Kiez und Kids: Charlottenburg 2
Shownotes
In dieser Folge geht es darum, welche außerschulischen Lernorte Kinder hier nutzen können – Orte, die Fähigkeiten vermitteln, die im normalen Schulunterricht oft zu kurz kommen. Matti Geyer, Redakteur bei FluxFM, schaut sich vier spannende Einrichtungen an:
Jugendverkehrsschule Charlottenburg-Wilmersdorf – hier lernen Kinder spielerisch die Regeln des Straßenverkehrs, vom Zebrastreifen bis zum Fahrradhelm.
Jugendkunstschule Charlottenburg-Wilmersdorf – Kreativität, Kunsttechniken und Ausstellungen abseits des Schulunterrichts.
Medienkompetenzzentrum Zille54 – ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche den sicheren Umgang mit Medien lernen.
Kinder Kochspaß – privat betrieben, vermittelt Kochen, Backen und gesunde Ernährung auf spielerische Weise.
Wir sprechen mit Expert*innen vor Ort, entdecken praxisnah, wie Kinder ihre Umwelt erkunden, und zeigen, warum diese Lernorte so wertvoll für Familien sind.
Transkript anzeigen
00:00:02: Hallo und schön, dass ihr dabei seid.
00:00:19: Diesmal mit mir, Matti Geier, Redaktor bei Flux FM und Selbstvater eines vierigen Sohnes.
00:00:24: Heute geht's um Dinge, die wir eigentlich alle in der Schule lernen sollten, für die er aber im Stundenplan leider meist keine Zeit
00:00:30: ist.
00:00:30: Tiere mit Tieren arbeiten.
00:00:31: Nein, Gaming-Unterricht wünscht sich jeder.
00:00:33: Party- und Fernsehunterricht.
00:00:35: Kochunterricht.
00:00:36: Kochunterricht.
00:00:39: Kochunterricht.
00:00:39: Kinderzüchtenunterricht.
00:00:42: Das wären die Unterrichtsfecher, die sich die Kids wünschen würden.
00:00:46: Und in der Realität geht's heute für mich an vier außerschulische Lernorte.
00:00:50: Drei davon hat das Land Berlin eingerichtet.
00:00:52: Und ich schaue, was genau dort angeboten wird.
00:00:55: Es geht in die Jugendverkehrsschule, die Jugendkunstschule und das Medienkompetenzzentrum.
00:01:00: Und zu guter Letzt geht's auch an einen Ort, der nicht vom Land oder Bezirk gefördert wird, sondern privat agiert, obwohl auch hier Skills vermittelt werden, die super wichtig sind, aber in den Schulen nicht beigebracht werden.
00:01:11: Es geht ins Kinderkochstudio Kinderkoch-Spaß.
00:01:14: Also, los geht's.
00:01:16: Keats und Kids.
00:01:18: Berlin
00:01:19: mit Kind und Kegel.
00:01:21: Insgesamt, twenty-fünf Jugendverkehrsschulen gibt es in Berlin, zwei davon in Charlottenburg-Wilmersdorf.
00:01:27: Viele werden sich bestimmt noch erinnern, wie sie selbst in der Grundschule einen Ausflug dorthin gemacht haben, denn es gibt sie schon sehr lange.
00:01:33: Wem es trotzdem erst mal nichts sagt, im Prinzip handelt es sich dabei um eine geschützte Straßeneinlage mit Ampeln, Zebrastreifen, Kreuzungen und allem, was man auch im echten Straßenverkehr finden würde, nur dass hier nur Kinder auf Fahrrädern unterwegs sind.
00:01:46: Als ich in der Jugendverkehrsschule Schlottenburg ankomme, ist gerade eine Kita-Gruppe vor Ort und darf zwei Eier auf den Boden schmeißen, ein Ei mit Fahrradhelm und eins ohne.
00:02:13: Klar, das Ei ohne Helm ist kaputt gegangen.
00:02:16: So wird den ganz kleinen Kitz hier beigebracht, wie wichtig Fahrradhelme sind.
