: Wir sind da also drei Kletterende, die versuchen, eine Leiter, die hier gut und gerne sechs Meter hoch ist, hochzuklettern.

00:22:53: Die Aufgabe hier für die Gruppe ist es, gemeinsam nach oben zu kommen, nicht um die Wette und dabei auch eine Zeit aufzustellen.

00:22:59: Das heißt, wenn alle drei die oberste Sprosse erreicht haben, dann wird die Zeit gestoppt.

00:23:04: Und dann sehen wir ja, dass mehr als drei Leute, denn weitere sechs Leute sichern diese ja.

00:23:09: Wollen

00:23:09: wir mal ein bisschen näher gehen?

00:23:10: Ah, ja, besser nicht, wenn du siehst.

00:23:12: Jan

00:23:12: ist gut.

00:23:13: Jan, kannst du?

00:23:13: Ich

00:23:13: zeig jetzt mal nicht auf.

00:23:15: Du traut mir nicht.

00:23:16: Nee,

00:23:17: das ist einfach wahnsinnig

00:23:18: viel leichter.

00:23:19: Man merkt, es wird auf jeden Fall sehr viel diskutiert.

00:23:22: Genau, das ist auch das A und O, was man natürlich gar nicht so aufschirm hat.

00:23:26: Die Leute kommen zu uns in den Seigarten und gerade die Teilnehmer, also Schüler oder wie jetzt hier die Mitarbeiter, die wissen ja gar nicht so genau, was sie erwartet und gehen erst mal von einer großen körperlichen Erfahrung aus.

00:23:36: Die ist durchaus auch gegeben, aber es ist in erster Linie eine soziale Erfahrung, denn das geht ja darum, Probleme zu lösen und das geht eben nicht ohne Kommunikation.

00:23:43: Und daran können wir am besten arbeiten.

00:23:45: Merkt ihr Unterschiede in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, wenn es zu diesen Gruppenarbeiten kommt?

00:23:52: Was würdest du sagen, sind so die größten Unterschiede?

00:23:55: Als erstes muss man erst mal sagen, dass diese Art von Arbeit wirklich von relativ jungen Grundschülern bis hin zu Führungskräften nicht nur um Sozialen, sondern einfach auch wirklich im wirtschaftlichen Kontext gemacht werden.

00:24:05: Das, was Unternehmensberater mit Managern machen, sind die gleichen Methoden, die wir mit Schulklassen machen.

00:24:11: Natürlich gibt es da Unterschiede in erster Linie.

00:24:14: ist einfach ein viel höheres Bewusstsein natürlich bei Erwachsenen für gewisse Probleme einfach schon da.

00:24:20: Das heißt, meistens kommen die auch schon mit Themen und wissen einfach, woran sie arbeiten müssen während Schulklassen, um einfach mit dieser Wahrnehmung, irgendwas läuft nicht rund.

00:24:29: Wir können um was besser machen.

00:24:30: Aber sie können es immer noch gar nicht richtig benennen.

00:24:32: Und das ist auf der erste Schritt, dass wir einfach da mal reingehen und versuchen Klarheit zu schaffen.

00:24:36: Gut, es hakt irgendwo, aber was ist das jetzt?

00:24:39: Und das ergibt sich dann oftmals erst im Kurs des Trainings, dass wir halt zwischen drinnen mitbekommen.

00:24:44: Okay, es geht hier vielleicht ein bisschen um Selbstbewusstsein oder Motivation.

00:24:49: Sorry.

00:24:50: Gerade wurden wir unterbrochen, weil jemand eine Teilnehmerin hier nach einem Kaffee gefragt hat.

00:24:55: Wir sind natürlich hier in einem Wald.

00:24:57: Wir sind jetzt hier nicht in irgendeiner Fancy Location, wo man sich noch eben ein Latte Macchiato holen kann.

00:25:03: Ist das auch irgendwie Teil des Konzepts, dass man hier so einfach wie möglich Erdentreuer erleben möchte?

00:25:09: Das ist ganz spannend und das kann man gleich nochmal kurz auf die Frage zurückkommen, die wir gerade hatten.

00:25:12: Denn sowas würde mir mit Kindern und Jugendlichen natürlich eher weniger passieren, dass wir ja so tatsächlich eine gewisse Art von Service erwarten, der notwendig ist, an sich.

00:25:20: ist aber so, dass wir hier aus der Fahrtfinderei kommen.

00:25:23: Eines der wichtigen Grundelemente der Fahrtfinderei ist es, auf Luxus weitestgehend zu verzichten und dadurch seine Freiheiten zu maximieren.

00:25:30: Das ist also Thema für uns durchaus, dass wir also nicht auf alle Extras gucken, sondern wirklich erst einmal auf die grundsätzlichen Dinge.

00:25:38: Denn das ist etwas, was auch in der Fahrtfinderei so elementar ist.

00:25:41: Und so ähnlich ist das hier einfach auch.

00:25:43: Das heißt, man kann bei uns als Schulklasse zum Beispiel auch in Ketering buchen.

00:25:47: An sich sind wir allerdings Selbstversorger aus.

00:25:50: Und da erleben wir zum Beispiel natürlich auch viel mehr, das ist ja auch Erlebnis.

00:25:54: Und das ist ja auch Erlebnispädagogik aus unserer Sicht.

00:25:56: Wenn ich als Gruppe dafür sorgen muss, mich um mich selbst zu kümmern, da erlebe ich doch erst, erlebe mir viele Kinder zum ersten Mal Behauptverantwortungsübernahme in diesen ganz grundsätzlichen Bereichen.