00:02:20: Ich wollte natürlich wissen, wie ist das für Kinder im Bezirk überhaupt, Fahrrad zu fahren?
00:02:25: Also ich finde, es gibt
00:02:26: auch genug Parks und Wege für Fahrradfahrer,
00:02:30: aber natürlich ist es
00:02:31: immer noch ein Kreuzung gefährlich.
00:02:34: Also
00:02:34: alleine als Kind
00:02:35: ist es gefährlich.
00:02:36: Wenn man gute Strecken fährt, ist das eigentlich okay.
00:02:39: Meine Eltern sagen das ein bisschen zu unsicher, weil halt so viele Autos fahren und so wenige Fahrradwege.
00:02:46: In Charlottenburg sagen meine Eltern, das ist zu viel Verkehr.
00:02:52: Wenn ich beim einen Fahrradweg bin und dann auf die andere Seite will,
00:02:57: ist das
00:02:57: zu gefährlich, sagen
00:02:58: meine Eltern.
00:02:59: Also es klingt erstmal nicht so, als würde Fahrradfahren in Charlottenburg-Würmersdorf besonders sicher sein, umso wichtiger, dass es diese geschützten Räume gibt, wo geübt werden kann.
00:03:08: Wie genau?
00:03:09: Das hat mir Heike Schmidt-Schmelz, die SPD-Bezirksstadträte für Schule, Sport und Kultur, erzählt.
00:03:14: Also
00:03:14: Jugendverkehrsschulen gibt es tatsächlich schon total lang.
00:03:16: Ich selber bin jetzt forty-six Jahre alt und war als Kind auch schon in dieser Jugendverkehrsschule, weil ich in Charlottenburg-Memersdorf auf einer Rundschule war.
00:03:25: In der vierten Klasse macht man einen sogenannten Fahrradführerschein, der wird auch von der Polizei abgenommen, also auch was sehr offizielles.
00:03:32: Die Kinder bekommen auch ein Dokument ausgefertigt, das ist theoretisch, aber auch eine praktische Prüfung.
00:03:37: und die praktische Prüfung findet in den Jugendverkehrsschulen statt und soll zur Sicherheit der Kinder im normalen Auto, Straßen und überhaupt Verkehr
00:03:46: dienen.
00:03:47: Darüber hinaus öffnen wir die Jugendverkehrsschule, aber auch für Kitas zum Beispiel, wenn die ganz früh schon anfangen wollen mit Verkehrserziehung.
00:03:54: Wie gehe ich richtig über die Straße.
00:03:55: Das ist ein geschützter Raum, in dem Kinder sich ausprobieren können, indem sie auch Fehler machen können, ohne dass ihnen was passiert.
00:04:02: Und das haben wir alle mitgemacht, aber ist es auch so, wenn man nicht in der vierten Klasse ist.
00:04:07: Und auch nicht in der Kita kann man auch einfach
00:04:09: so herkommen?
00:04:10: Ja, genau.
00:04:10: Also wir haben auch Nachmittagsoffen, wir haben manchmal auch an den Wochenenden offen und dann können Kinder alleine kommen, wenn sie zum Beispiel noch mal üben wollen für die Prüfung oder natürlich auch mit ihren Eltern.
00:04:20: Und das ist alles möglich.
00:04:22: Hat sich da was geändert
00:04:23: in den letzten Jahren?
00:04:25: Ja, natürlich.
00:04:26: Also wenn sich Mobilität vor der Jugendverkehrsschule ändert, ändert sich Mobilität in der Verkehrsschule.
00:04:31: Wir haben zum Beispiel elektrische Fahrzeuge jetzt.
00:04:33: Wir haben E-Scooter, wir haben Ad-Elex, nicht nur für Kinder, sondern tatsächlich auch für erwachsene Senioren, die nehmen die Kurse dankbar
00:04:39: an.
00:04:40: Würden Sie sich wünschen, dass man irgendwie noch mehr
00:04:42: Kinder erreicht,
00:04:42: irgendwie noch mehr irgendwas machen kann?
00:04:46: Also ich würde mir grundsätzlich natürlich eine vernünftige Finanzierung für die Jugendverkehrsschulen wünschen, immer wenn wir hier irgendwelche Sachen machen müssen, also der Asphalt kaputt ist, die Bäume beschnitten werden müssen, die Ampelanlage defekt ist, da müssen wir immer suchen.
00:04:59: Wo gibt es Geld dafür?
00:05:01: Und auch Personal würde ich mir viel mehr wünschen, weil wir haben letztendlich eine feste Kraft in jeder Jugendverkehrsschule.
00:05:07: Und es ist einfach viel zu wenig für das Angebot, was wir machen.
00:05:10: Und wenn wir da ja vielleicht drei Personen hätten, die hier mit der Polizei gemeinsam und den Ehrenamtlichen arbeiten würden, dann könnten wir, glaube ich, auch einfach so noch mehr Menschen erreichen, weil wir andere Projekte auch anbieten können.
00:05:25: Wenn man hier die Kinder beobachtet, wie sie
00:05:27: fahren,
00:05:28: sie fahren fast alle mit einem Lächeln und sind stolz, wenn sie sich trauen, den Lenker loszulassen, um einen Armzeichen zu machen.
00:05:35: Das nehmen sie ja dann auch mit raus.
00:05:36: Also sie werden sicherer hier und haben Spaß.
00:05:39: Die Standorte aller Jugendverkehrsschulen findet ihr ganz einfach online.
00:05:43: In Charlottenburg befindet sie sich in der Loschmittstraße sechs bis zehn und in Wilmersdorf in der Bundesallee Hundert vierundsechzig.
00:05:49: Der Eintritt ist gratis.
00:05:52: Gar nicht so weit entfernt befindet sich noch eine außerschulische Einrichtung des Bezirks, die Jugendkunstschule Charlottenburg-Welmersdorf.
00:05:59: Auch davon gibt es in ganz Berlin mehrere, eine pro Bezirk.
00:06:02: und wer jetzt denkt, aber Kunst gibt es doch als Unterrichtsfach an jeder Schule?
00:06:07: Stimmt, aber die Jugendkunstschulen bieten viel mehr an, als es im normalen Kunstunterricht der Fall ist.
00:06:13: Betroffen habe ich mich vor Ort mit der Leiterin der Charlottenburg-Wilmaßdorfer-Einrichtung, Verena Gruba Baler, selbst begeisterte Kunstlehrerin.
00:06:20: Wir sind dafür da, mit allen Kindern und Jugendlichen aus dem Bezirk künstlerische Projekte zu machen, die einfach intensiver sein können, als es der Kunstunterricht kann.
00:06:31: Sowohl am Vormittag mit Schulklassen, da kann man uns hier buchen und kommt her und kann dann eben Siebdruck machen oder was aus Keramik machen oder so.
00:06:41: Also irgendeinen Material nutzen, was Schule auch weniger leicht zur Verfügung stellen kann.
00:06:48: Und am Nachmittag kann man dann in offene Kurse kommen und sein Interesse vertiefen.
00:06:54: Und die zentrale und so zauberhafte Idee ist eben, dass die Schüler oder die Kinder und Jugendlichen durch diese Schulklassenprojekte die Jugendkunstschule einfach schon kennen.
00:07:05: Das heißt, die kommen alle hierher, lernen den Ort kennen, wissen den Weg und können dann, wenn sie Interesse haben, am Nachmittag einfach nochmal kommen.
00:07:14: Es gibt natürlich Dinge, die sind sehr beliebt, alles was mit Ton zum Beispiel ist.
00:07:19: Und wir bieten zum Beispiel auch sehr viele Nähkursen an.
00:07:23: Also für Mode und Neu werden wir jetzt VR-Brillen anschaffen und dann eben so ein bisschen Digitale arbeiten.
00:07:32: Das tun wir auch jetzt schon.
00:07:34: Genau, also wir versuchen wirklich breit aufgestellt
00:07:36: zu sein.
00:07:37: Und dann wird das Ganze
00:07:38: ausgestellt und zwar an
00:07:39: richtig coolen Orten im Schloss Charlottenburg und am Kudam und im
00:07:44: Bezirksrathaus.