00:26:06: Und deswegen wird man hier einfach nicht irgendwie sich einfach einen Kaffee aus einem Automaten holen können, sondern es geht schon darum, einfach mal ganz ursprünglich irgendwie einen Kaffee aufzusetzen, vielleicht sogar mal irgendwie ein Dirkus.

00:26:19: und mal zu erleben, dass das auch geht.

00:26:20: Achse, wir sind ja hier von verschiedenen Gruppen umgeben.

00:26:23: In jeder Ecke wird und was gespielt, da hinten bei den Jurten.

00:26:26: Das sieht ganz spannend aus.

00:26:27: Da steht eine Gruppe von ein paar Leuten.

00:26:29: Die halten so ein Seil in der Hand, in der Mitte ist an das Seil so ein Helm gebunden.

00:26:34: Und sie müssen irgendwie versuchen, mit diesem Helm dann Tennisball aufzuheben.

00:26:38: Und

00:26:38: dann höchstwahrscheinlich an einen Ort zu bringen und ihn dort auch gezielt abzulegen.

00:26:41: Das klingt total einfach, ist aber relativ kompliziert, weil dann doch viele Hände koordiniert werden müssen.

00:26:48: eine Bewegung macht, die man wahrscheinlich erst mal einplanen muss.

00:26:51: Es braucht viel ausprobieren.

00:26:52: Irgendwann wird man erkennen, dass es bestimmte Techniken gibt, die das Ganze erleichtern.

00:26:57: Das muss die Gruppe herausarbeiten und implementieren.

00:27:00: Das sind Schritte, die in jeder Art von Gruppenarbeit auch im Arbeitskontext, den sie normalerweise haben, relevant sein werden.

00:27:07: Sie haben jetzt auch abgebrochen.

00:27:08: Habt ihr aufgegeben?

00:27:09: Nee, wir haben einfach unsere Versuche nicht geschafft.

00:27:12: Und war es schwer?

00:27:13: Ja, auf jeden Fall.

00:27:15: Wie hat es euch gefallen?

00:27:17: Gut.

00:27:17: Wie wertvoll war das jetzt für eure Gruppenarbeit?

00:27:20: Das ist immer schön, wenn man sich in einem anderen Rahmen trifft.

00:27:22: Das ist einfach Teambuilding.

00:27:24: Und jetzt fand ich tatsächlich mehr Denksport als körperlichen Sport.

00:27:29: Das hat mich überrascht gerade.

00:27:30: Ihr seid eine Arbeitsgruppe?

00:27:31: Wir sind eine Schule quasi.

00:27:32: Wir sind ein OSZ, einen Oberschufenzentrum.

00:27:35: Ihr seid da mit den Lehrkräften?

00:27:36: Und Sozialpädagogen.

00:27:37: Wir beide sind die SchulsozialarbeiterInnen und die anderen sind die Lehrkräfte.

00:27:41: Aus welchem Bezirk kommt ihr?

00:27:42: Wilmaster.

00:27:43: Bevor die Schule losgeht, wollt ihr selber noch ein bisschen Teambilden?

00:27:46: Team Tag ist immer drin, jedes Jahr.

00:27:49: Seid ihr das erste Mal hier gewesen?

00:27:50: Ja, ich find's super.

00:27:51: Ich find das den Ort wunderbar, umgeben hier im Wald.

00:27:54: Ich finde, dass die Teamhören, die wir jetzt hatten, das ganz toll mit uns gemacht hat, mit viel Spaß und Engagement.

00:28:01: Also ich bin begeistert.

00:28:02: Ja, und man hat halt auch durch diese Spiele jetzt auch gemerkt, dass es verschiedenste Varianten gibt, halt an seinen Ziel zu kommen.

00:28:07: Und das halt auch im Team ... gemeinsam zu meistern ist schon auch cool.

00:28:11: Also ein schönes Gefühl, Erlebnis.

00:28:13: Sehr schön.

00:28:14: Danke euch.

00:28:15: Ich werde mich jetzt mal wieder in diesen Großstadt-Dschungel namens Berlin begeben, wo nicht so viel Wald ist, ein bisschen weniger Sand, ein bisschen weniger Natur.

00:28:24: Tschüss.

00:28:31: Das Abenteuerzentrum Berlin findet ihr am Eichhörnchensteig III im Grunewald.

00:28:36: Auf dem Gelände gibt es die Waldkita Fila für Kinder ab zwei Jahren.

00:28:40: An den Hochseigarten, Sommerferiencamps werden da angeboten, Workshops und Seminare, alles basierend auf dem Konzept der Erlebnis- und Naturpädagogik.

00:28:50: Mehr Infos findet ihr im Netz unter abenteuerzentrum.berlin.

00:28:55: Den Link dazu gibt's in den Show-Nauts.

00:28:58: Das war's mit der heutigen Ausgabe von Kiez und Kitz, der Flux-FM-Familien-Podcast.

00:29:04: Den nächsten und letzte Folge aus dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hostet meine Kollegin Zora Alba.

00:29:10: Es geht um die Themen Adoption und Pflegevermittlung.

00:29:13: Danke fürs Lauschen heute und wenn euch dieser Podcast gefällt, lasst uns gerne ein Abo da, ein paar Likes oder eine positive Sterne-Bewertung.

00:29:21: Ihr habt Fragen, Anregungen oder Feedback.

00:29:24: Dafür nutzt gerne die Kommentarspalte.

00:29:27: Ich sag tschüss.

00:29:28: Mein Name für Limontag.

00:29:43: Ahoj.

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