00:07:45: Wie kommt das?
00:07:46: Wie kommt
00:07:46: es dazu?
00:07:47: Ja, also wir haben tolle Kooperationen.
00:07:50: Das muss man sagen.
00:07:51: Wir haben viel Glück.
00:07:52: Wir werden toll gefördert im Bezirk und auch gesehen.
00:07:56: Also von der Stadträtin zum Beispiel, die unsere Ausstellung jetzt eröffnet hat von den künstlerischen Werkstätten.
00:08:02: Auch die Bürgermeisterin hat ein großes Interesse an unsere Arbeit und fördert das.
00:08:07: Wir haben feste Kooperation mit den Schlössern und Gärten, also mit dem Schloss Charlottenburg in Erster Linie im November.
00:08:17: machen wir ein großes Kinderkunstschlossfest in der Orangerie.
00:08:20: Und das ist dann ein Tag, da gibt es lauter Mitmachttische und auch eine kleine Ausschaltung, aber dann bauen wir die auch wieder ab.
00:08:27: Das ist ein echtes Highlight.
00:08:30: Und
00:08:31: die Ergebnisse der künstlerischen Werkstätten dürfen wir eigentlich auch immer in der Rathausgalerie ausstellen.
00:08:37: Auch das ist schon eine ganz traditionelle Zusammenarbeit.
00:08:40: Und wir haben vom Bezirk eine Präsentationsfläche auf die Mittelstreifen des Kurfürstendamm.
00:08:48: Da gibt es Vertiefungen im Boden, wo wir was festmachen können und so.
00:08:53: Und wir versuchen, alle halbe Jahr dort tatsächlich auch was Neues zu zeigen.
00:08:58: Ich wollte gerade fragen, wie
00:08:59: jung sind denn so die Schülerinnen, die mitmachen?
00:09:01: Geht das richtig bis ganz
00:09:02: klein?
00:09:03: Oh, wir haben auch eine tolle Kooperation mit der Kita nebenan.
00:09:07: Ja, jeden Dienstag haben wir hier eine Kindergartengruppe.
00:09:12: Also wir arbeiten tatsächlich
00:09:14: vom
00:09:15: Kindergarten
00:09:16: ab und bis einundzwanzig.
00:09:18: Also der Mappenkurs und der Aktienkurs, da sind die Kleinen nicht.
00:09:23: Ja und warum würdest du sagen,
00:09:25: dass diese Jugendkunstschulen, warum sind die
00:09:28: wichtig für Kinder und Jugendliche?
00:09:31: Ich glaube, dass Kreativität wirklich Das ist, was wir am allermeisten brauchen.
00:09:38: Aber ich bin jetzt natürlich auch Kunstlehrerin.
00:09:40: Also, ich hab diesen Blick auf die Welt.
00:09:43: Aber ich denke wirklich, dass das eine ganz grundlegende Ressource ist
00:09:48: für
00:09:48: eine gelingende Gesellschaft und ein glückliches Leben.
00:09:54: Und das können wir hier so fördern wie an wenig anderen Orten.
00:09:59: Das ist total toll und wichtig.
00:10:04: Die jungen Kunstschule Schlockenburg-Wilmersdorf findet ihr in der Nordhauserstraße Zweiundzwanzig und wer jetzt neugierig auf die Kunstwerke geworden ist, in der zweiten Etage des Bezirks Rathauses könnt ihr sie bestaunen.
00:10:16: Ebenfalls in jedem Berliner Bezirk gibt es einen Medienkompetenzzentrum.
00:10:20: Ziel ist die selbstbestimmte und sichere Teilhabe und Mitbestimmung in der digitalen Gesellschaft.
00:10:26: Meistens befinden sie sich in Jugendklubs- und Freizeit-Einrichtungen, so auch in Charlottenburg, wo es sich im Haus der Jugend Cille fifty-fünfzig in der Cille Straße fifty-fünfzig befindet.
00:10:35: Vor Ort hat mich Medienpädagoge Niklas Becker empfand.
00:10:38: Ich
00:10:38: beschreibe immer das Medienkompetenzzentrum als so ein Ort, wo man einfach mal hingehen kann mit seinen Interessen, mit seinen Fragen, mit seinen Bedürfnissen rund ums Thema Medien, egal ob es ein Computereinführungskurs ist oder Probleme mit den Handy-Einstellungen oder die besorgten Eltern, die sich fragen, was sie denn jetzt mit ihrem Kind anstellen, was das erste Handy möchte.
00:10:59: Hier ist der erste Ansprechpunkt für alle hier im Kiez, Charlottenburg, Wilmersdorf.
00:11:04: Direkt eine spannende Frage.
00:11:05: Was sagst du den Eltern, deren Kinder jetzt das erste Handy haben möchten?
00:11:08: Ab welchem Alter empfühlst du es?
00:11:09: Also ich würde sagen, es gibt kein pauschales Alter, in dem es sinnvoll ist oder nicht sinnvoll ist.
00:11:14: Das Ganze hat sehr damit zu tun, wie stark die Eltern ihre Kinder auch bei der Medienerziehung begleiten.
00:11:20: Jeder wird so gerade ja so ein Medienkompetenzzentrum.
00:11:23: Ist das verpflichtend für Schulen, euch zu buchen oder ist es freiwillig?
00:11:26: Verpflichtend ist das Ganze nicht.
00:11:28: Wir bemühen uns aber natürlich darum, mit möglichst vielen Schulen und auch anderen Organisationen hier im Bezirk in Kontakt zu treten und sie dazu zu animieren, bei uns Workshops zu buchen oder mit uns Kooperationen einzugehen oder auch auf eigene Faustmedienkompetenzangebote oder andere Medienworkshops anzubieten.
00:11:46: Also wir sind da dran.
00:11:48: Ich würde mir von der Politik wünschen, dass das Thema viel größer gemacht wird und auch die Relevanz bekommt, die es eigentlich hat, weil wir sprechen immer davon die junge Generation irgendwie zu stärken und die darauf vorzubereiten auf die Zeiten, die jetzt kommen.
00:12:01: Aber so ganz dafür, die Ressourcen frei machen wollen wir dann auch nicht.
00:12:05: Auf der anderen Seite würde ich aber auch eine Forderung an Eltern stellen, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen und auch kritischer mit dem eigenen Medienkonsum zu sein.
00:12:13: Da wünsche ich mir irgendwie von allen Parteien ein bisschen mehr Action.
00:12:17: Wie sieht denn so ein typischer Workshop aus?
00:12:19: Ist das immer anders oder habt ihr da bestimmte Themen, die immer vorkommen?
00:12:23: Also Themen, die immer vorkommen.
00:12:24: Das ist einmal das Thema Form digitaler Gewalt, also Cybermobbing, Cyber-Grooming, all diese Dinge, die im Internet nicht so schön sind.
00:12:32: Medienkompetenz und Mediensucht, also wie bewege ich mich in den Medien, wie sieht da so mein eigener Konsum aus?
00:12:39: Und unser dritter Workshop ist politische Medienbildung, also dann auch zum Thema Fake News.
00:12:43: Wie recherchier ich richtig, wie mache ich eine Quellenrecherche, all sowas.
00:12:47: Und dann auch ganz klar Empowerment, also die Jugendlichen und die Kinder dazu empowern.
00:12:53: selbst kritisch mit Medien umzugehen und ihnen Strategien mitzugeben, wie sie sich selbst und auch ihre Mitmenschen irgendwie unterstützen können.
00:13:01: Wenn jetzt jemand zuhört, Eltern oder Schülerinnen und jetzt denken, eigentlich habe ich da Gesprächsbedarf, irgendwie ich mache mir Sorgen um Cyber Mobbing zum Beispiel.
00:13:13: Wo sollten die sich hinwenden?
00:13:14: Was würdest du ihnen raten?
00:13:15: Gibt es irgendwelche Tipps, die du auch ganz pauschal jetzt schon sagen könntest?
00:13:19: Also die Medienkompetenzzentren sind natürlich ein super Ansprechpartner für den ersten Kontakt und vielleicht für das Stellen der ersten Fragen oder ja einfach mal so Bedarfsklärung.
00:13:30: Deswegen verstehen wir uns auch so ein bisschen als so eine Art Weiterleitungszentrale.
00:13:35: Wir sind da gut connected und wir würden auch sagen, dass wir einen guten Überblick über die Angebote haben, die dann vielleicht wichtig werden.
00:13:42: Natürlich können wir aber nicht die vielleicht finale Lösungen vorstellen.
00:13:47: TikTok ist ja auch besonders beliebt bei Jugendlichen.
00:13:50: Und das wissen ja auch bestimmte Akteure, auch in der Politik.
00:13:54: Und es geht ja auch so ein bisschen einher mit Fake News.
00:13:56: Was sagt ihr den Jugendlichen, wie sie am besten Fake News enttaren können?
00:14:01: Ich glaube, dass es am wichtigsten ist, erst mal kritisch zu sein, auch über Inhalte, die einem vielleicht erst mal zusagen.
00:14:09: Und ich glaube, wir dürfen uns nicht so sehr von Influencern oder angeblichen in Anführungszeichen befreundeten Personen aus dem Internet irgendwie folgen und nur zuhören, was die sagen und dem Glauben schenken, sondern wir sollten für uns selbst und vor allem im Austausch mit unseren nächsten Menschen immer wieder schauen, ob diese Informationen auch bei anderen Halt finden und ob die Meinung, die ich wiedergebe, auch von anderen gespiegelt werden kann.
00:14:38: Wie ist das überhaupt, wenn ich so zurückdenke an meine Schulzeit?
00:14:41: Ich meine, wir hatten Informatikunterricht mehr schlecht als recht.
00:14:45: Es war auch alles sehr noch relativ neu.
00:14:47: Inwiefern hat sich das verbessert, wenn du sagtest, eigentlich gibt es immer noch sehr viel Luft nach oben?
00:14:52: Oder ist es so, dass die Kids heute eher auch mit Handys umgehen können, aber nicht mit Computern?
00:14:57: Heute, wo das Tablet oder das Handy so stark im Vordergrund steht und als das Gerät genutzt wird, um irgendwie digital alles zu machen, finde ich es eigentlich fatal, dass es keine Handykurse oder Computerkurse in der Schule gibt, die dann auch wirklich verpflichtend sind.
00:15:12: Und ich habe auch das Gefühl, dass sowohl das System Schule als aber auch die Entscheidungsträger in Bildungsinstitutionen gar nicht hinterherkommen, Wie vielleicht so ein Angebot auch gestaltet werden müsste, weil es sich einfach so schnell entwickelt und immer wieder neue Dinge hinzukommen.
00:15:28: Und irgendwie vor ein paar Jahren war es noch Snapchat, Instagram und Google.
00:15:32: Jetzt ist es ChatGBT, Videoerstellung und irgendwie TikTok oder so.
00:15:37: Also es ist ja auch immer ein stetiger Wandel und damit... Bildungsangeboten hinterherzukommen, die dann auch passen und dann auch eine längere Zeit aktuell sind, ist super schwierig.
00:15:48: Deswegen ist es einfach eine riesengroße Aufgabe, auch für Bildungsinstitutionen hinterher zu sein und da Angebote zu schaffen, die auch halten.
00:15:59: Und dass die Medienkompetenzzentren unglaublich wichtig sind, zeigt allein, dass mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Probleme wegen ihres Medienkonsums haben.
00:16:11: Mehr als ein Viertel aller zehn bis siebzenjährigen betreibt bereits eine diskante oder krankhafte Nutzung sozialer Medien.
00:16:19: Eine Sache habe ich bei meiner Recherche nach außerschulischen Lernangeboten vermisst.
00:16:23: Kochen und Backen.
00:16:24: Ein Skill, den wir alle eigentlich haben sollten, aber für den es bislang kaum Orte gibt, an denen Kinder das lernen können.
00:16:30: Außer in Wilmersdorf, in der Bingerstraße Neun, näher Heidelberger Platz.
00:16:34: Eine private Schule namens Kinderkochspaß, die Kochkurse anbietet und gesunde Ernährung vermittelt.
00:16:40: Inklusive Indoor-Spielplatz und breitem Ferienangebot.
00:16:43: Inhaberin Julia Roman hat mich vor Ort empfangen, und ihr Konzept erklärt.
00:16:48: Kinderkochssprass besteht ja schon eigentlich fünfzehn Jahre.
00:16:51: Und angefangen haben wir als Projekt, um Kinderkochen beizubringen.
00:16:56: Wir haben sie gemerkt, viele Kinder haben Interesse daran.
00:16:59: In der Schule ist das nicht angeboten.
00:17:01: Zu Hause haben die Eltern keinen Ja.
00:17:03: Und alle wollen natürlich ihre Küche sauber halten.
00:17:06: Deswegen haben wir versucht, also eine Kochkurse zu organisieren.
00:17:10: Wir waren sehr überrascht.
00:17:12: dass es ja sehr viel Resonanz gefunden hat und viele Eltern plötzlich haben angefragt, ob sie auch bei uns Kindergeburtstage mit Kochpursen
00:17:21: feiern wollen.
00:17:22: Wer nimmt das an?
00:17:23: Wer kommt alles?
00:17:23: Also es gibt Kindergeburtstage, aber kommen auch Schulen, kommen auch Kindergärten?
00:17:27: Das haben wir auch regelmäßig.
00:17:29: Besonders vorne in Ferien, ganz viele Schulen suchen nach Möglichkeiten, was sie mit Kinder unternehmen können.
00:17:35: Und da bieten wir Kochkurse für die Schulklassen.
00:17:39: Überraschend ist so, da kommen die Schulen nicht nur hier aus dem Bezirk, sondern aus Kanz Berlin, manchmal auch außerhalb Berlin, weil dann so ein Angebot gibt es nicht so viel.
00:17:52: Wie finanzieren das denn die Schulen, die
00:17:54: hier herkommen?
00:17:55: Oder wie finanzieren Sie sich überhaupt?
00:17:57: Wir sind zum Teil eine gemeinnützige Einrichtung, deswegen diese Projekte für Schulklassen.
00:18:02: Das wird finanziert etwa da ein Projekt fördert, was die Schulen bekommen.
00:18:08: Wir nehmen auch Teil an Bildungs- und Teilhabepaket, das bedeutet, die Kinder, die Berlin-Pass haben, bekommen diese Angebote kostenlos.
00:18:19: Es gibt auch Elterninitiative, die das finanzieren.
00:18:22: Wir stellen auch regelmäßig Anträge auf die Fördergelder.
00:18:27: Wir werden zum Beispiel mehrmals von Aktionen menschen.
00:18:32: unterstützt durch Deutsche Kinder Hilfswerk.
00:18:35: Mehrere Jahre arbeiten wir mit Berliner Tafel zusammen.
00:18:39: Das finde ich ein sehr, sehr wichtiger Aspekt.
00:18:41: Berliner Tafel liefert uns Lebensmitteln.
00:18:45: Tatsächlich erklären wir Kinder, dass das, was ihr jetzt auf den Tisch habt, würde normalerweise weggeschmissen, weil wir Überproduktion haben.
00:18:54: Das sind die Sachen, das eigentlich verursacht CO² und es ist sehr schade.
00:18:59: Und schaut mal, aus das, was wir jetzt bekommen haben, machen wir, kreieren wir ein Menü und wir genießen und essen das zusammen und das wird super gut angenommen.
00:19:09: Das machen wir auch mit Schulklassen und alle sind wirklich happy.
00:19:14: Es ist ja nicht nur Essen, es ist nicht nur Genießen, dass wir tatsächlich noch bewusst überlegen und verstehen, was ja Lebensmittel bedeutet und was für ein Wert das ist und dass dieser Wert geschätzt wird.
00:19:27: Das ist ja halt Hauptziel von diesem Projekt.
00:19:30: Und interessierte Eltern können auch einfach ihre Kinder vorbeibringen nachmittags
00:19:35: und in Ferien.
00:19:35: Ja, das ist auch möglich.
00:19:37: Wie verkostet das?
00:19:39: Ferienprogramm, das ist ja eigentlich ... Das ist kostenpflichtig, das bezahlen dann die Eltern.
00:19:45: Die Woche kostet dreihundertsiebzig Euro, das ist Kinderbetreuung von neun bis sechszehn Uhr.
00:19:51: Vormittag gibt es Kochkurse, Backkurse, wir kochen Backen, machen Frühstück zusammen, Mittagessen, Nachmittag unternehmen wir mit Kindern diverse Ausflüge.
00:20:01: Heute zum Beispiel steht bei uns auf dem Programm, wir haben Porzellantäler eingekauft und Acrylfarben.
00:20:07: Heute malen wir mal halt Porzellan selber.
00:20:10: In der Woche, allgemein, bieten wir eine Möglichkeit, bei uns Kindergeburtstage zu feiern.
00:20:15: Was würden Sie sich denn wünschen,
00:20:17: damit noch mehr Kinder kochen lernen und backen lernen und gesundes Essen lernen?
00:20:22: Das wünschen wir uns natürlich alle.
00:20:25: Wir arbeiten sehr gerne mit Schulen.
00:20:27: In der Schulen erreicht man ganz viele Publikum, ganz viele Klassen.
00:20:30: Es ist sehr unterschiedlich, wenn die Kinder zu uns kommen, ein Kindergeburtstag zu feiern.
00:20:35: Das ist ein ganz anderes Programm.
00:20:39: Einige Schulen, die eine Lernküche haben, und wir sind ja oft eingeladen, aber was ich sehr traurig finde, stößt ja immer natürlich an die Finanzierung an.
00:20:49: Dass es die Schulen können diese Projekte nicht selbstständig finanzieren.
00:20:55: Und da wünsche ich mir natürlich, dass man mehr dafür machen würde.
00:20:59: Es ist ja bewiesen, die Kinderernährung ist sehr wichtig.
00:21:03: Und die Kinder in Deutschland, die ernähren sich eigentlich nicht besonders gesund.
00:21:08: Das liegt an vielen Aspekten.
00:21:10: Und wenn das an Schulen angeboten wird und aufgeklärt und auch mit die Komponenten wie zum Beispiel Überschuss und Lebensmittel oder wie man Lebensmittel aufbewahrt, wie man mit Lebensmittel umgeht, wenn auch diese Aspekte mitbezogen werden, dann denke ich mir, da haben wir alle dann im späteren Leben Erfolg und auch für die Kinder.
00:21:32: Das ist sehr, sehr wichtig.
00:21:34: Also lieber Senat und liebe Bezirke, wenn ihr das hier hört, Kochen, Backen und gesunde Ernährung sollten definitiv auch zu den geförderten außenschulischen Lernaktivitäten gehören.
00:21:42: Genau wie die Jugendverkehrsschulen, Jugendkunstschulen, die Medienkompetenzzentren und übrigens auch die Gartenarbeitsschulen, die wir aber in einer anderen Folge vorstellen müssen.
00:21:51: Alle Links und Adressen der vorgestellten Einrichtungen findet ihr auf unserer Homepage unter fluxfmde und in den Infos zu dieser Podcastfolge.
00:21:59: Wenn ihr selbst aus Charlottenburg-Wilmersdorf kommt und eine Meinung zufolge habt, schreibt uns gerne und schickt eine Sprachnachricht über fluxfm.de.
00:22:06: Und wenn ihr uns auch Instagram folgt, verpasst ihr keine weitere Folge.
00:22:10: Keats und Kids.
00:22:11: Der Fluxfm-Familien-Podcast für Berlin.
00:22:15: Freundlich unterstützt von der Medienanstalt Berlin Brandenburg.
00:22:20: Weitere Infos und Episoden auf fluxfm.de.
00:22:25: Edaktionsleitung Katja Berg.
00:22:27: Sounddesign, Sebastian Mösch und Tobias Engel, Redaktion, Produktion und Moderation, Matti Geier, also ich, danke fürs Zuhören.
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